Tornado trifft Pomas in Südfrankreich, verletzt 39 und beschädigt 300 Häuser
Ein spätnachmittäglicher Tornado traf am 24. August 2026 das Dorf Pomas im Département Aude, ließ zwei Menschen in kritischem Zustand zurück, unterbrach die Stromversorgung Tausender und störte den Regionalflugverkehr.
Verwüstung in Pomas
Ein heftiger Tornado traf am späten Nachmittag des 24. August 2026 das Dorf Pomas, das 15 Kilometer südlich von Carcassonne im Département Aude liegt. Der Sturm zog gegen 17:20 Uhr durch die Gemeinde mit rund 1.000 Einwohnern, riss Dächer von Häusern, ließ Mauern einstürzen, kippte Fahrzeuge um und verteilte Trümmer über die angrenzenden Felder. Die örtlichen Behörden bestätigten, dass 39 Menschen verletzt wurden, zwei in kritischem Zustand und zwischen 15 und 17 Personen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, darunter eine schwangere Frau, deren Wohnhaus eingestürzt war. Im Nachbardorf Trèbes berichtete der Anwohner José Gomes, dass ein Bekannter mit Kopfverletzungen und gebrochenen Rippen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, nachdem sein Haus eingestürzt war.
Hervé Giné, der Bürgermeister von Pomas, beschrieb das schnelle Einsetzen des Wirbels:
Es geschah blitzschnell. Um 17:00 Uhr spielten noch Kinder im Jugendzentrum und bereiteten das Dorffest vor, und um 18:00 Uhr waren das Dorf und die Bevölkerung verwüstet.
Notfallmaßnahmen und Evakuierung
Einsatzkräfte evakuierten alle Bewohner von Pomas, um die strukturellen Schäden in der Gemeinde zu bewerten, wo etwa 300 Gebäude beschädigt wurden. Rund 100 Wohnhäuser erlitten schwere strukturelle Zerstörungen, und die Rettungsteams identifizierten bis Montagabend mehr als 200 betroffene Gebäude. Die Präfektur entsandte mehr als 120 Einsatzkräfte vor Ort, darunter 75 örtliche Feuerwehrleute, die von Spezialteams verstärkt wurden. Vertriebene Bewohner wurden in Notunterkünfte gebracht, die im Gemeindezentrum La Tuilerie in Pomas und in der nahegelegenen Stadt Limoux eingerichtet wurden.
Die hochrangige regionale Beamtin Marie-Hélène Bouissac kommentierte das Ausmaß der Zerstörung:
Dies ist ein außergewöhnliches Ereignis und es ist zutiefst traumatisch für alle Bewohner.
- Kinder versammeln sich im Jugendzentrum von Pomas, um das Dorffest vorzubereiten
- Tornado trifft Pomas, beschädigt rund 300 Häuser und verletzt 39 Menschen
- Behörden sagen die 3. Etappe der Vuelta a España ab und öffnen Notunterkünfte in La Tuilerie und Limoux
- Enedis meldet 7.250 Haushalte ohne Strom in den Départements Aude, Hérault und Pyrénées-Orientales
Regionale Verkehrs- und Versorgungsausfälle
Das Sturmsystem störte Verkehrsnetze und Infrastruktur in ganz Südfrankreich. Der Netzbetreiber Enedis meldete, dass bis Dienstagfrüh 7.250 Haushalte in den Départements Aude, Hérault und Pyrénées-Orientales ohne Strom waren, während etwa 1.400 Haushalte in unmittelbarer Nähe von Pomas weiterhin ohne Elektrizität blieben. Allein im Département Aude erlebten bis zu 2.800 Kunden vorübergehende Stromausfälle. Umgestürzte Äste und Trümmer erzwangen Straßensperrungen und Zugverspätungen in der gesamten Region.
Verkehrsminister Philippe Tabarot kündigte Störungen und Annullierungen an den Flughäfen von Paris, Nizza, Bordeaux, Marseille und Toulouse an. Auch Sportveranstaltungen in der Gegend wurden gestoppt, nachdem die Organisatoren die dritte Etappe des Radrennens Vuelta a España im Département Aude abgesagt hatten, nachdem schwerer Hagel die Fahrer gezwungen hatte, Schutz zu suchen.
Schwere Wetterbedingungen
Der Tornado in Pomas entstand, als sommerliche Hitzewellen in Südwestfrankreich Gewittern wichen, wo der nationale Wetterdienst Météo-France mehrere Départements unter eine orangefarbene Wetterwarnung gestellt hatte. Die Behörde verzeichnete am Montag 26.000 Blitzeinschläge im Südwesten, was ihn zum bisher aktivsten Gewittertag des Jahres machte. Die Windgeschwindigkeiten erreichten 117 Kilometer pro Stunde im Nachbardorf Arquettes-en-Val, während Social-Media-Aufnahmen die Trichterwolke über Verzeille bestätigten. Météo-France weist darauf hin, dass es in Festlandfrankreich jährlich Dutzende Tornados gibt, die meisten jedoch von geringer Intensität sind.


