
Filmemacher, 29, vor Lampedusa von Schlauchbootpropeller getötet – Ermittlungen eingeleitet
Cristiano Daniele Giamporcaro, ein 29-jähriger Filmemacher aus Caltanissetta, starb, nachdem ihn am 8. August vor Lampedusa ein Schlauchbootpropeller beim Freitauchen traf. Die Staatsanwaltschaft von Agrigent hat ein Ermittlungsverfahren wegen nautischen Totschlags gegen die Bootseigner, ein Ehepaar aus Mailand, eingeleitet.
Der Vorfall
Cristiano Daniele Giamporcaro, ein 29-jähriger Filmemacher aus Caltanissetta, wurde am 8. August (laut den meisten Quellen; Adnkronos berichtet vom 9. August) beim Freitauchen ohne Pressluftflasche in den Gewässern von Punta Sottile, Lampedusa, getötet. Er machte mit seiner Freundin Urlaub. Er hatte eine rote Signalboje ausgebracht, um seine Position zu markieren, wie es die Sicherheitsvorschriften für Taucher vorschreiben, und war auf einem Tauchgang zum Fischfang. Seine Freundin, die zuvor mit ihm geschwommen war, war an Land zurückgekehrt, um sich zu sonnen, als ein Schlauchboot die Gegend durchquerte. Der Propeller des Bootes traf Giamporcaro und trennte ihm fast den Arm ab. Ersten Erkenntnissen zufolge starb er wahrscheinlich an einem raschen Blutverlust, bevor der Rettungsdienst ihn erreichen konnte. Die Küstenwache barg seine Leiche mit Unterstützung eines spezialisierten Privatschiffs und der Feuerwehr kurz vor 20 Uhr. Das Schlauchboot wurde in den Hafen gebracht und einer ersten technischen Untersuchung unterzogen.
Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft von Agrigent hat ein Verfahren wegen „omicidio nautico“ (nautischer Totschlag) eingeleitet, einer Anklage nach italienischem Seerecht. Die beiden Insassen des Schlauchboots, ein älteres Ehepaar aus Mailand in den Sechzigern, wurden bereits von der Küstenwache befragt. Das Paar ist regelmäßig auf Lampedusa zu Gast, wo es lange Urlaubszeiten verbringt und sein Boot ganzjährig festmacht. Die Ermittler arbeiten daran, die Route des Bootes, seine Geschwindigkeit und vor allem den Abstand zu der roten Signalboje zu rekonstruieren, die die Anwesenheit des Tauchers unter der Wasseroberfläche markierte. Die genaue Dynamik des Zusammenstoßes bleibt unklar: Das Boot scheint die Boje vor dem Aufprall nicht bemerkt zu haben.
Das Opfer
Giamporcaro war ein ehemaliger Student des Sizilianischen Experimentellen Zentrums für Filmkunst. Im Jahr 2023 wurde sein Dokumentarfilm „La ricomparsa delle lucciole“ für die internationale Sektion des Festival dei Popoli in Florenz ausgewählt. Er hatte auch an der Summer School der Strada degli Scrittori unterrichtet. Seine Mutter, Maria Castiglione, ist ordentliche Professorin für italienische Sprachwissenschaft an der Universität Palermo und ehemalige Kulturstadträtin der Gemeinde Caltanissetta, wo sie bekannt ist. Sein Vater Ruben Giamporcaro begleitete sie am Morgen des 9. August nach Lampedusa, um die Leiche ihres Sohnes zu identifizieren. Die Universität Palermo veröffentlichte auf Facebook eine Kondolenzbotschaft, in der sie ihre Verbundenheit mit der Familie zum Ausdruck brachte.
Zeugenaussage
Eine Frau, die sich in der Bucht aufhielt, schilderte den Ermittlern die Szene. Sie erklärte, sie habe die Freundin am Ufer und Giamporcaro etwa eine Stunde lang beim Freitauchen bemerkt, zunächst seien nur die drei in der Bucht gewesen. Dann habe sie gesehen, wie die Freundin aufstand und zum äußersten Ende der Bucht ging, um nach ihm zu suchen, und sie sah ein Schlauchboot mit zwei Personen, die die Boje einholten.
Ich bemerkte das Mädchen an Land und ihn beim Freitauchen, etwa eine Stunde lang. Zuerst waren nur wir drei in der Bucht. Dann bemerkte ich, dass sie aufstand und zum äußersten Punkt ging, um nach ihm zu suchen, und ich sah ein Schlauchboot mit zwei Personen, die die Boje einholten.
Die Zeugin sagte, die junge Frau habe sich dann ins Wasser gestürzt, woraufhin die Zeugin verstand, dass etwas nicht stimmte, ihr eigenes Boot nahm und sie erreichte, während sie nahe Fischer anschrie.
Nachwirkungen
Die Leiche wurde nach Porto Empedocle überführt, wo in den kommenden Tagen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eine Autopsie durchgeführt werden soll, um die genaue Todesursache zu ermitteln. Filippo Mannino, Bürgermeister von Lampedusa und Linosa, drückte tiefe Trauer und Bestürzung aus und betonte die Verbundenheit der Gemeinschaft mit der Familie. Er appellierte an Touristen und Einwohner der Insel zu größter Vorsicht und forderte besondere Aufmerksamkeit sowohl auf See als auch an Land.
- Giamporcaro wird beim Freitauchen an der Punta Sottile (Lampedusa) von einem Schlauchbootpropeller getroffen
- Küstenwache birgt Leiche kurz vor 20:00 Uhr; Wiederbelebungsversuche scheitern
- Eltern treffen auf Lampedusa ein und identifizieren die Leiche ihres Sohnes
- Leiche nach Porto Empedocle überführt; Autopsie für die kommenden Tage angeordnet


