
TotalEnergies hält französische Spritpreisdeckel für Dauer des Nahost-Konflikts
Konzernchef Patrick Pouyanné bestätigte, dass TotalEnergies Benzin auf 1,99 Euro und Diesel auf 2,25 Euro pro Liter in Frankreich für die Dauer des Nahost-Konflikts deckeln wird, warnte aber vor Übergewinnsteuern.
Bekenntnis zu Spritpreisdeckeln
Patrick Pouyanné, Vorstandsvorsitzender von TotalEnergies, bestätigte am 29. August 2026, dass das Unternehmen die Spritpreisobergrenzen an seinen französischen Tankstellen für die Dauer des Nahost-Konflikts beibehalten wird. Die im Juli 2026 wiederaufgenommene Initiative legt Höchstpreise von 1,99 Euro pro Liter für Benzin und 2,25 Euro pro Liter für Diesel im gesamten französischen Festland fest, einschließlich ländlicher Regionen und Autobahnraststätten. TotalEnergies ist der einzige globale Ölkonzern, der während der anhaltenden regionalen Krise eine derartige Einzelhandelspreisobergrenze eingeführt hat. Pouyanné erklärte bei einem Auftritt mit France Inter, Le Monde und France Télévisions, dass Branchenkollegen die Politik des Konzerns in Frage gestellt hätten.
Ja, ich habe es gesagt: Solange der Konflikt andauert, werden wir diesen Schutz weiterhin gewähren.
Raffineriekosten und Inflation am Rohölmarkt
Die Rohölmärkte waren aufgrund der Feindseligkeiten im Persischen Golf stark volatil und trieben den Brent-Preis bis Ende August 2026 auf rund 87 Dollar pro Barrel, verglichen mit 70 Dollar pro Barrel vor Beginn des Konflikts. Französische nationale Zapfsäulendaten, die AFP am 29. August aus Regierungsunterlagen zusammenstellte, zeigten, dass alle handelsüblichen Kraftstoffe über 2 Euro pro Liter lagen. Der landesweite Durchschnitt erreichte 2,035 Euro pro Liter für SP95-E10, 2,129 Euro pro Liter für SP98 und 2,219 Euro pro Liter für Diesel. Der Verkauf von Kraftstoff unter den geltenden internationalen Preisen erhöhte die Programmausgaben von TotalEnergies von 200 Millionen Euro Ende Juni auf zwischen 250 und 300 Millionen Euro Ende August.
- SP95-E10
- 2.035 €/L
- SP98
- 2.129 €/L
- Diesel
- 2.219 €/L
- Vor dem Konflikt
- 70 $/bbl
- Ende August 2026
- 87 $/bbl
Einzelhandelsmengen und Körperschaftsteuerpflichten
Niedrigere Preise an den TotalEnergies-Tankstellen führten zu erheblichen Kundenschlangen und steigerten den Marktanteil des Unternehmens im französischen Kraftstoffeinzelhandel von seinem üblichen Niveau von 22 % auf etwa 25 %. Pouyanné erklärte, dass dieser Mengenzuwachs keinen finanziellen Gewinn erbrachte, da die Rabattmargen zu Nettoverlusten pro verkauftem Liter führten. Das Unternehmen, das in Frankreich 35.000 Mitarbeiter beschäftigt, verdoppelte seinen Nettogewinn im zweiten Quartal auf 5,4 Milliarden Dollar, gestützt durch vorgelagerte Aktivitäten. Darüber hinaus prüft TotalEnergies Investitionen in Pipeline-Infrastruktur, die die Straße von Hormus umgehen soll, um Seetransporte abzusichern. Mit Blick auf die nationale Fiskalpolitik deutete Pouyanné an, dass TotalEnergies im Jahr 2026 sowohl die französische Körperschaftsteuer zahlen werde als auch eine im Haushaltsentwurf 2027 vorgeschlagene Sonderabgabe auf Gewinne großer Unternehmen, wobei die Verbindlichkeiten wahrscheinlich mehrere hundert Millionen Euro erreichen würden.
Haltung zur Übergewinnbesteuerung
Europäische Regierungen haben über mögliche Übergewinnsteuern für Energieproduzenten diskutiert, die während des Nahost-Konflikts höhere Einnahmen erzielen. Pouyanné sprach eine explizite Warnung bezüglich etwaiger Sondersteuermechanismen aus, die auf Unternehmensrenditen abzielen. Der Vorstandsvorsitzende erklärte, dass die Einführung einer Übergewinnsteuer TotalEnergies unverzüglich dazu veranlassen würde, seine Spritpreisobergrenze abzuschaffen, ohne Möglichkeit einer Wiedereinführung.
Ich habe es klar gesagt: Wenn es irgendwo eine Besteuerung gibt, werden wir die Konsequenzen ziehen, und es wird nie wieder eine Preisobergrenze bei TotalEnergies geben.


