
TAS verurteilt Lazio Women zur Zahlung von 64.000 Euro an Maja Gothberg wegen Diskriminierung aufgrund von Schwangerschaft
Der Internationale Sportgerichtshof hat festgestellt, dass Lazio Women die schwedische Verteidigerin Maja Gothberg wegen ihrer Schwangerschaft entlassen hat, und spricht ihr in einem wegweisenden Urteil für den Frauenfußball eine Gehaltsentschädigung in Höhe von 64.000 Euro zu.
Das Urteil
Der Internationale Sportgerichtshof (TAS) in Lausanne verurteilte Lazio Women zur Zahlung von 64.000 Euro Entschädigung zuzüglich 5% jährlicher Zinsen an Maja Gothberg, weil das Arbeitsverhältnis aufgrund ihrer Schwangerschaft unrechtmäßig beendet wurde. Die am 24. Juni 2026 verkündete Entscheidung ist die erste, in der der TAS befunden hat, dass ein Fußballverein gegen die Mutterschutzbestimmungen der FIFA verstoßen hat.
Bei diesem Fall geht es nicht nur um Fußball, sondern darum, in einem wichtigen Moment meines Lebens mit Fairness und Respekt behandelt zu werden. Eine Schwangerschaft sollte niemals als Problem oder Grund angesehen werden, einer Spielerin Arbeitsmöglichkeiten zu verweigern.
Hintergrund
Gothberg, eine schwedische Verteidigerin, spielte in der Saison 2023/24 für Lazio Women und verhalf der Mannschaft zum Aufstieg in die Serie A. Im Sommer 2024 begannen der Verein und die Spielerin, über eine Vertragsverlängerung zu verhandeln. Obwohl kein formeller Vertrag unterzeichnet wurde, gelangte der TAS zu dem Schluss, dass die Parteien sich bereits über die wesentlichen Bedingungen geeinigt hatten. Nachdem Gothberg den Verein über ihre Schwangerschaft informiert hatte, brach Lazio die Verhandlungen ab.
Nachweis der Diskriminierung
Das Schiedsgericht stützte sein Urteil teilweise auf WhatsApp-Nachrichten, die belegten, dass der Verein zum Zeitpunkt des Rücktritts von der Schwangerschaft wusste. Der TAS stellte außerdem fest, dass Lazio Women die ärztliche Schweigepflicht verletzt hatte, indem es die Schwangerschaft vor einer offiziellen Bekanntgabe gegenüber Gothbergs Teamkolleginnen offenlegte.
Dieser Fall zeigt, dass die Mutterschutzbestimmungen der FIFA nicht nur leere Worte auf dem Papier sind, sondern einen echten Schutz für Spielerinnen bieten. Die Bedeutung dieser Entscheidung geht über den Fall Maja Gothberg hinaus und bestätigt, dass Vereine ein Arbeitsverhältnis, selbst wenn es noch nicht formalisiert ist, nicht einfach beenden können, sobald sie von einer Schwangerschaft einer Spielerin erfahren.
Reaktion des Vereins
Lazio Women akzeptierte das Urteil, betonte jedoch, dass der TAS die „außergewöhnliche Natur“ des Falls anerkannt und aufgrund fehlender Böswilligkeit keine zusätzlichen FIFA-Sanktionen verhängt habe. Der Verein wies darauf hin, dass Gothberg ihre Schwangerschaft vor Saisonbeginn und vor ihrer Ankunft im Verein mitgeteilt hatte, und behauptete, sie hätte vor Einreichung ihrer Klage die Bereitschaft des Vereins zur Fortsetzung prüfen können.
Breiterer Kontext
Der Fall reiht sich in eine Reihe von Auseinandersetzungen mit schwangeren Sportlerinnen ein, von der Volleyballspielerin Asja Cogliandro bis zur amerikanischen Sprinterin Allyson Felix. Die TAS-Entscheidung wird als Meilenstein für den Schutz schwangerer Fußballerinnen angesehen, da sie feststellt, dass selbst eine nicht unterzeichnete Vertragsverlängerung Verpflichtungen begründen kann, wenn die Schwangerschaft der Grund für den Rücktritt ist.


