
Tauron kündigt 17-Milliarden-Złoty-Plan für 26 Projekte an vier Kohlekraftwerken an
Der polnische Energieversorger Tauron hat am Donnerstag auf der Konferenz Energy Days in Katowice Pläne vorgestellt, bis zu 17 Milliarden Złoty in 26 Projekte an vier konventionellen Kraftwerken zu investieren.
Investitionsumfang an vier Altstandorten
Die polnische Energiegruppe Tauron hat am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, auf der Konferenz Energy Days in Katowice einen Investitionsplan von bis zu 17 Milliarden Złoty für 26 Einzelprojekte vorgestellt. Das Programm richtet sich auf die Standorte von vier konventionellen Kohlekraftwerken: Jaworzno, Siersza, Łaziska und Łagisza. Unternehmensvertreter erklärten, die ausgewählten Standorte spiegelten die Anforderungen eines sozialverträglichen wirtschaftlichen Wandels in den schlesischen Industriegebieten wider. Die Projekte sollen Taurons primären Entwicklungspfad im Bereich erneuerbare Energien ergänzen, zu dem Onshore-Windkraft und Energiespeicherung mit geplanten Investitionen von rund 3,5 Milliarden Złoty in den kommenden Jahren gehören. Die Konzernführung betonte, dass die vorgeschlagenen Gaskraftwerke, darunter Gasmotoren und Gasturbinen im offenen Zyklus, die fluktuierende Erzeugung aus erneuerbaren Energien ausgleichen und nicht direkt Kohle ersetzen sollen.
Abfallverbrennung und neue Kapazitäten in Jaworzno
Während der Konferenz unterzeichneten Tauron und die Stadt Jaworzno eine Absichtserklärung zur Entwicklung einer thermischen Abfallbehandlungsanlage am Standort des dortigen Kraftwerks. Bürgermeister Paweł Silbert unterzeichnete die Vereinbarung für die Stadt und stieß damit eine formelle Machbarkeitsstudie für das Waste-to-Energy-Projekt an. Ähnliche Abfallbehandlungsanlagen sind auch für die Kraftwerke Siersza und Łaziska geplant. Der Vizepräsident für Anlagenmanagement und Entwicklung, Michał Orłowski, erklärte, Tauron prüfe acht neue Projekte in Jaworzno mit einem Volumen von bis zu 7 Milliarden Złoty, die bis zu 1,7 GW neue Erzeugungskapazität bereitstellen könnten. Vorstandsvorsitzender Grzegorz Lot skizzierte die Anforderung des Unternehmens nach Unterstützung durch die Stakeholder während der Projektentwicklung.
Der Wandel muss gerecht und vernünftig sein, aber natürlich muss er sich auch rechnen.
- Modernisierung des 910-MW-Blocks in Jaworzno nach einer Überholung für 290 Millionen Złoty abgeschlossen
- Tauron stellt 17-Milliarden-Złoty-Plan vor und unterzeichnet Vereinbarung zum Abfallprojekt in Jaworzno
- Ausschreibungen für die Bauphase der Gas-Spitzenlastanlagen in Jaworzno sollen starten
- Konventionelle 200-MW-Blöcke erfüllen Verpflichtungen aus den Kapazitätsauktionen
- Konventionelle 200-MW-Blöcke sind bereit, in den Kapazitätsmarktauktionen anzutreten
- Angestrebter Betrieb von 2 bis 4 Jaworzno-Blöcken in Reserve neben einem neuen 630-MW-OCGT-Block
- Nominale Kapazitätsmarktförderung von 4 Milliarden Złoty für die Gasanlage in Jaworzno beginnt
Netzflexibilität und Spitzenlastkapazität
Tauron konzentriert sich auf schnell hochfahrbare Gaseinheiten, um Ausgleichsleistung bereitzustellen, während die Erzeugung aus erneuerbaren Energien im nationalen Netz wächst. Orłowski erklärte, Spitzenlastanlagen, die innerhalb von fünfzehn Minuten anlaufen können, seien notwendig, um die Systemstabilität zu wahren.
Je mehr erneuerbare Energiequellen es gibt, desto höher wird der Bedarf an Einheiten sein, die innerhalb von etwa einem Dutzend Minuten anlaufen und dann Energie produzieren können.
In Jaworzno hat das Unternehmen bereits mit den Arbeiten an einer Gas-Spitzenlastanlage begonnen, die ab 2030 rund 4 Milliarden Złoty an nominaler Unterstützung aus dem Kapazitätsmarkt gesichert hat. Derzeit vergibt das Unternehmen Aufträge für Transformatoren für das Projekt; die Ausschreibungen für den Bau sollen zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 beginnen. Nach langfristigen Plänen sollen zwei ältere Kohleblöcke in Jaworzno durch eine neue Gasturbineneinheit im offenen Zyklus mit 630 MW ersetzt werden.
Wartung der Kohleblöcke und europäische Marktregeln
Neben neuen Investitionen steuert Tauron den intensiven Betrieb seiner bestehenden konventionellen 200-MW-Kohleblöcke. Die stärkere Nutzung von Jaworzno III erhöhte die Auslastung der 200-MW-Blöcke und führte zu technischen Belastungen von Druckbauteilen und Rauchgasleitungen.
- 2025
- 15 %
- 2026
- 25 %
Als Reaktion darauf erhöhte das Unternehmen die Reparaturausgaben und bereitete eine intensivierte Wartungskampagne für die kommenden Quartale vor. Parallel dazu wurde am Montag ein Modernisierungsprogramm für den 910-MW-Block in Jaworzno im Umfang von 290 Millionen Złoty abgeschlossen, das weitgehend aus einbehaltenen Garantien aus einem früheren Vertrag mit Rafako finanziert wurde. Taurons Blöcke der 200-MW-Klasse gewannen die Kapazitätsauktionen für alle für 2027 angemeldeten Einheiten, und die Gruppe beabsichtigt, zwei bis vier Jaworzno-Blöcke bis 2029 und 2030 in Reserve zu halten. Lot zeigte sich zuversichtlich, dass Mechanismen der Europäischen Union den kommerziellen Betrieb aufrechterhalten können.
Heute sehen wir, dass es eine Chance gibt, dass es Mechanismen auf Ebene der Europäischen Union gibt, die eine Verlängerung des kommerziellen Betriebs dieser Blöcke bis 2029/30 ermöglichen könnten. Das ist unser Angebot. Jede dieser Einheiten wird bereit sein, für 2028 zu konkurrieren.

