
Frankreich ächzt unter außergewöhnlicher Hitzewelle: 20 Ertrunkene, zwei Kinder tot im Auto, Verkehr eingeschränkt
Zwei Kinder wurden tot in einem Auto in Südfrankreich aufgefunden, während eine außergewöhnliche Hitzewelle die Temperaturen auf über 40 °C steigen ließ, drei ältere Menschen nahe Bordeaux starben und seit dem Wochenende rund 20 Ertrinkungstote zu beklagen sind.
Zahl der Toten steigt
Am Montagnachmittag wurden zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren tot in einem Auto in Carpentras im Südosten Frankreichs aufgefunden. Die örtliche Staatsanwältin Hélène Mourges teilte AFP mit, die Todesursachen seien noch nicht geklärt, die Hitzewelle sei jedoch die wichtigste Hypothese. Die Mutter der Kinder wurde von den Rettungsdiensten aufgenommen und noch nicht vernommen.
Drei ältere Menschen, zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 80 und 95 Jahren, starben am Wochenende in ihren Wohnungen im Département Gironde bei Bordeaux. Die örtliche Beamtin Sophie Brocas erklärte, ihr Tod sei auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen, die durch die extremen Temperaturen verschlimmert wurden.
Die Todesursachen sind noch nicht geklärt, aber die Hitzewelle ist die wichtigste Hypothese.
Ertrinkungstote nehmen zu, als Menschen Abkühlung suchen
Seit Beginn des Wochenendes sind laut Sportministerin Marina Ferrari rund 20 Menschen ertrunken. Ein Sprecher des Zivilschutzes hatte bereits am Montag mindestens 13 Ertrinkungstote gemeldet, was auf eine rasche Verschlechterung der Lage hindeutet. Die Behörden warnten, dass die Zahl der Vorfälle direkt proportional zur Hitzewelle und der Überfüllung natürlicher Badegewässer steige.
Es hat nicht nur Folgen, bei einer Hitzewelle an unbewachten Orten schwimmen zu gehen.
Rekordtemperaturen und Warnungen
Météo-France stellte am Montag 49 der 96 Départements des französischen Festlandes unter die höchste Hitzewarnstufe – ein Rekord. Sechs weitere Départements sollten am Dienstag in die höchste Alarmstufe eintreten, während 35 Départements weiterhin unter der orangefarbenen Warnstufe blieben. Der nationale Wetterdienst beschrieb die Episode als außergewöhnlich, lang anhaltend und intensiv, mit einer Schwere, die an den August 2003 heranreichte, als 15.000 Menschen starben.
Mehrere Städte im Westen und in der Mitte Frankreichs, darunter der Atlantikhafen Saint-Nazaire, verzeichneten in der Nacht zum Sonntag die heißeste Nacht ihrer Geschichte mit einer Tiefsttemperatur von 23,2 °C. Paris verzeichnete mit 24,2 °C die heißeste Juninacht, ein halbes Grad wärmer als der bisherige Rekord von 2017. Die Vorhersagen sahen Temperaturen von über 40 °C in vielen Regionen vor, mit 43 °C in Bordeaux, 41 °C in Limoges und 39 °C in Paris.
Diese Situation wird bis Ende der Woche anhalten. Für Mittwoch und Donnerstag werden in mehr als drei Vierteln des Landes beispiellose Temperaturen erwartet.
Schulen geschlossen und Verkehr eingeschränkt
Mehr als 1.300 Schulen waren am Montag landesweit geschlossen, etwa 4.000 weitere hatten ihre Stundenpläne geändert, um die Schüler früher gehen zu lassen. In der Region Paris wurde jeder zehnte Regionalzug aufgrund von Befürchtungen über die Auswirkungen der Hitze auf Züge und die Schieneninfrastruktur gestrichen.
Île-de-France Mobilités und die Betreiber RATP und SNCF warnten für Dienstag vor Verspätungen und Ausfällen. Auf den RER-Linien C, D und E sowie auf mehreren Transilien-Linien verkehrten neun von zehn Zügen, weitere Ausfälle waren im Laufe des Tages möglich. Die Metrolinien 5, 6, 8 und 13 sowie die Straßenbahnlinien T1, T2, T5 und T6 könnten am Nachmittag ebenfalls von Verlangsamungen betroffen sein. Die Kürzungen im Verkehr wurden aus Sicherheitsgründen beschlossen, um die Infrastruktur, darunter Metallschienen und Oberleitungen, die empfindlich auf starke Hitze reagieren, sowie die Sicherheit der Fahrgäste in Waggons zu schützen, in denen die Klimaanlage möglicherweise nicht funktioniert.
Breitere europäische Hitzewelle
Die spanische Wetterbehörde Aemet gab eine rote Warnung für das Baskenland heraus, mit Höchsttemperaturen von 40 °C für San Sebastián, mehr als doppelt so viel wie der historische Durchschnitt für dieses Datum. Italien gab rote Hitzewarnungen für 12 Städte heraus, darunter Mailand, Turin, Venedig, Bologna, Florenz und Rom. Das britische Met Office warnte davor, dass eine viertägige Hitzewelle, die Süd- und Mittelengland sowie Teile von Wales betrifft, die Temperaturen auf über 39 °C treiben könnte, was einen Rekord von 35,6 °C aus den Jahren 1957 und 1976 brechen würde.
Wir beobachten Temperaturen, die 5 bis 10 Grad über dem Normalwert für diese Jahreszeit liegen, und in einigen nördlichen Gebieten mehr als 10 Grad über dem Durchschnitt.
- Drei ältere Menschen sterben in der Gironde an hitzebedingten Gesundheitsproblemen.
- Mindestens 13 Ertrinkungstote am Wochenende vom Zivilschutz gemeldet.
- Zwei Kinder tot in einem Auto in Carpentras aufgefunden; Hitzewelle ist Haupthypothese.
- 49 Départements unter roter Warnstufe; mehr als 1.300 Schulen geschlossen.
- Marina Ferrari meldet rund 20 Ertrinkungstote seit dem Wochenende.
- Météo-France warnt vor beispiellosen Temperaturen in über drei Vierteln des Landes.


