
Trump bittet Obersten Gerichtshof um Wiedereinsetzung der Briefwahlregeln vor den Zwischenwahlen
Der Dringlichkeitsantrag zielt darauf ab, eine einstweilige Verfügung gegen neue Postvorschriften aufzuheben, während North Carolina sich darauf vorbereitet, am Freitag die ersten Briefwahlunterlagen zu versenden.
Dringlichkeitsantrag beim Obersten Gerichtshof
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat am Donnerstag einen Dringlichkeitsantrag beim Obersten Gerichtshof eingereicht, in dem sie die sofortige Aussetzung einer Entscheidung eines untergeordneten Gerichts fordert, die neue Vorschriften für die Briefwahl blockiert. Bundesanwälte drängen die Richter, schnell zu handeln, da weniger als zwei Monate bis zu den Zwischenwahlen im November verbleiben. Das juristische Manöver findet unter erheblichem Zeitdruck statt, da die Wahlbehörden in North Carolina am Freitag damit beginnen sollen, die ersten Briefwahlunterlagen zu versenden. Die Regierung strebt an, ihre Beschränkungen für die Briefwahl in Kraft zu setzen, bevor die Bundesstaaten damit beginnen, Stimmzettel an registrierte Wähler im ganzen Land zu verteilen.
Kernbestimmungen der Postverordnung
Gemäß der umstrittenen Anordnung des Weißen Hauses würde der United States Postal Service eine zentrale Aufsichtsrolle bei der Durchführung von Briefwahlen im ganzen Land übernehmen. Die Wahlbeamten der Bundesstaaten müssten die spezifischen Designs ihrer Briefwahlumschläge den Postbehörden zur bundesstaatlichen Genehmigung vorlegen. Darüber hinaus dürften Postzusteller Briefwahlunterlagen nur an Bürger ausliefern, deren Namen in offiziellen Wählerregistrierungslisten erscheinen, die von den Staatsregierungen direkt an den Postdienst übermittelt werden. Die Maßnahme zielt darauf ab, eine einheitliche bundesstaatliche Aufsicht über die dezentralen Wahlsysteme der Bundesstaaten zu etablieren.
- Ein Bundesrichter erlässt eine einstweilige Verfügung, die die neuen Briefwahlregeln stoppt.
- Die Trump-Regierung reicht einen Dringlichkeitsantrag beim Obersten Gerichtshof ein.
- North Carolina beginnt mit dem Versand der ersten Briefwahlunterlagen für die Zwischenwahlen.
- Die Wähler entscheiden über das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats.
Gerichtliche Blockade und vorherige Gerichtsentscheidungen
Die aktuelle Berufung folgt auf eine einstweilige Verfügung, die letzte Woche von einem Bundesrichter erlassen wurde und die Regierung daran hindert, die neuen Postvorschriften landesweit durchzusetzen. Der Richter stellte fest, dass die Exekutivanordnung für Wahlverwalter so kurz vor dem Wahltag schwerwiegende praktische Hürden schafft.
eine wahrscheinlich verfassungswidrige Verordnung, deren Einhaltung im Hinblick auf die Zwischenwahlen 2026 praktisch unmöglich ist
Der Richter stellte weiter fest, dass die Umsetzung solch weitreichender administrativer Änderungen in kurzer Frist für Wahlhelfer unrealistisch sei. Der Oberste Gerichtshof hatte zuvor in dem anhaltenden Streit eingegriffen, indem er eine separate einstweilige Verfügung gegen die Regierung aufhob, aber diese Entscheidung beruhte ausschließlich auf verfahrensrechtlichen Gründen, ohne über die Rechtmäßigkeit der Postvorschriften zu entscheiden.
Parteipolitische Kluft über Wahlsicherheit
Republikanische Amtsträger verteidigen die Vorschriften als notwendigen Mechanismus zur Verhinderung von möglichem Wahlbetrug bei den bevorstehenden Wahlen. Kritiker weisen dagegen darauf hin, dass dokumentierter Briefwahlbetrug in den Vereinigten Staaten äußerst selten ist. Gegner argumentieren, dass die Regierung den Wahlprozess verkomplizieren will, um die Wahlbeteiligung demokratischer Wähler zu unterdrücken und mögliche Verluste der Republikaner im November zu begrenzen. Die Regierung hat auch weiterhin breite Zweifel an der Integrität des amerikanischen Wahlprozesses geäußert. Trump hat wiederholt unbelegte Behauptungen über Manipulation von Briefwahlunterlagen aufgestellt und das Thema genutzt, um seine Niederlage gegen Joe Biden im Jahr 2020 zu erklären, ohne Beweise vorzulegen.
Machtverhältnisse im Kongress auf dem Spiel
Der Rechtsstreit findet vor den für den 3. November 2026 angesetzten Zwischenwahlen statt. Die nationale Abstimmung entscheidet über die vollständige Zusammensetzung des Repräsentantenhauses sowie etwa ein Drittel der Sitze im Senat. Die Republikaner halten derzeit knappe Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses, sodass einzelne Rennen darüber entscheiden, welche Partei die Legislative für den Rest von Trumps Amtszeit kontrolliert.


