- 30.07.Masseneinreise nach Ceuta aus Marokko am 30. und 31. Juli
- 31.07.Einreise dauert an; Quellen nennen rund 80.000 Menschen, Torres nennt 80.000 bis 90.000
- 25.08.Ángel Víctor Torres zum alleinigen Koordinator (mando único) der Krise ernannt
- 18.10.Polizeieinsatz in Ceuta; 200 unbegleitete Minderjährige in Schutzeinrichtungen gebracht
Masseneinreise und die Darstellung der Regierung
Zwischen dem 30. und 31. Juli gelangten rund 80.000 Menschen von Marokko aus nach Ceuta. In einem am Sonntag, 18. Oktober, ausgestrahlten Interview bei „Salvados“ beschrieb Ángel Víctor Torres den Vorgang als eine „nicht einzudämmende Flut“. Torres, der seit dem 25. August als alleiniger Koordinator (mando único) die Reaktion der Regierung koordiniert, sagte, die Regierung habe in den Tagen zuvor einen Anstieg der Ankünfte bemerkt, aber nicht mit den 80.000 oder 90.000 Menschen gerechnet, die kamen. Im selben Interview sprach er von mehr als 140 Toten. Zudem sagte er, Miguel Ángel Pérez Triano, der frühere Regierungsdelegierte in Ceuta, sei unfair behandelt worden.
Torres beharrte darauf, dass das Ausmaß der Einreise nicht habe vorhergesehen werden können:
„Das war absolut unvorhersehbar, und absolut niemand hat vor einer solchen Größenordnung gewarnt.“
Polizeieinsatz und Rückführungen
Am Sonntag, 18. Oktober, brachte die Polizei Migranten aus mehreren Randbezirken Ceutas, darunter Los Rosales, das Industriegebiet Tarajal und die Umgebung des Aufnahmezentrums CETI. Torres berichtete, 200 unbegleitete Minderjährige seien in die Schutzeinrichtungen der Stadt gebracht worden, und 143 Erwachsene seien registriert und anschließend freiwillig nach Marokko zurückgeführt worden. Der Regierungsdelegierte David de la Encina bezifferte die Zahl der am Nachmittag aus den Randgebieten gebrachten Menschen auf rund 500 und sagte, der Einsatz werde jede Woche wiederholt, bis alle, die im Freien übernachteten, untergebracht seien. Reinigungskolonnen folgten der Polizei in jedem geräumten Bereich.
- Aus Randgebieten gebrachte Migranten (rund)
- 500 Personen
- Überstellte unbegleitete Minderjährige
- 200 Personen
- Freiwillig nach Marokko zurückgeführte Erwachsene
- 143 Personen
Daten aus dem Artikeltext
In einem Interview mit Ser Canarias sagte Torres, mehr als 12.000 Menschen seien nach Marokko zurückgekehrt, und es habe sich ausschließlich um Erwachsene gehandelt. Er schätzte, dass 90 % der Angekommenen letztlich zurückgehen würden, ein Prozess, der einige Wochen oder etwas länger dauern werde, weil sie keinen Polizeieintrag in Spanien haben wollten.
Minderjährige und die PP
Torres sagte, Priorität für unbegleitete Minderjährige sei die Familienzusammenführung in Marokko, räumte jedoch ein, dass viele von ihnen „nicht zurückkehren wollen“ und dass das Kindeswohl Vorrang habe. Er argumentierte, die eigentliche Antwort sei die Verteilung der Minderjährigen in ganz Spanien, und verwies auf 4.000 Minderjährige, die in den vergangenen zwei Jahren in andere Regionen gebracht worden seien. Er sagte, die Regierung habe 300 in Ceuta angekommene Minderjährige an von der Partido Popular (PP) regierte Gemeinschaften überstellt, und wies die Vorstellung zurück, dies erzeuge einen Sogeffekt. Torres warf der PP vor, „alle zu täuschen“, und forderte sie auf, die Wahrheit über die Rückkehr der Minderjährigen zu sagen. Er dementierte, dass das Gesetz über ausländische Minderjährige geändert werden könne, um sie nach Hause zu schicken, und wies darauf hin, dass in Spanien die Regionalregierungen die Vormundschaft über Minderjährige innehaben; zudem seien keine Minderjährigen nach Marokko zurückgekehrt.
Marokkos Rolle und die richterlichen Ermittlungen
Luis Belzuz de los Ríos, ein ehemaliger spanischer Konsul in Casablanca, sagte gegenüber La Razón, Marokko habe von der Einreise im Voraus gewusst, und nannte Rabat den „notwendigen Urheber“ des Vorgangs. Das Ausmaß der Überquerung deute auf die Schwäche der spanischen Regierung als Versuchung für Marokko hin. Pedro Sánchez sagte im Kongress, die Rückführung der Migranten wäre ohne die Hilfe Rabats „logistisch und rechtlich unmöglich“ gewesen, und La Razón berichtete, der Ministerpräsident habe Marokko wiederholt von jeder Verantwortung freigesprochen. Die Zeitung berichtete zudem, Marokko habe jede Beteiligung bestritten. Richterin María Tardón werte nach Angaben desselben Blattes weiterhin Berichte des CNI, des spanischen Geheimdienstes, aus.
Offene Fragen für Ceuta
Auf die Frage, ob eine ähnliche Einreise erneut geschehen könne, weigerte sich Torres, dies auszuschließen.
„Wenn ich das sagen könnte, wäre ich ein Wahrsager.“
Er sagte, die Ereignisse des 30. und 31. Juli müssten aufgeklärt werden, und die Regierung arbeite daran, die Grenze zu Marokko zu verstärken, die er als eine der schwächsten Grenzen der Welt bezeichnete. Anwohner, die an der Sendung teilnahmen, verlangten ein konkretes Datum, ab dem die Lage als beendet gelten könne, und erklärten, ein solches sei nicht festgelegt worden.