76-Jähriger festgenommen, nachdem Ukrainerin in Gdynia zweimal mit einem Spazierstock auf den Kopf geschlagen wurde
Ein 76-jähriger Mann wurde festgenommen, nachdem eine 40-jährige Ukrainerin in Gdynia zweimal mit einem Spazierstock auf den Kopf geschlagen worden war. Die Polizei erklärte, der Angriff scheine kein Hassverbrechen zu sein.
Der Angriff
Am Donnerstag, dem 30. Juli, gegen 15:30 Uhr, ging eine 40-jährige Ukrainerin die Stufen der Żelazna-Straße in Gdynia hinunter, als ein unbekannter Mann von hinten kam und sie zweimal mit einem hölzernen Spazierstock auf den Hinterkopf schlug. Der Angreifer floh anschließend in unbekannte Richtung. Die Frau wurde ins Städtische Krankenhaus von Gdynia gebracht, wo sie medizinisch versorgt wurde. Nach Untersuchungen wurde sie entlassen; ihr Leben war nicht in Gefahr.
Aussage des Opfers
Ein kurzes Video der verletzten Frau, die sichtlich mitgenommen und blutend auf dem Bürgersteig saß, wurde an das lokale Nachrichtenportal Trójmiasto.pl geschickt und in den sozialen Medien verbreitet. In der Aufnahme beschrieb sie den Überfall.
Ich weiß nicht, wer er war. Ich ging, und er war hinter mir. Er hat mich zweimal geschlagen.
Gefragt, womit sie geschlagen wurde, sagte sie nur, es sei „hart, furchtbar hart“ gewesen.
Ermittlungen und Festnahme
Die Polizei der Wache Gdynia Oksywie leitete Ermittlungen ein und stufte den Vorfall als Körperverletzung ein. Die Beamten sicherten Beweise und analysierten Aufnahmen. Am Samstag, dem 1. August, nahmen Kriminalbeamte der Stadtpolizei Gdynia einen 76-jährigen polnischen Mann fest, der verdächtigt wird, den Angriff verübt zu haben. Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Gdynia übernahm den Fall von Amts wegen.
Einschätzung der Polizei
Von Anfang an warnte die Polizei, dass die verfügbaren Informationen den Verdacht auf ein Hassverbrechen nicht stützten. Aspirant Marek Kobiałko, Pressesprecher der Polizei Gdynia, erklärte, der Angreifer habe keine Beleidigungen oder Beschimpfungen gegen die Frau gerufen. „Unsere bisherigen Erkenntnisse deuten nicht darauf hin, dass es sich bei dem Vorfall um eine Straftat handelte, die durch nationale Vorurteile motiviert war“, teilte die Polizei in einer Erklärung mit. Sie fügten hinzu, dass weitere Verfahrensschritte im Gange seien.
Weiterer Kontext
Der Angriff ereignete sich vor dem Hintergrund gemeldeter Gewalt gegen in Polen lebende Ukrainer. Bei einer Sitzung des Ministerrates in der Vorwoche sprach Premierminister Donald Tusk das Thema an.
Wir müssen einen entschlossenen Krieg gegen diese Gewalt führen. Pathologische Gewalt gegen Ukrainer hat politische Schirmherrschaft.
Lokale Medien haben berichtet, dass Meldungen über tätliche Angriffe auf ukrainische Staatsbürger fast täglich bei der Polizei eingehen.
- Eine 40-jährige Ukrainerin wird in der Żelazna-Straße in Gdynia zweimal mit einem hölzernen Spazierstock auf den Hinterkopf geschlagen.
- Ein Video, das die verletzte Frau auf dem Bürgersteig sitzend zeigt, verbreitet sich in den sozialen Medien.
- Die Polizei nimmt einen 76-jährigen polnischen Mann fest, der verdächtigt wird, den Angriff verübt zu haben.


