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Gesundheit & Bildung·vor 2 Std.

Indien blockiert Telegram vor neuer Prüfung für 2,3 Millionen Medizinanwärter nach Prüfungsleak-Skandal

Indien hat den Messaging-Dienst Telegram bis zum 22. Juni blockiert, einen Tag nach der Wiederholung seiner hart umkämpften medizinischen Aufnahmeprüfung. Die Behörden werfen organisierten Betrugsnetzwerken vor, die Plattform genutzt zu haben, um durchgestochene Prüfungsfragen zu verkaufen und Millionen angehender Ärzte zu täuschen.

Eine Prüfung mit hohem Einsatz im Zentrum eines Skandals

Indiens National Eligibility cum Entrance Test (NEET) für grundständige medizinische und zahnmedizinische Studiengänge ist eine der wettbewerbsintensivsten Prüfungen der Welt. Die ursprüngliche Sitzung Anfang Mai sahen fast 2,3 Millionen Kandidaten, die um etwa 120.000 Studienplätze an über 5.000 Prüfungszentren konkurrierten. Der immense Erfolgsdruck, verbunden mit jahrelanger Vorbereitung und erheblichen finanziellen Aufwendungen, hat eine parallele Industrie von Nachhilfezentren und, wie dieser Vorfall zeigt, kriminelle Banden hervorgebracht, die mit durchgestochenen Prüfungsfragen handeln.

Wie der Leak ablief

Kurz nach der Prüfung im Mai wurde bekannt, dass ein großer Teil des Fragebogens vorab über Telegram-Kanäle verbreitet worden war. Die Behörden sagten die Prüfung ab und leiteten Ermittlungen ein. Ein Chemie-Dozent, der an der Durchführung des Tests für die National Testing Agency (NTA) beteiligt war, wurde als mutmaßlicher Drahtzieher des Lecks verhaftet. Mindestens zwei weitere Personen in Ahmedabad wurden festgenommen, weil sie Studenten mit der falschen Versprechung von Prüfungsfragen betrogen hatten. Der Skandal löste weitreichende Proteste aus, wobei die virale Cockroach Janta Party die Forderung nach dem Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan anführte.

Beide Maßnahmen wurden im Interesse der öffentlichen Ordnung ergriffen, als Reaktion auf die organisierte Nutzung der Plattform durch Betrugsbanden, um Kandidaten zu täuschen, die an der für den 21. Juni 2026 angesetzten NEET-Wiederholungsprüfung 2026 teilnehmen.

Nationale Prüfungsagentur

Die Telegram-Sperre und die Einschränkung der Nachrichtenbearbeitung

Am 16. Juni ordnete das Ministerium für Elektronik die Internetdienstanbieter an, den Zugang zu Telegram in ganz Indien bis zum 22. Juni zu sperren, und berief sich dabei auf Artikel 69A des Informationstechnologiegesetzes. Eine zweite Anordnung zwingt Telegram, die Nachrichtenbearbeitung im Land bis zum 30. Juni zu deaktivieren. Die NTA erklärte, die Bearbeitungsfunktion habe es Administratoren ermöglicht, alte Beiträge nach der Prüfung zu ändern, die echten Fragebogen einzufügen und dabei den ursprünglichen Zeitstempel beizubehalten, was falsche Beweise für einen Leak vor der Prüfung geschaffen habe. Die Regierung hatte zuvor mehrere betrügerische Kanäle entfernt, erklärte jedoch, diese Bemühungen hätten keine Ergebnisse gebracht.

Die Regierung bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten, aber die Maßnahme war ein letztes Mittel.

Bildungsministerium
NEET-Prüfungsskandal und Telegram-Sperre
  1. Ursprüngliche NEET-Prüfung abgehalten; der Fragebogen taucht später auf Telegram auf, was zur Absage und zu Festnahmen führt.
  2. Regierung sperrt den Telegram-Zugang bis zum 22. Juni und schränkt die Nachrichtenbearbeitung bis zum 30. Juni ein.
  3. Wiederholungsprüfung für 2,3 Millionen Kandidaten in ganz Indien durchgeführt.
  4. Der Telegram-Zugang wird voraussichtlich wiederhergestellt.
  5. Die Nachrichtenbearbeitungsfunktion wird voraussichtlich wieder aktiviert.

Politische und zivilrechtliche Reaktionen

Die Sperrmaßnahme fügt sich in Indiens breitere Nutzung von Artikel 69A ein, einer Bestimmung, die die Regierung ermächtigt, den Online-Zugang aus Gründen wie Souveränität, Integrität und öffentlicher Ordnung einzuschränken. Digitalrechtler haben diese Befugnis wiederholt als Instrument zur Einschränkung der Meinungsfreiheit verurteilt, obwohl die Regierung betont, stets im Einklang mit dem Gesetz und im öffentlichen Interesse zu handeln. Der vorübergehende Charakter dieses Verbots, das auf die Integrität eines bestimmten Tests ausgerichtet ist, könnte einige Kritik entschärfen, fügt den Eingriffen Indiens gegen große globale Plattformen jedoch eine neue Dimension hinzu.

Vorbereitungen für die Wiederholungsprüfung

Vor der für den 21. Juni angesetzten Wiederholungsprüfung ergreifen die Behörden außergewöhnliche Maßnahmen, um einen erneuten Leak zu verhindern. Im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu wurden Hubschrauber der indischen Luftwaffe gesichtet, die sich darauf vorbereiteten, Prüfungsunterlagen zu den Zentren zu fliegen. Das Bildungsministerium startete eine Website, über die die Öffentlichkeit verdächtige Behauptungen oder betrügerische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem NEET melden kann. Die Behörden hoffen, dass diese Schritte in Kombination mit der Telegram-Sperre das Vertrauen in einen Prozess wiederherstellen werden, der über die Zukunft von Millionen junger Inder entscheidet.

NEET‑UG 2026: Kandidaten vs. Medizinstudienplätze
Kandidaten
2300000
Studienplätze
120000

Wettbewerb, Druck und die Wurzeln der Krise

Der harte Wettbewerb um stabile, gut bezahlte Karrieren in einem Land mit 1,4 Milliarden Menschen übt enormen Druck auf die Studenten aus. Die NEET-Prüfung ist das Tor zu einer medizinischen Laufbahn und treibt die Aspiranten dazu, Jahre und viel Geld in die Vorbereitung zu investieren. Dieser Druck befeuert auch die Nachfrage nach illegalen Abkürzungen, die kriminelle Netzwerke ausnutzen. Der Skandal hat über die Prüfung hinaus Wellen geschlagen und berührt tiefere Ängste um Chancen und Fairness im indischen Bildungssystem.

Neu-Delhi

6 Quellen

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