
Trump lässt geschenkte Air Force One aus Katar für einmonatiges Sicherheits-Upgrade am Boden – nach Iran-Schrecken
Präsident Trump kündigte an, die von Katar gespendete Boeing 747 werde für einmonatige Upgrades eingeschickt, nachdem er am 8. Juli aufgrund von Iran-Spannungen mitten auf einer Reise das Flugzeug gewechselt hatte, was Fragen zu ihren Raketenabwehrsystemen aufwarf.
Ankündigung und Zeitplan
Präsident Donald Trump sagte am Sonntag, den 19. Juli, dass die von Katar geschenkte und als Air Force One genutzte Boeing 747 für Upgrades eingeschickt werde, um sie „maximal auszustatten", ein Prozess, der etwa einen Monat dauern werde. Das Weiße Haus bestätigte später, dass die Nachrüstung im Herbst stattfinden werde; Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, das Flugzeug sei „vollkommen sicher", werde aber zusätzliche Verbesserungen erhalten. Trump äußerte sich nach seiner Rückkehr vom FIFA-Weltmeisterschaftsfinale in New Jersey, als ein Reporter fragte, warum er in einem Flugzeug fliege, dem Berichten zufolge ein Raketenabwehrsystem fehle. Der Präsident antwortete, der Jet habe „eine Menge Fähigkeiten", werde aber bald aufgerüstet.
Es hat eine Menge Fähigkeiten. Aber wie ich es verstehe, werden sie es in etwa einem Monat oder so einschicken, um es maximal auszustatten... Es wird etwa einen Monat dauern.
Das neue Flugzeug, eine 14 Jahre alte Boeing 747-8, wurde im Mai 2025 als Geschenk aus Katar angenommen und von L3Harris Technologies umgerüstet. Es wurde am 1. Juli 2026 in Dienst gestellt, aber am 8. Juli während Trumps Rückkehr vom NATO-Gipfel in Ankara abrupt gegen eine ältere Air Force One ausgetauscht.
- Katar schenkt den Vereinigten Staaten eine Boeing 747
- Trump fliegt zum ersten Mal mit der neuen Air Force One
- Trump wechselt aufgrund der Iran-Bedrohung für die Etappe Türkei-Großbritannien auf ein älteres Flugzeug
- Trump kündigt einmonatiges Upgrade zur 'maximalen' Sicherheitsausstattung an
- Upgrades beginnen; Flugzeug für etwa einen Monat am Boden
Sicherheitslücken und Expertenzweifel
Die Standardflotte der Air Force One verfügt über Raketenabwehrsysteme, Härtung gegen elektromagnetische Pulse und andere Verteidigungsmaßnahmen, die dem katarischen Jet fehlen. Douglas Birkey, Exekutivdirektor des Mitchell Institute for Aerospace Studies, sagte, das Weiße Haus scheine „eine niedrigere Schutzbasis akzeptiert zu haben", um das Flugzeug schnell in die Luft zu bringen. Er schätzte, dass jede innerhalb eines Monats abgeschlossene Arbeit wahrscheinlich auf nicht-kinetische Systeme wie elektronische Störsender, Infrarot-Blendgeräte zur Verwirrung wärmesuchender Raketen und Düppelwerfer beschränkt wäre. Birkey merkte an, dass infrarotgelenkte Raketen ein wachsendes Problem darstellten, da sie schwerer zu erkennen seien als radargeführte Bedrohungen.
Die Standardflotte der Air Force One trägt eine ausgeklügelte Reihe von Schutzmaßnahmen, darunter Raketenabwehrsysteme, aber das Weiße Haus scheint eine niedrigere Schutzbasis für den katarischen Jet akzeptiert zu haben, um ihn schnell fliegen zu lassen.
Die niederländische Tageszeitung de Volkskrant berichtete, dass dem Flugzeug auch der Schutz gegen elektromagnetische Pulse einer nuklearen Explosion fehle, eine Funktion, die die speziell gebauten Präsidentenflugzeuge besitzen. Die Luftwaffe äußerte sich nicht zu den geplanten spezifischen Upgrades.
Der Wechsel am 8. Juli und die Iran-Bedrohung
Trump flog mit dem neuen Jet nach Ankara zum NATO-Gipfel, wechselte aber am 8. Juli für die Etappe nach Großbritannien auf ein älteres Flugzeug. Die New York Times berichtete, US-Beamte seien gewarnt worden, dass Iran auf Trump abziele, und der Secret Service habe davon abgeraten, das katarische Flugzeug für den Rückflug zu nutzen. Trump beschrieb den Wechsel öffentlich als eine Aktion „aus alter Verbundenheit", bestieg aber später das neue Flugzeug für die Rückkehr in die USA. Der Vorfall verstärkte die Prüfung der Sicherheitsbereitschaft des Jets.
Leck-Untersuchung und Vorladungen
Nach dem Bericht der New York Times über die Sicherheitsmängel leitete das Justizministerium eine Untersuchung des Lecks ein. Mehrere Journalisten der Times erhielten Vorladungen, um vor einer Grand Jury am Bundesgericht in Manhattan auszusagen. Die Zeitung hat beantragt, die Anordnungen zu blockieren, mit der Begründung, sie verletzten die Pressefreiheit. Das Weiße Haus und Trump haben bestritten, dass Sicherheitsbedenken den Flugzeugwechsel veranlasst hätten.
Hintergrund: ein umstrittenes Geschenk
Die königliche Familie Katars spendete den Luxusjet im Wert von 400 Millionen Dollar, nachdem Trump sich beschwert hatte, dass die bestehenden Air-Force-One-Flugzeuge, die seit 1990 im Dienst sind, veraltet und für Auslandsreisen nicht repräsentativ genug seien. Das Geschenk zog Kritik wegen möglicher Interessenkonflikte auf sich. Das umgebaute Flugzeug trägt eine von Trump ausgewählte Lackierung in Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold. Boeing baut zwei speziell angefertigte 747-8 im Rahmen eines 2018 unterzeichneten Vertrags über 3,9 Milliarden Dollar, aber die Auslieferung hat sich auf Mitte 2028 verzögert, vier Jahre hinter dem Zeitplan.


