
Peruanische Journalistin und Regionalkandidatin Susy Aponte bei Wahlkampfveranstaltung in Áncash erschossen
Die peruanische Journalistin und Gouverneuratskandidatin für Áncash, Susy Aponte, wurde zwei Wochen vor den Regionalwahlen am 4. Oktober auf einem Markt in Caraz tödlich in den Kopf geschossen. Die Behörden nahmen einen venezolanischen Verdächtigen fest.
Angriff auf dem Markt von Caraz
Susy Isabel Aponte Polo, weithin bekannt als „China Polo“ und 43 oder 44 Jahre alt, befand sich auf einer Wahlkampfveranstaltung auf einem Markt im Distrikt Caraz in Áncash, als ein bewaffneter Angreifer sie am Samstag, dem 19. September 2026, gegen 12:40 Uhr Ortszeit attackierte. Die Stadt liegt in der Andenregion nördlich von Lima, wo Aponte zusammen mit Anhängern und politischen Verbündeten unterwegs war. Zeugen berichteten dem lokalen Sender RPP, dass der Angreifer sich näherte und aus nächster Nähe einen Schuss direkt auf ihren Kopf abfeuerte. Aponte wurde in das Regionale Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch kurz nach der Einlieferung ihren schweren Verletzungen. Die Polizei nahm anschließend einen venezolanischen Staatsbürger als mutmaßlichen Schützen fest, beschlagnahmte bei dem Einsatz eine Pistole und nahm ihn zum Verhör fest. Offiziellen Polizeiangaben zufolge erlitten fünf weitere Personen Schusswunden und wurden im Regionalkrankenhaus behandelt, wobei frühere Medienberichte zwischen einem und zwei verletzten Umstehenden schwankten.
- Aponte veröffentlicht ein Video, in dem sie von Todesdrohungen aus drei Gefängnissen berichtet
- Aponte nimmt an der JNE-Gouverneursdebatte für Áncash teil
- Aponte wird während eines Wahlkampfspaziergangs in Caraz erschossen und getötet
- Geplanter Termin für die Regionalwahlen in Peru
Drohungen und Ermittlungen
Aponte kandidierte für das Gouverneursamt der Region Áncash bei den für den 4. Oktober 2026 angesetzten Regionalwahlen in Peru; politische Berichte nannten ihre Kandidatur sowohl für Socios por Áncash als auch für Alianza para el Progreso. Vor ihrer politischen Kandidatur leitete sie das Nachrichtenportal China Polo Dominical, das sich auf Korruptionsvorwürfe in lokalen Gemeindeverwaltungen, der Justiz und der Nationalpolizei konzentrierte. Am 10. September 2026, neun Tage vor ihrem Tod, veröffentlichte Aponte ein Video in den sozialen Medien, in dem sie warnte, dass ihr Leben in Gefahr sei, nachdem sie Drohanrufe aus drei verschiedenen Haftanstalten erhalten habe. Während der Aufnahme erhob sie öffentlich den Vorwurf, dass der Leiter der Kriminalpolizei (Dirincri), Víctor Revoredo Farfán, ein Attentat auf sie organisiert habe, wobei die Behörden anmerkten, dass es derzeit keine Beweise gebe, die diese Behauptungen mit den Schüssen in Verbindung bringen.
Ich habe Anrufe aus drei Gefängnissen erhalten, die mich warnen, dass dieser Herr Víctor Revoredo Farfán einen Anschlag gegen mich angeordnet hat. Ich habe bereits Anzeige bei den zuständigen Behörden erstattet.
Reaktionen der Institutionen und Sicherheitsbedenken
Die Schießerei ereignete sich vier Tage, nachdem Aponte am 15. September 2026 an einer offiziellen Debatte der Kandidaten teilgenommen hatte, die von der Nationalen Wahljury (JNE) organisiert wurde. Der Mord stieß bei nationalen Politikern auf Verurteilung; die progressive Senatorin Ruth Luque bezeichnete das Attentat als äußerst ernst und forderte die vollständige Aufklärung aller Beteiligten. Die JNE gab eine offizielle Erklärung ab, in der sie die Strafverfolgungsbehörden aufforderte, die Hintergründe des Mordes aufzuklären und die Sicherheit während des Wahlkampfs zu gewährleisten.
Gewalt hat in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz. Die JNE lehnt jede Handlung ab, die das Leben, die Unversehrtheit und die persönliche Sicherheit bedroht.
Der peruanische Presserat forderte ebenfalls eine transparente Untersuchung, um das genaue Tatmotiv zu ermitteln, und betonte, dass frühere Morde an Journalisten im Land unaufgeklärt geblieben seien. Laut Polizeistatistik wurden im Jahr 2025 in ganz Peru vier Journalisten ermordet.


