
Texas richtet Jamal Howard mit Pentobarbital hin – nach gescheiterter Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee
Die texanischen Strafvollzugsbehörden haben den 46-jährigen Jamal Howard am Mittwochabend hingerichtet – neunzehn Minuten, nachdem ihm im Staatsgefängnis von Huntsville Pentobarbital verabreicht worden war.
Hinrichtung in Huntsville vollstreckt
Die Gefängnisbehörden von Texas haben den 46-jährigen Jamal Howard am Mittwochabend im Staatsgefängnis von Huntsville hingerichtet. Das medizinische Personal erklärte Howard um 20:03 Uhr Ortszeit für tot, 19 Minuten nach der Verabreichung einer tödlichen Dosis Pentobarbital. Howard war 2001 wegen des Mordes an der 42-jährigen Ladenangestellten Vicky Swartout zum Tode verurteilt worden, die er 2000 bei einem Raubüberfall in Silsbee getötet hatte, bei dem er 114 Dollar und eine Stange Zigaretten erbeutete. Vor der Injektion wandte sich Howard an die Angehörigen von Swartout, die durch ein Zeugenfenster zusahen. Er bat um Vergebung und erklärte, er sei im Frieden, bevor er mehrere schwere Atemzüge nahm, hustete und rund 30 Sekunden später aufhörte, sich zu bewegen. Howard war der siebte Mensch, der 2026 in Texas hingerichtet wurde, und der 30. in den Vereinigten Staaten.
Rechtliche Anfechtungen unter Verweis auf Pentobarbital-Risiken
Howards Anwaltsteam reichte mehrere Eilanträge ein, um das Verfahren zu stoppen, und verwies dabei direkt auf den Hinrichtungsversuch in Tennessee sieben Tage zuvor. Die Verteidiger argumentierten, die Pentobarbital-Vorräte in Texas könnten beeinträchtigt oder zersetzt sein, was dieselben Risiken berge wie im vorangegangenen Verfahren. Das texanische Berufungsgericht für Strafsachen (Texas Court of Criminal Appeals) wies ihre Anträge zweimal zurück, und der Oberste Gerichtshof der USA lehnte eine Intervention am späten Mittwochabend ab. Auch der republikanische Gouverneur Greg Abbott lehnte eine förmliche Petition ab, mit der eine 30-tägige Verschiebung beantragt worden war, um die Pentobarbital-Bestände des Bundesstaates zu prüfen. Seine Anwälte argumentierten, der Staat dürfe nicht überstürzt vorgehen, solange Fragen zum tödlichen Medikament unbeantwortet blieben.
Ich wünschte, Sie würden meine Entschuldigung annehmen, und ich wünschte, Sie würden mir vergeben.
Überleben und Genesung von Christa Pike
Der Streit um Pentobarbital folgte auf das Überleben der 50-jährigen Christa Pike in der Haftanstalt Riverbend Maximum Security Institution am 30. September 2026. Pike, die wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden war, erhielt zwei Dosen Pentobarbital, ohne dass das Mittel den Tod herbeiführte. Sie wurde in kritischem Zustand in ein Krankenhaus nach Nashville verlegt, wo Ärzte sie zunächst als hirntot einstuften und Vorbereitungen trafen, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzuschalten. Am 6. Oktober 2026 erlangte Pike unerwartet das Bewusstsein wieder und begann, mit dem anwesenden Personal zu sprechen; sie fragte, wo sie sei, und erkundigte sich nach der Familie des Opfers. Ihr Verteidiger berichtete, sie leide unter schwerer kognitiver Verwirrung, könne nicht schlucken und ihre Hände nicht bewegen und habe schwere Blasenbildungen an beiden oberen Gliedmaßen.
Am Montagabend ging man allseits davon aus, dass Christa hirntot sei und die lebenserhaltenden Maßnahmen am folgenden Tag abgeschaltet würden. Doch am Dienstag wachte Christa zur Überraschung aller auf und begann zu sprechen.
Gerichtliche Anordnungen und Beweismittel
Pike ist weiterhin mit Handschellen an ihr Krankenhausbett gefesselt, während ihr Anwaltsteam verfassungsrechtliche Klagen wegen grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung vorbereitet. Der Anästhesist aus Atlanta, Dr. Joel Zivot, wies darauf hin, dass erhebliche Unsicherheit über die langfristigen körperlichen Folgen der Chemikalien bestehe. Die Richterin des Davidson County, I'Ashea Myles, wies die Behörden von Tennessee an, alle physischen Beweismittel im Zusammenhang mit dem Verfahren zu sichern, darunter gebrauchte Spritzen, Infusionsleitungen und Chargenprotokolle der Medikamente. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die förmliche Anordnung sei unnötig, da gesetzliche Protokolle die Aufbewahrung von Beweismitteln bereits vorschrieben. Daten des Death Penalty Information Center zufolge ist Pike die einzige bekannte Gefangene des Landes, die überlebt hat, nachdem tödliche Chemikalien in den Blutkreislauf gelangt waren. Texas hat für später im Jahr zwei weitere Hinrichtungen angesetzt.
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