
Transporter mit marokkanischen Landarbeitern kippt in Foggia um, ein Toter und acht Verletzte
Ein Transporter mit Landarbeitern marokkanischer Herkunft ist am 9. August auf der Provinzstraße 45 bei Serracapriola in der Provinz Foggia umgekippt, wobei ein Mensch getötet und acht weitere verletzt wurden, die von den Feldern in Molise zurückkehrten.
Der Unfall
Am späten Vormittag des Sonntags, 9. August, kippte ein Transporter mit Landarbeitern auf der Provinzstraße 45 bei Montesecco in der ländlichen Gegend von Serracapriola in der Provinz Foggia um. Das Fahrzeug verließ die Fahrbahn und überschlug sich in einem Straßengraben am Rand der Straße. Andere Fahrzeuge waren nicht beteiligt; der Transporter war allein unterwegs. Die meisten Quellen berichten von neun Personen an Bord, wobei ein Arbeiter noch am Unfallort starb und acht verletzt wurden. Rai News hingegen berichtet von zehn Arbeitern marokkanischer Herkunft an Bord, mit einem Toten und neun Verletzten. Die Arbeiter kehrten von einem Arbeitstag auf den Feldern des benachbarten Molise zurück, eine Strecke, die täglich von zahlreichen Gruppen von Landarbeitern auf dem Weg von Foggia in die molisische Landschaft zurückgelegt wird. Laut Rai News hatten die Arbeiter ihren Tag im Morgengrauen begonnen und fuhren während der heißesten Stunden des Nachmittags zurück.
Notfallmaßnahmen
Die Rettungskräfte entsandten mehrere 118-Krankenwagen, einen Rettungshubschrauber, die Feuerwehr, die Carabinieri und die örtliche Polizei zum Unfallort. Einer der verletzten Arbeiter erlitt multiple Traumata und wurde noch am Ort von medizinischem Personal intubiert, bevor er mit dem Hubschrauber in das Policlinico di Foggia verlegt wurde. Die übrigen Verletzten mit unterschiedlich schweren Verletzungen wurden in das Krankenhaus von San Severo gebracht. Das Opfer war zum Zeitpunkt der ersten Meldungen noch nicht identifiziert. Laut Rai News lebten die Arbeiter in einer nicht genehmigten Siedlung zwischen Torremaggiore und San Paolo di Civitate. Im Fahrerhaus des Transporters fanden die Retter nur einen Strohhut als Schutz vor der Sommersonne und einige abgenutzte Arbeitsschuhe.
Mögliche Ursachen und Status der Arbeiter
Die Ermittler untersuchen noch die Umstände des Unfalls. Zu den in Betracht gezogenen Hypothesen gehört, dass der Fahrer möglicherweise plötzlich am Steuer eingeschlafen ist, wie Rai News berichtet. Die Carabinieri führen Ermittlungen durch, um den Unfallhergang zu rekonstruieren und zu verstehen, was in den Momenten unmittelbar vor dem Verlassen der Fahrbahn geschah. Rai News gibt an, dass alle Arbeiter regulär beschäftigt waren. Fanpage merkt an, dass die ersten Rekonstruktionen die Arbeiter als marokkanischer Herkunft beschrieben, andere Quellen jedoch auf eine andere Nationalität hindeuteten, was noch durch offizielle Überprüfungen bestätigt werden muss.
Forderungen der Gewerkschaften
Die CGIL und die Flai CGIL drückten ihre tiefe Trauer über das Opfer aus und forderten Aufklärung über die Arbeitsbedingungen der Arbeiter. Die Gewerkschaften verlangten zu erfahren, wer die Arbeiter beschäftigte und wer ihren Transport organisierte.
Für wen haben diese Landarbeiter gearbeitet? Hatten sie einen regulären Vertrag? Hat das Unternehmen den Transport organisiert oder an wen delegiert? Das sind die Fragen, auf die wir Antworten erwarten.
Die Gewerkschaften erklärten, dass die Verantwortung bei den Unternehmen liege, die die Arbeitskräfte einsetzen. Der Vorfall hat die Aufmerksamkeit erneut auf die Arbeits- und Transportbedingungen der Landarbeiter in der Provinz Foggia gelenkt.
Echo von 2018
Der Unfall erinnert an die Tragödien vom August 2018 in der Gegend von Foggia, als bei zwei tödlichen Unfällen am 4. und 6. August insgesamt 16 Menschen ums Leben kamen. Auch damals wurden Landarbeiter nach erschöpfenden Schichten bei der Tomatenernte unter der sengenden Sonne in Transporter gepfercht und kehrten in die Ghettos des Foggiano zurück. Die beiden Unfälle von 2018 ereigneten sich nur zwei Tage nacheinander und verschärften die Bilanz einer ohnehin gefährlichsten Zeit für den Transport von landwirtschaftlichen Arbeitskräften in der Region.
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