
Sanae Takaichi nennt China in Regierungserklärung vor dem japanischen Parlament einen wichtigen Nachbarn
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi hat zugesagt, stabile Beziehungen zu China aufzubauen und zugleich die nationalen Positionen zu vertreten; außerdem versprach sie eine demografische Strategie bis Jahresende, nachdem die inländische Bevölkerung Japans unter 120 Millionen gefallen ist.
Diplomatische Annäherung an Peking
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi hat am Montag, dem 5. Oktober 2026, ihre allgemeine Regierungserklärung vor dem japanischen Parlament, dem Diet, abgegeben und darin den diplomatischen Kurs ihrer Regierung gegenüber Peking umrissen. In ihrer Ansprache an die Abgeordneten bezeichnete Takaichi China als wichtigen Nachbarn und verpflichtete ihr Kabinett auf den Aufbau einer konstruktiven und stabilen bilateralen Beziehung trotz anhaltender regionaler Schwierigkeiten. Sie betonte, dass ein stetiger Kontakt entscheidend bleibe, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und Japans Kerninteressen zu wahren.
China ist ein wichtiger Nachbar, und trotz der Schwierigkeiten haben wir über die Jahre eine dauerhafte Beziehung aufgebaut.
Takaichi verband ihren Aufruf zu konstruktivem Engagement mit der Betonung, dass Tokio bei grundlegenden Sicherheitspositionen keine Zugeständnisse machen werde. Japan werde seine Standpunkte entschieden vertreten und von Peking ein verantwortungsvolles Verhalten in der Region verlangen, erklärte sie.
Wir werden daran arbeiten, die Kommunikation über gemeinsame Herausforderungen sicherzustellen, den Dialog zu fördern, um unsere nationalen Interessen zu wahren, und eine konstruktive und stabile Beziehung aufzubauen.
Bilaterale Spannungen und diplomatischer Kontakt
Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens sind seit November stark belastet, als Takaichi bei einem Auftritt im Parlament andeutete, Japan könne im Falle eines Angriffs auf Taiwan eingreifen. Die chinesische Regierung, die Souveränität über Taiwan beansprucht, reagierte scharf auf diese Äußerung. Am 28. September wurde in Peking ein diplomatischer Kanal eröffnet, als der chinesische Außenminister Wang Yi Gespräche mit dem ehemaligen japanischen Außenminister Takeshi Iwaya führte. Iwaya war als Leiter einer japanischen Handelsdelegation in die chinesische Hauptstadt gereist. In ihrem Gespräch betonte Wang, die bilateralen Beziehungen müssten zur Normalität zurückkehren, und forderte Tokio auf, seine politische Haltung zu Taiwan zu korrigieren.
- Takaichi deutet an, Japan könne im Falle eines Angriffs auf Taiwan eingreifen
- Offizielle Daten verzeichnen einen Rückgang der inländischen Bevölkerung unter 120 Millionen
- Wang Yi und Takeshi Iwaya führen bilaterale Gespräche in Peking
- Takaichi hält ihre allgemeine Regierungserklärung vor dem Parlament
- Regierung soll eine umfassende demografische Strategie vorlegen
Wirtschaftlicher Druck und Fiskalpolitik
Takaichi hielt ihre Regierungserklärung ein Jahr nach ihrem Amtsantritt und verfügt weiterhin über ungewöhnlich hohe Zustimmungswerte in der Bevölkerung, während sie erheblichen wirtschaftlichen Gegenwind im Inland bewältigen muss. Die Finanzmärkte in Tokio zeigen sich anhaltend nervös angesichts der langfristigen Ausgabenpolitik der Premierministerin und der steigenden Staatsverschuldung Japans. Zudem sieht sich die Regierung mit anhaltenden Herausforderungen durch die beschleunigte Verbraucherpreisinflation, die starke Abwertung der Währung und die wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden diplomatischen Spannungen mit Peking konfrontiert. Vor dem Diet bekräftigte Takaichi die Bereitschaft ihres Kabinetts, flexibel auf wirtschaftliche Veränderungen und Marktsorgen zu reagieren, ohne jedoch konkrete fiskalische Maßnahmen zu nennen.
Demografische Krise und Innenpolitik
Takaichi lenkte die Aufmerksamkeit des Parlaments zudem auf den raschen demografischen Rückgang Japans und bezeichnete die schrumpfende Bevölkerung als eine nationale Krise, die sich still vollziehe. Offizielle Statistiken vom Juli bestätigten, dass die inländische Bevölkerung Japans erstmals seit 42 Jahren unter 120 Millionen gefallen ist. Um den langfristigen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft zu begegnen, sagte die Premierministerin zu, dass ihre Regierung noch vor Jahresende eine umfassende nationale Strategie erarbeiten und vorlegen werde.


