
Hitzewelle in Europa fordert mindestens 1.300 Tote, Frankreich meldet 1.000 zusätzliche Todesfälle in einer Woche
Die WHO meldet 1.300 zusätzliche Todesfälle in Europa seit dem 21. Juni, während allein Frankreich in der vergangenen Woche rund 1.000 weitere Todesfälle verzeichnet.
Hitzewelle-Bilanz in Europa
Die Weltgesundheitsorganisation erklärt, dass seit dem 21. Juni mindestens 1.300 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben sind, wobei rund 150 Millionen Menschen auf dem gesamten Kontinent betroffen sind. Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte, dass Hitzewellen, die einst als historisch galten, aufgrund des Klimawandels nun ein jährliches Ereignis seien.
Europa ist der am schnellsten erwärmende Kontinent der Erde; aufgrund des Klimawandels treten Hitzewellen, die einst als historisch galten, nun jedes Jahr auf.
Er bezeichnete das Phänomen als einen stillen Killer und wies darauf hin, dass europäische Häuser, Schulen und Arbeitsplätze nicht für solche Temperaturen gebaut seien.
Frankreich unter extremem Druck
Die französische nationale Gesundheitsbehörde Santé Publique France verzeichnete seit Mittwoch rund 1.000 mehr Todesfälle im Vergleich zu den Vormonaten. Daten vom 24. Juni zeigen über 1.200 Todesfälle, und sowohl am 25. als auch am 26. Juni überstieg die tägliche Zahl 1.400. Der Basiswert von April bis Mai lag zwischen 900 und 1.000 Todesfällen pro Tag.
- 2026-06-24
- 1200 Todesfälle
- 2026-06-25
- 1400 Todesfälle
- 2026-06-26
- 1400 Todesfälle
Die Zahlen sind vorläufig und basieren auf digitalen Zertifikaten, die etwa 60 Prozent aller Todesfälle abdecken, sodass die tatsächliche Zahl wahrscheinlich höher ist. Innenminister Laurent Nunez fügte hinzu, dass seit dem 18. Juni 74 Menschen in Frankreich ertrunken seien, Todesfälle, die er direkt mit der Hitze in Verbindung brachte.
Hitze wirkt verzögert, insbesondere bei gefährdeten Personen, aber auch bei jüngeren Menschen.
Ausbreitung über den Kontinent
In Italien wurden 18 Städte (darunter Rom und Mailand) unter die höchste Wetterwarnung gestellt, und die Bewohner wurden aufgefordert, zwischen 11:00 und 18:00 Uhr im Haus zu bleiben. Deutschland verzeichnete mit 29,4 °C die höchste jemals gemessene nächtliche Tiefsttemperatur, und die Deutsche Bahn forderte die Fahrgäste auf, nicht notwendige Reisen einzuschränken. Das polnische Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft gab eine Warnung bis Montag heraus, mit erwarteten Tageshöchsttemperaturen von bis zu 42 °C und nächtlichen Tiefstwerten um 25 °C.
Wer stirbt und wo
Etwa 85 Prozent der Opfer in Frankreich waren mindestens 65 Jahre alt, und die Zahl der zu Hause Verstorbenen stieg um etwa 40 Prozent, insbesondere in der Region Paris. Die Behörden fordern mehr soziale Solidarität und Unterstützung für ältere und isolierte Bewohner. Gesundheitsministerin Rist betonte, dass Patienten mit chronischen Krankheiten die Auswirkungen wochenlang spüren könnten, was bedeutet, dass der Druck auf die Krankenhäuser auch nach einem Temperaturabfall anhalten wird.
- 65 Jahre und älter
- 85 %
- Unter 65
- 15 %
Reaktion der Regierung und wirtschaftliche Auswirkungen
Die französische Regierung hat 100 Millionen Euro für Klimaanlagen, Ventilatoren und andere Kühlgeräte für Krankenhäuser bereitgestellt. Wirtschaftliche Störungen sind bereits auf dem gesamten Kontinent sichtbar: Transport, Energieerzeugung und Lebensmittelversorgungsketten sind angespannt. Analysten stellten fest, dass extreme Wetterereignisse zu einem materiellen Risiko für europäische Unternehmen werden.


