
Erdrutsche in Nepal und Tibet fordern 392 Tote – Stausee droht flussabwärts Überflutungen auszulösen
Rettungskräfte suchen in Nepal und Tibet nach über 1.400 Vermissten, nachdem gewaltige Erdrutsche mindestens 392 Menschen getötet haben. Die chinesischen Behörden warnen, dass ein drei Millionen Kubikmeter großer Stausee innerhalb von drei Tagen brechen könnte.
Verwüstung und steigende Opferzahlen im Himalaya
Am Mittwoch, dem 26. August 2026, trafen sintflutartige Schlamm- und Gerölllawinen Täler in Nepal und der benachbarten Autonomen Region Tibet. Offiziellen Angaben zufolge starben auf beiden Seiten der Grenze mindestens 392 Menschen. Nepal verzeichnete 389 Tote und 910 Vermisste, während die chinesischen Behörden drei Tote und 558 Vermisste in Tibet bestätigten. Die Gesamtzahl der Vermissten in der Region übersteigt 1.400, darunter Hunderte ausländischer Touristen, Bergsteiger und Pilger.
In Tibet setzten Einsatzkräfte mehr als 1.000 Helfer sowie Suchhunde und Drohnen ein, um die Trümmerfelder nach Überlebenden zu durchkämmen. Die Rettungsarbeiten in mehreren Gebirgstälern werden unter schwierigen Bedingungen fortgesetzt. Die Behörden betonen, dass die Opferzahlen vorläufig seien, da die Identifizierungsarbeiten noch andauern.
Stausee bedroht flussabwärts gelegene Gebiete mit Überschwemmungen
Die chinesischen Behörden gaben eine Warnung vor einem hohen Bruchrisiko innerhalb von drei Tagen für einen Stausee heraus, der sich nahe der Grenzstadt Gyirong gebildet hat. Der Rückstausee fasst ein geschätztes Volumen, das in den kommenden Tagen aufgrund anhaltender Regenfälle im oberen Einzugsgebiet drei Millionen Kubikmeter erreichen könnte. Das chinesische Ministerium für Wasserressourcen wies die regionalen Teams an, die Niederschläge zu überwachen, den Wasserzufluss zu bewerten und die flussabwärts gelegenen, durch Sturzfluten gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu identifizieren.
Staatsmedien berichteten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, dass der neu entstandene See ein hohes Bruch- und Überlaufrisiko berge. Die Katastrophenschutzbehörden auf beiden Seiten der Grenze beobachten die Wasserstände, um sich auf mögliche Flutwellen entlang des Flussnetzes vorzubereiten.
- Erdrutsche treffen Täler in Tibet und Nepal, verursachen zahlreiche Opfer und lassen Hunderte vermisst zurück
- Über 1.000 Einsatzkräfte werden mit Drohnen und Suchhunden in Tibet eingesetzt, während die Zahl der Vermissten 1.400 übersteigt
- Chinesische Behörden geben Hochrisikowarnung für einen Dammbruch des Stausees nahe der Grenzstadt Gyirong heraus
Suche nach ausländischen Reisenden und unterschiedliche nationale Opferzahlen
Ausländer machen einen großen Teil der Vermissten aus, da die Region stark von Trekking- und Pilgeraktivitäten geprägt ist. Die nepalesische Tourismusbehörde meldete, dass 667 Touristen weiterhin vermisst werden, darunter 127 nepalesische Führer und Reisende. Indische Staatsangehörige stellen mit 178 gemeldeten Vermissten die größte ausländische Gruppe. US-Behörden schätzen, dass etwa 90 Amerikaner vermisst werden, während die nepalesische Tourismusbehörde zunächst 65 nannte; drei Amerikaner konnten gerettet werden.
Die offiziellen Zahlen der verschiedenen Regierungen und der nepalesischen Meldebehörden weichen voneinander ab, während die Rettungsarbeiten fortgesetzt werden. Die ukrainische Regierung meldete 55 vermisste Bürger, verglichen mit 53 auf nepalesischen Listen. Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim erklärte, mehr als 50 Bürger seien nicht erreichbar, während die nepalesischen Tourismusstatistiken 51 verzeichnen. Die australischen Behörden meldeten 34 vermisste Staatsangehörige gegenüber 35 in Nepal, und 33 britische Staatsbürger werden noch vermisst.
- Indien
- 178 Personen
- Vereinigtes Königreich
- 33 Personen
- Singapur
- 9 Personen
- Deutschland
- 8 Personen
- Russland
- 8 Personen
- Lettland
- 6 Personen
- Südafrika
- 6 Personen
- Japan
- 5 Personen
- Neuseeland
- 5 Personen
- Frankreich
- 4 Personen
Grenzüberschreitende Einsätze und globale Zahlen
Die Erfassung ausländischer Staatsangehöriger entlang der Grenze wird durch abgelegenes Gelände und Kommunikationsausfälle erschwert. Peking meldete, dass auf der nepalesischen Seite der Grenze fast 100 chinesische Staatsangehörige vermisst werden, während die nepalesische Tourismusbehörde 24 verzeichnete. Innerhalb Tibets registrierten die chinesischen Behörden 558 Vermisste, darunter 260 Ausländer, deren genaue Staatsangehörigkeit nicht bekannt gegeben wurde.
Die kanadische Außenministerin Anita Anand erklärte auf X, dass 30 kanadische Staatsbürger und ständige Einwohner in Nepal und Tibet nicht auffindbar seien, verglichen mit 25 von den nepalesischen Behörden gemeldeten. Weitere vermisste Ausländer sind neun Bürger aus Singapur, acht aus Deutschland, acht aus Russland, sechs aus Lettland, sechs aus Südafrika, fünf aus Japan, fünf aus Neuseeland und vier aus Frankreich. Die spanischen Behörden meldeten vier vermisste Bürger, verglichen mit drei in den lokalen nepalesischen Aufzeichnungen.


