
17-jähriger Neffe gesteht Mord an Lehrerin nach Erbschaftsstreit; Suche nach Leiche im venezianischen Kanal geht weiter
Der 17-jährige Neffe von Chiara Guerra, einer angesehenen Mittelschullehrerin in San Stino di Livenza, hat gestanden, sie während eines Streits erstochen und ihre Leiche in einen Kanal geworfen zu haben. Ermittler vermuten, dass langjährige Spannungen um ein Erbe zwischen Guerra und ihrem Bruder die Gewalt ausgelöst haben.
Der Mord und das Geständnis
Am 11. Juni wurde die 53-jährige Literaturlehrerin Chiara Guerra während eines Streits im Holzschuppen ihres gemeinsamen Anwesens in San Stino di Livenza (Venedig) von ihrem 17-jährigen Neffen erstochen. Er benutzte später eine Schubkarre, um ihre mit einer Plane abgedeckte Leiche durch das Stadtzentrum zu transportieren und warf sie zusammen mit dem Messer in den Malgher-Kanal. Alarm geschlagen hatte eine Freundin, die sie nicht erreichen konnte. Am Samstagabend legte der Junge nach der Konfrontation mit Videoaufnahmen ein Geständnis ab. Er wies ein gebrochenes Handgelenk und Kratzer auf, behauptete jedoch zunächst, er sei gestürzt.
Der Erbschaftsstreit
Die Ermittler prüfen ein mögliches finanzielles Motiv: wiederkehrende Familienfehden um ein 5.000 Quadratmeter großes Anwesen, das Chiara Guerra und ihr Bruder von ihren Eltern geerbt hatten. Die Frau lebte allein in dem großen Bauernhaus, während die Familie des Jungen eine kleinere Villa auf demselben Grundstück bewohnte. Nachbarn erinnerten sich, dass der Junge auf die Frage nach der Polizeipräsenz sagte: „Die Tante ist nicht nach Hause gekommen, wir machen uns Sorgen.“
Suche nach der Leiche
Trotz der Suchaktionen am Sonntag wurde die Leiche bisher nicht gefunden. Am 15. Juni nahm die Feuerwehr die Arbeiten mit Tauchern, Schlauchbooten, Drohnen und dem Hubschrauber „Drago“ wieder auf und suchte den Kanal bis zur Adria ab. Staatsanwalt Pietro Montrone betonte, dass sich die Ermittlungen nicht allein auf das Geständnis stützen dürften und die Leiche gefunden werden müsse.
Wir haben weiterhin ein offenes Ermittlungsverfahren, da wir weitere Überprüfungen durchführen müssen; wir können nicht beim Geständnis stehen bleiben.
- Nachmittag: Chiara Guerra wird während eines Streits mit ihrem Neffen im Holzschuppen erstochen.
- Nacht: Der Neffe transportiert die Leiche mit einer Schubkarre und wirft sie in den Malgher-Kanal.
- Abend: Der 17-Jährige gesteht den Carabinieri nach Vorlage von Videoaufnahmen die Tat; Festnahme.
- Suche durch Taucher bleibt erfolglos.
- Suche mit Tauchern, Drohnen und dem Hubschrauber Drago wieder aufgenommen.
Schulgemeinschaft trauert
Schüler und Eltern versammelten sich mit Blumen und Bannern vor der Schule und erinnerten an Chiara Guerra als „autoritär, aber nie herrschsüchtig“ und als eine Lehrerin, die „es verstand, gehört zu werden und die Kinder respektierte“. Ihre Schüler aus dem dritten Jahr versprachen, ihre Prüfungen für sie abzulegen.


