Kurz gefasst
TikTok hat nach eigenen Angaben eine Task Force eingerichtet und die Moderation ausgeweitet, unter anderem mit Technologie zur Bild- und Audioerkennung, nach den Unruhen in Mailand, Turin und Bologna.
Das Unternehmen entfernt nach eigenen Angaben Videos, unterbricht LIVE-Streams und sperrt Konten, die gegen die Regeln verstoßen; die Verstoßquoten lägen bislang im Rahmen früherer Zeiträume.
TikTok hat Suchbegriffe gesperrt, die zu Gewalt oder kriminellen Handlungen aufstacheln, die Autovervollständigung bei protestbezogenen Suchen deaktiviert und Suchvorschläge eingeschränkt.
TikTok hat nach eigenen Angaben einige Monetarisierungsfunktionen für LIVE-Streams im Zusammenhang mit den Protesten vorübergehend eingeschränkt, um eine wirtschaftliche Ausnutzung zu verhindern.
Reaktion des Unternehmens
TikTok verurteilt nach eigenen Angaben jede Form von Gewalt und erlaubt keine Inhalte, die zu ihr aufstacheln oder kriminelle Handlungen fördern. Die Aussagen, über die mehrere italienische Medien am 21. Oktober 2026 berichteten, folgen auf Proteste und Ausschreitungen in Mailand, Turin und Bologna. Die italienischen Vertreter des Unternehmens erklärten in einer Mitteilung, es werde eine Grenze gezogen zwischen Videos, die die Proteste dokumentieren, und solchen, die Gewalt befördern. Diese Trennung solle Information und öffentliche Debatte offenhalten und zugleich dem Missbrauch der Plattform entgegenwirken. TikTok hat nach eigenen Angaben eine Task Force eingerichtet, um diesen Ansatz in die Praxis umzusetzen.
„Wir verurteilen jede Form von Gewalt und erlauben keine Inhalte, die zu ihr aufstacheln oder kriminelle Handlungen fördern.“
Moderation und Einschränkungen bei der Suche
Die Task Force arbeitet mit einem verstärkten Moderationsaufwand, der auch Technologie zur Bild- und Audioerkennung umfasst. TikTok entfernt nach eigenen Angaben Videos, unterbricht LIVE-Streams und sperrt Konten, die gegen die Regeln verstoßen, und die Verstoßquoten lägen bislang im Rahmen früherer Zeiträume. Zudem arbeite das Unternehmen mit vertrauenswürdigen Partnern zusammen, darunter unabhängige Faktenprüfer, um neue Gefahren zu erkennen. Weitere Sicherheitsmaßnahmen sperren Suchbegriffe, die zu Gewalt oder kriminellen Handlungen aufstacheln, deaktivieren die Autovervollständigung bei protestbezogenen Suchen und schränken Suchvorschläge ein. Diese Schritte würden nach Angaben des Unternehmens fortgesetzt, während sich die Lage entwickelt; Nutzer werden aufgerufen, sich auf vertrauenswürdige Quellen zu stützen und LIVE-Streams verantwortungsvoll zu nutzen.
„Da sich die Lage entwickelt, setzen wir unsere Moderation fort, entfernen Videos, unterbrechen LIVEs und sperren Konten, die gegen unsere Regeln verstoßen.“
Monetarisierung und junge Nutzer
TikTok hat einige Monetarisierungsfunktionen für LIVE-Streams im Zusammenhang mit den Protesten vorübergehend eingeschränkt, um zu verhindern, dass die Ereignisse finanziell ausgenutzt werden. Il Fatto Quotidiano berichtet, dass Aufnahmen von Ausschreitungen, Plünderungen und Gewalt in Mailand und anderen Städten dazu beigetragen hätten, zwei an Plünderungen beteiligte Minderjährige zu identifizieren, eines davon 11 Jahre alt. Dasselbe Medium schreibt, Protestvideos seien in mehreren Ländern viral gegangen und erreichten besonders junge Nutzer. Es ergänzt, dass die Notwendigkeit wachse, die Dokumentation von Ereignissen von der Aufstachelung zur Gewalt zu unterscheiden. Der Ansatz des Unternehmens setze daher auf mehreren Ebenen zugleich an – von der Verbreitung der Videos über ihre Auffindbarkeit bis zu der Frage, wie sie Geld einbringen.
Ausmaß der Unruhen
Open beschreibt Ausschreitungen in Turin, Mailand und Bologna, wobei sich gewalttätige Aufnahmen über die Plattform verbreiten. Dem Medium zufolge will das Unternehmen verhindern, dass sein Dienst vor weiteren Unruhen mit Gewaltvideos und Inhalten überschwemmt wird, die zu Plünderungen und Raub aufstacheln. Bilder aus Mailand und anderen Städten zeigen Ausschreitungen, Plünderungen und Gewalt. Die Maßnahmen zielen darauf, die Auffindbarkeit, Weitergabe und Monetarisierung solcher Inhalte auf der Plattform zu erschweren.