
T-Rex-Skelett ‚Gus‘ erzielt 50,1 Millionen Dollar bei Sotheby’s und zerschmettert Fossil-Auktionsrekord
Ein 67 Millionen Jahre altes Tyrannosaurus-Rex-Skelett namens ‚Gus‘ wurde am Dienstag bei Sotheby’s in New York für 50,1 Millionen Dollar inklusive Gebühren verkauft und übertraf damit den Stegosaurus-Rekord von 2024 von knapp 45 Millionen Dollar.
Der Auktionssaal
Sieben Bieter kämpften etwa zehn Minuten lang um eines der größten und vollständigsten Tyrannosaurus-Rex-Skelette, die je entdeckt wurden. Das erste Internetgebot lag bei 20 Millionen Dollar, danach verlagerte sich der Kampf vollständig auf Telefonleitungen. Sotheby’s-Auktionatorin Phyllis Kao, die auch den Rekordverkauf des Stegosaurus 2024 abwickelte, leitete den Saal. Als das Bieten bei 34 Millionen Dollar ins Stocken geriet, drängte Kao den Raum weiter: Die letzten vier Bieter waren alle am Telefon. Der Hammer fiel schließlich bei 50,1 Millionen Dollar, einer Summe, die die Provision des Auktionshauses von rund sieben Millionen Dollar einschließt. Der Hammerpreis allein betrug 43 Millionen Dollar. Die Identität des Gewinners wurde nicht bekannt gegeben.
Dies ist eine einmalige Gelegenheit. Sie werden keinen zweiten Gus finden.
Wo Gus herkam
Gus wurde auf einer Rinderranch im Harding County, South Dakota, ausgegraben. Eine kommerzielle Firma leitete die mehrjährige Grabung. Das Skelett ist nach Gary ‚Gus‘ Licking benannt, dem Grundstückseigentümer, auf dessen Land es gefunden wurde. Licking starb vor Abschluss der Ausgrabung. Nach US-Recht gehören Fossilien, die auf Privatgrundstücken gefunden werden, dem Grundstückseigentümer, was den Verkauf völlig legal macht. Der Erlös soll voraussichtlich zwischen der Ausgrabungsfirma und der Familie Licking aufgeteilt werden, obwohl Sotheby’s die Vereinbarung nicht bestätigt hat.
Das Exemplar
Mit einer Höhe von 3,8 Metern und einer Länge von fast 12 Metern enthält Gus 183 Originalknochen. Sotheby’s gibt an, dass das Skelett zu 61 Prozent nach Knochenanzahl und zu etwa 80 Prozent nach Knochenmasse vollständig ist. Zum Vergleich: Der berühmte T-Rex ‚Stan‘ war zu etwa 65 Prozent nach Knochenanzahl vollständig. Der gut erhaltene Schädel trägt Bissspuren von Kämpfen mit anderen Artgenossen. Der Dinosaurier lebte vor etwa 67 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit.
Der Tyrannosaurus Rex ist die ikonischste prähistorische Art im Fossilbericht, und Gus ist zweifellos eines der bedeutendsten Exemplare, die je gefunden wurden.
Ein boomender und umstrittener Markt
Dinosaurierfossilien haben wachsendes Interesse von wohlhabenden Investoren geweckt, die nach Anlagewerten suchen, die Leidenschaft mit der Aussicht auf Wertsteigerung verbinden. Der bisherige Rekord wurde von einem Stegosaurus namens ‚Apex‘ gehalten, der 2024 bei Sotheby’s für 44,6 Millionen Dollar verkauft wurde. Gus hat die Latte nun um rund 5,5 Millionen Dollar höher gelegt. Der Verkauf erneuert eine seit langem bestehende Spannung zwischen dem kommerziellen Fossilienmarkt und der Wissenschaft.
Die Preise sind völlig außer Kontrolle geraten. Kein Museum kann sich das leisten. Es wäre wünschenswert, wenn Naturkundemuseen über Anschaffungsbudgets verfügten, die mit denen von Kunstmuseen vergleichbar sind.
Wissenschaftliche Kritik
Viele Forscher lehnen Privateigentum an wissenschaftlich wertvollen Fossilien ab. Der Kern des Einwands ist der Zugang: Selbst kooperative Eigentümer, die Exemplare an Museen für Ausstellungen und Studien ausleihen, garantieren nicht den dauerhaften, uneingeschränkten Zugang, den Peer-Review und Reproduzierbarkeit erfordern. Wissenschaftler argumentieren, dass die Öffentlichkeit ein Stück ihres Naturerbes verliert und Forscher einen möglicherweise unersetzlichen Datenpunkt, wenn ein Fossil in eine Privatsammlung gelangt. Der anonyme Käufer entscheidet nun darüber, ob Gus jemals wieder von der Öffentlichkeit gesehen oder von Paläontologen untersucht werden kann.
- Stegosaurus ‚Apex‘ wird für 44,6 Millionen Dollar bei Sotheby’s verkauft und stellt den vorherigen Fossilienauktionsrekord auf.
- T-Rex ‚Gus‘ wird für 50,1 Millionen Dollar bei Sotheby’s in New York verkauft und wird zum teuersten jemals versteigerten Fossil.


