
Vier tschechische Touristen bei Kollision zwischen Katamaran und Segelboot nahe Split, Kroatien, getötet
Ein Katamaran und ein Segelboot sind am Sonntag in der Meerenge Splitska Vrata nahe Split, Kroatien, kollidiert. Dabei kamen vier tschechische Staatsbürger ums Leben, vier weitere wurden ins Krankenhaus eingeliefert.
Am Sonntag gegen 11:30 Uhr kollidierte ein Katamaran auf regulärer Route mit einem unter französischer Flagge fahrenden Segelboot in der Meerenge Splitska Vrata zwischen den kroatischen Inseln Brač und Šolta, nahe Split. Das Segelboot, das acht tschechische Staatsbürger im Alter zwischen 40 und 50 Jahren an Bord hatte, sank innerhalb weniger Minuten auf eine Tiefe von 50 bis 60 Metern.
Rettung und Bergung
Rettungsboote, Marine- und Flughafenpolizei, ein Hubschrauber sowie weitere spezialisierte Einheiten wurden unmittelbar nach der Meldung der Kollision um 11:34 Uhr entsandt. Das Nationale Zentrum für Seenotrettung in Rijeka koordinierte den Einsatz. Drei Leichen wurden am Sonntag aus dem Wasser geborgen; vier Überlebende wurden in ein Krankenhaus in Split gebracht, wo sie wegen leichter Verletzungen behandelt werden, die nicht lebensbedrohlich sind. Eine vierte Person galt zunächst als vermisst. Eine Unterwasserdrohne lokalisierte das gesunkene Segelboot später am Tag in einer Tiefe von über 50 Metern; es wurde vermutet, dass sich die vermisste Person darin befinden könnte.
Es ist eine große Tragödie. In mehr als dreißig Dienstjahren habe ich so etwas noch nicht erlebt.
Am Montagmorgen erreichten Polizeitaucher das Wrack und fanden den vierten Leichnam in der Kabine des Segelboots. Die Bergung des Wracks soll folgen, wenngleich die Tiefe den Einsatz schwierig und gefährlich macht.
- Katamaran und Segelboot kollidieren in der Meerenge Splitska Vrata nahe Split, Kroatien.
- Such- und Rettungseinsatz eingeleitet; Rettungsboote, Polizei und Hubschrauber entsandt.
- Drei Leichen geborgen; vier Verletzte in Krankenhaus in Split gebracht.
- Unterwasserdrohne lokalisiert gesunkenes Segelboot in 50-60 m Tiefe; vermisste Person wird darin vermutet.
- Polizeitaucher bergen vierten Leichnam aus der Kabine des gesunkenen Segelboots.
Sicherheitswarnungen und Ermittlungen
Die kroatischen Behörden prüfen Navigationsaufzeichnungen und befragen Zeugen; die Ursache der Kollision ist noch nicht bekannt. Der maritime Experte Jurica Gašpar, Herausgeber von Morski.hr, erklärte, Spezialisten hätten seit Jahren vor der unzureichenden Verkehrskontrolle in der Meerenge Splitska Vrata gewarnt, der verkehrsreichsten maritimen Zone an der Adria. Er fügte hinzu, dass viele kleinere Schiffe Sicherheitsregeln missachteten, indem sie direkt vor großen Schiffen kreuzten, und das Seerecht nicht immer eindeutig die Vorfahrt regle.
Leider reagieren wir erst, wenn eine solche Tragödie eintritt. Vor einigen Jahren haben wir vor den möglichen Konsequenzen der unzureichenden Verkehrskontrolle auf den meistbefahrenen Schifffahrtsrouten gewarnt.
Der tschechische Segler Marcel Mourek sagte gegenüber CNN Prima News, die Meerenge sei etwa eine halbe Meile breit, was nur sehr wenig Raum zum Manövrieren lasse. Er sagte, wenn der Katamaran mit voller Geschwindigkeit einfahre — etwa 220 Meter in zehn Sekunden —, bleibe kaum Zeit zum Reagieren.
Offizielle Reaktionen
Der kroatische Premierminister Andrej Plenković drückte den Familien der Opfer sowie dem tschechischen Premierminister Andrej Babiš sein aufrichtiges Beileid aus und wünschte den Verletzten eine baldige Genesung. Auch der kroatische Außen- und Europaminister Gordan Grlić Radman sprach sein Beileid über soziale Medien aus. Das tschechische Außenministerium bestätigte, dass es sich bei allen vier Opfern um tschechische Staatsbürger handelte; drei von ihnen stammten aus einer Gemeinde in der Region Opava.


