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Macron sagt Vertrauen in Institutionen nach Tötung von Lyhanna und Justizversagen „auf dem Spiel“

Präsident Emmanuel Macron räumte am Mittwoch „klare Fehlfunktionen“ ein, während Frankreich unter dem Eindruck der Tötung eines elfjährigen Mädchens und der offengelegten Versäumnisse der Justiz steht, die auf frühere Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Hauptverdächtigen nicht reagiert hatte.

Am 29. Mai verschwand die elfjährige Lyhanna aus Fleurance, einer Kleinstadt im Südwesten Frankreichs. Ihre Leiche wurde am 4. Juni entdeckt. Der Hauptverdächtige, der 41-jährige Jérôme Barella, Vater einer Schulfreundin von Lyhanna, war zuvor zweimal formell der Kindesvergewaltigung beschuldigt worden, doch die Ermittlungen wurden entweder eingestellt oder ruhten. In der jüngsten Anzeige vom August 2025, in der eine Mutter berichtete, dass Barella ihre 2014 geborene Tochter zwischen September 2024 und Mai 2025 wiederholt vergewaltigt habe, wurde er nicht vernommen. Barella wurde am 1. Juni wegen Entführung und Freiheitsberaubung angeklagt. Es wird erwartet, dass die Anklage auf Mord erweitert wird. Die Ergebnisse der Autopsie, einschließlich etwaiger Hinweise auf sexuelle Übergriffe, wurden noch nicht veröffentlicht.

Öffentliche Wut und Proteste

Die Enthüllung systemischer Versäumnisse löste landesweite Empörung aus. Am 8. Juni protestierten rund 60.000 Menschen in ganz Frankreich, einige forderten den Rücktritt von Justizminister Gérald Darmanin. Die Mutter der früheren Beschwerdeführerin sagte Reportern, sie habe jeden Montag die Polizei angerufen, sei aber mit einer Anzeige wegen Belästigung bedroht worden, falls sie fortfahre. Sie kündigte an, den Staat wegen grober Fahrlässigkeit zu verklagen. Ihre Tochter, die als Rosa identifiziert wurde, hatte einen medizinischen Bericht, der die Vorwürfe stützte, dennoch fand keine Vernehmung statt.

Es ist das Vertrauen in unsere Institutionen, das auf dem Spiel steht.

Reaktion der Regierung

Präsident Emmanuel Macron sprach die Krise am 10. Juni in einer Kabinettssitzung an, räumte „klare Fehlfunktionen“ ein, mahnte aber vor „Demagogie und Hast“. Er fügte hinzu, die Nation dürfe nicht mit Geschrei auf eine Tragödie reagieren. Justizminister Darmanin entschuldigte sich für ein „gewaltiges Versagen“, lehnte aber einen Rücktritt ab. Der Premierminister räumte weiterreichende Probleme mit den Justizmitteln ein, wenn auch nicht speziell im Fall Lyhanna. Eine Verwaltungsuntersuchung durch die Inspektionen der Gendarmerie und der Justiz wurde eingeleitet; die Ergebnisse sollen bis zum 19. Juni vorliegen.

Ereignisablauf im Fall Lyhanna und Reaktionen
  1. Lyhanna verschwindet in Fleurance
  2. Hauptverdächtiger Jérôme Barella wegen Entführung angeklagt
  3. Lyhannas Leiche entdeckt
  4. ~60.000 protestieren in ganz Frankreich gegen das Justizversagen
  5. Macron spricht im Kabinett, warnt vor Vertrauensverlust in Institutionen
  6. Lyhannas Beerdigung (geplant)
  7. Ergebnisse der Verwaltungsuntersuchung erwartet

Nächste Schritte

Lyhannas Beerdigung ist für Freitag, den 12. Juni, „in strengster Privatsphäre“ geplant, so der Anwalt der Familie. In der Zwischenzeit sieht sich die Regierung wachsendem Druck ausgesetzt, rechtliche Schlupflöcher zu schließen. Macron versprach, „methodisch“ zu handeln, sobald der Verwaltungsbericht vorliegt, und kündigte gegebenenfalls Sanktionen sowie mögliche Änderungen an anhängigen Gesetzesvorhaben an. Der Verdächtige soll erneut vor dem Ermittlungsrichter in Agen erscheinen, wo die Anklage voraussichtlich auf Mord erweitert wird.

Fleurance · Paris

8 Quellen

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