
Italienische Polizei untersucht Tod eines 15-Jährigen auf Hochspannungsmast in Lodi
Der 15-jährige Jacopo Trabattoni wurde auf einem Strommast in Bottedo tot aufgefunden, nachdem der Netzbetreiber Terna einen Spannungsabfall festgestellt hatte, was eine Untersuchung zu einer mutmaßlichen Social-Media-Challenge auslöste.
Entdeckung am Übertragungsmast
Am Abend des 25. September 2026 inspizierten Techniker des italienischen Stromnetzbetreibers Terna eine Hochspannungsleitung auf dem Land in der Nähe von Cascina Bottedo, die an der Grenze zwischen Lodi und Lodi Vecchio verläuft. Die Inspektion erfolgte nach einer Warnung aus der zentralen Betriebszentrale von Terna, die um 18:26 Uhr eine Anomalie und einen plötzlichen Spannungsabfall entlang der Übertragungsleitung registriert hatte. Als sie den Stahlmast erreichten, der über 20 Meter hoch in einem landwirtschaftlichen Maisfeld steht, entdeckte das Versorgungsteam den leblosen Körper des 15-jährigen Jacopo Trabattoni. Der Körper des Opfers hing an einer der unteren Halterungen des Masts. Im gleichen Zeitraum erschien Trabattonis Mutter auf der Polizeiwache in Lodi, um eine Vermisstenanzeige zu erstatten, nachdem ihr Sohn nicht nach Hause zurückgekehrt war und nicht kontaktiert werden konnte. Die Strafverfolgungsbehörden verknüpften die Vermisstenmeldung sofort mit dem Fund an der elektrischen Anlage.
Bergung und Netzsicherheitsmaßnahmen
Rettungskräfte, Einheiten der Staatspolizei und Staatsanwälte versammelten sich am Tatort, aber die Bergung der Leiche stellte erhebliche technische Schwierigkeiten dar. Feuerwehrleute konnten sich dem Bauwerk nicht sofort nähern, da Sicherheitsprotokolle das Annähern an aktive Hochspannungskabel untersagten. Das Abschalten der elektrischen Leitung erforderte spezielle Koordination, da die Infrastruktur regionale Kraftwerke und städtische Zentren versorgt. Der komplexe Einsatz dauerte die ganze Nacht, und die Feuerwehr brachte Trabattonis Leiche kurz nach 3:00 Uhr am 26. September zu Boden. Beamte sicherten den umliegenden Bereich und durchsuchten das Gelände, wobei sie Trabattonis Mountainbike im angrenzenden Maisfeld am Fuß des Masts zusammen mit anderen persönlichen Gegenständen fanden.
- Die Betriebszentrale von Terna registriert eine Spannungsanomalie entlang der Hochspannungsübertragungsleitung.
- Netztechniker finden das 15-jährige Opfer an den unteren Halterungen des Masts hängend.
- Die Mutter des Opfers meldet ihren Sohn auf der Polizeiwache in Lodi als vermisst.
- Feuerwehrleute bergen die Leiche von dem Bauwerk, nachdem die Sicherheitsmaßnahmen abgeschlossen wurden.
Handy-Beweise und Zeugenaussagen
Ermittler der mobilen Polizeieinheit von Lodi bargen das Mobiltelefon des Teenagers vom Boden unter dem Mast und beschlagnahmten das Gerät zur technischen Untersuchung. Erste forensische Überprüfungen ergaben ein Selfie-Foto, das aufgenommen wurde, als Trabattoni sich auf der Zugangsleiter des Bauwerks nahe der Spitze befand. Die Detektive prüfen auch die Aussage eines ortsansässigen Autofahrers, der den Teenager kurz vor dem tödlichen Vorfall auf der Straße in der Nähe von Cascina Paderno in Richtung des Industriegebiets von Lodi gesehen haben will. Der Zeuge sagte den Ermittlern, dass der Jugendliche regungslos quer auf der Fahrbahn lag, als ob er tot sei. Als der Autofahrer etwa 50 Meter entfernt anhielt, stand der Junge plötzlich auf und rannte davon.
Ermittlungshypothesen und Autopsie
Die Staatsanwaltschaft von Lodi leitete ein Ermittlungsverfahren zu dem tödlichen Vorfall ein und ordnete eine Autopsie an, wobei die Leiche an das Institut für Rechtsmedizin in Pavia überstellt wurde. Vorläufige medizinische Untersuchungen ergaben schwere Stromverbrennungen und körperliche Traumata, die mit dem Kontakt mit stromführenden Leitungen und einem anschließenden Sturz vereinbar sind. Die Ermittler prüfen, ob Trabattoni den Turm bestiegen hat, um extreme Fotos für eine Online-Wette oder eine Social-Media-Challenge zu machen, bevor er beim Abstieg versehentlich die Hochspannungskabel berührte. Spezialisten der Staatspolizei analysieren weiterhin die digitalen Inhalte des beschlagnahmten Mobiltelefons und überprüfen, ob während des Aufstiegs Begleiter anwesend waren.


