
ICE nimmt britischen rechten Kommentator Milo Yiannopoulos am Flughafen New Orleans wegen Visumüberziehung fest
Bundesbehörden nahmen den 41-jährigen britischen Kommentator nach einem Ausweisungsbefehl vom Juli in Gewahrsam, nachdem er zu einer Einwanderungsanhörung nicht erschienen war.
Festnahme am Flughafen New Orleans
Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE nahmen den britischen politischen Kommentator Milo Yiannopoulos am Donnerstag am Louis Armstrong New Orleans International Airport in Louisiana fest. Das Heimatschutzministerium bestätigte die Inhaftierung am Freitag und identifizierte den 41-jährigen Kommentator als nicht autorisierten Einwohner aus dem Vereinigten Königreich. Nach Angaben der Behörde reiste Yiannopoulos im Mai 2019 legal über New York City mit einem Visum in die USA ein, überschritt jedoch die erlaubte Aufenthaltsdauer. Behördenvertreter bestätigten, dass er bis zu seiner Abschiebung aus dem Land in Bundesgewahrsam bleiben werde. Yiannopoulos war nach der Festnahme zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, und aus öffentlichen Unterlagen ging nicht hervor, ob er einen Rechtsbeistand beauftragt hatte.
- Reist legal über New York City mit einem Visum in die USA ein
- Beendet die berufliche Zusammenarbeit mit dem Musiker Ye
- Einwanderungsrichter erlässt Ausweisungsbefehl nach versäumter Anhörung
- Von ICE-Beamten am Louis Armstrong New Orleans International Airport festgenommen
Versäumte Anhörung und Ausweisungsbefehl
Die Festnahme beruht auf einem formellen Ausweisungsbefehl, den ein Einwanderungsrichter am 22. Juli erlassen hatte. Gerichtsakten zufolge blieb Yiannopoulos einer Pflichtanhörung zu seinem Einwanderungsstatus fern, woraufhin der Richter in seiner Abwesenheit ein Endurteil fällte. Vertreter des Heimatschutzministeriums erklärten auf der Social-Media-Plattform X, der Kommentator habe bewusst gegen US-Einwanderungsgesetze verstoßen, indem er nach Ablauf seines legalen Status im Land geblieben sei. Bundesbehörden stellten fest, dass der britische Staatsbürger nach geltendem Einwanderungsrecht der sofortigen Abschiebung unterliege.
Yiannopoulos wurde von einem Einwanderungsrichter am 22. Juli ein endgültiger Ausweisungsbefehl erteilt, nachdem er nicht zu seiner Einwanderungsanhörung erschienen war. Er bleibt bis zur Abschiebung in ICE-Gewahrsam.
Vergangene Rhetorik zur Einwanderungsdurchsetzung
Die Inhaftierung folgt auf Jahre harter Einwanderungsrhetorik von Yiannopoulos, der sich zuvor für umfassende Durchsetzungsrazzien ausgesprochen hatte. In im Vorjahr auf X veröffentlichten Stellungnahmen befürwortete der britische Kommentator aggressive Kontrollpunkte in ganz Kalifornien, um undokumentierte Einwanderer aufzuspüren und abzuschieben. Insbesondere argumentierte er, dass jeder, der an öffentlichen Orten keinen legalen Status nachweisen könne, ohne Verzögerung sofort abgeschoben werden sollte.
Kalifornien braucht ICE-Kontrollpunkte an den Eingängen von Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Regierungsgebäuden.
Karrierekontroversen und politischer Hintergrund
Yiannopoulos erlangte erstmals vor mehr als einem Jahrzehnt internationale Aufmerksamkeit als rechter Provokateur, bekannt für Reden auf amerikanischen Universitätsgeländen. Seine Auftritte lösten häufig Proteste aus wegen aufhetzender Äußerungen gegen Transgender, Muslime und liberale Institutionen. Im Februar 2017 sagte die University of California in Berkeley einen geplanten Stopp seiner Campus-Tour ab, nachdem Demonstrationen gewalttätig geworden waren und zu Sachschäden sowie Angriffen auf zwei republikanische Studenten geführt hatten. Später im selben Jahr verlor Yiannopoulos viel von seinem Ansehen in den konservativen Medien, nachdem ein Interview aufgetaucht war, in dem er sexuelle Beziehungen zwischen erwachsenen Männern und jugendlichen Jungen verteidigte. Die darauf folgende Gegenwehr führte dazu, dass der Verlag Simon and Schuster seinen Buchvertrag kündigte, die Conservative Political Action Conference seine Einladung als Redner zurückzog und er das Breitbart News Network verließ. Obwohl er ein früher Anhänger von Donald Trump und dessen Grenzschutzmaßnahmen war, brach Yiannopoulos später mit der politischen Bewegung Trumps. Anschließend arbeitete er fast zwei Jahre lang für den amerikanischen Musiker Ye, ehemals bekannt als Kanye West, bevor ihre berufliche Beziehung 2024 endete.


