
Trump unterzeichnet 50%-Zölle auf kanadische Waren von Hockeyschlägern bis Zement unter Berufung auf ‚diskriminierende Behandlung‘ von US-Produkten
Das Weiße Haus erklärt, der Schritt reagiere auf Kanadas ‚diskriminierende Behandlung‘ von US-Autos, Alkohol und Milchprodukten und werde Waren von Hockeyschlägern bis Zement treffen.
Die Zollverordnung
Am Montag, den 20. Juli, unterzeichnete Präsident Trump eine Anordnung, die zusätzliche Zölle von 50 % auf eine breite Palette kanadischer Importe erhebt. Das Weiße Haus erklärte, die Maßnahme reagiere auf Kanadas ‚diskriminierende Behandlung‘ von US-Automobilen, Alkohol und Milchprodukten. Die Zölle treten 30 Tage nach Unterzeichnung, am 19. August 2026, in Kraft und gelten für Waren im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar, so der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer.
Während die Regierung weiterhin faire und gegenseitige Handelsabkommen sicherstellt, reagiert Kanada – anders als andere Partner und Verbündete – weiterhin mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die Vereinigten Staaten.
Betroffene Produkte und Ausnahmen
Die Liste der betroffenen Artikel umfasst Wein, Hockeyschläger, Zement, Möbel und Kleidung. Energieprodukte, Kalidünger, Fisch und kritische Mineralien sind ausgenommen, ebenso wie Waren, die bereits durch andere sektorspezifische Zölle abgedeckt sind. Bemerkenswerterweise treffen die neuen Abgaben auch Produkte, die zuvor unter dem US-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) zollfrei waren. Das Abkommen von 2020 wurde nicht verlängert, und Nachverhandlungen könnten sich laut einem Regierungsbeamten bis 2036 hinziehen.
Rechtsgrundlage: Ein Handelsgesetz von 1930
Trump berief sich auf Section 338 des Trade Act von 1930, ein fast hundert Jahre altes Gesetz, das dem Präsidenten erlaubt, gegen Länder vorzugehen, die diskriminierende Handelspraktiken anwenden. Der Schritt erfolgt, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Trump daran gehindert hatte, Notstandsbefugnisse zur Verhängung umfassender Zölle zu nutzen, was die Regierung zwang, alternative rechtliche Wege zu finden. Mehrere demokratische Abgeordnete hatten zuvor die Aufhebung von Section 338 vorgeschlagen, aus Sorge, dass es zur Destabilisierung der Wirtschaft genutzt werden könnte.
Waldbrandrauch und frühere Drohungen
Tage vor der Zollverordnung drohte Trump mit zusätzlichen Abgaben wegen des Rauchs kanadischer Waldbrände, der den Nordosten der USA bedeckte. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Kosten der Luftverschmutzung müssten ‚unvermeidlich‘ zu den bestehenden Zöllen hinzugefügt werden. Ontarios Premierminister Doug Ford wies die Drohung als ‚Unsinn‘ zurück. Rauch von Dutzenden Bränden in Ontario und Minnesota hatte Luftqualitätswarnungen in Washington, D.C., ausgelöst und die Sicht in New York beeinträchtigt.
Unsinn.
Reaktionen und Handelsbeziehungen
Kanadas Premierminister Mark Carney wies die Diskriminierungsvorwürfe zurück, und Ottawa betrachtet die Zölle als Verstoß gegen das USMCA. Die Eskalation folgt einem Muster von immer wiederkehrenden Zolldrohungen Trumps, der Zölle zu einem zentralen Instrument seiner zweiten Amtszeit gemacht hat. Die Regierung hat außerdem Mitarbeiter angewiesen, zu prüfen, ob weitere Zölle wegen des Waldbrandrauchs verhängt werden sollten. Der Streit birgt das Risiko höherer Inflation und einer weiteren Verschlechterung der bilateralen Beziehungen.

