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Einzelsport·vor 2 Std.

Sumo kehrt nach drei Jahrzehnten nach Paris zurück: Zweitägiges Turnier in der Accor Arena mit 62 Ringern und aufwendiger Logistik

Das erste Sumo-Schauturnier in der französischen Hauptstadt seit mehr als 30 Jahren findet am 13. und 14. Juni in der Accor Arena statt. 62 Elite-Rikishi, traditionelle Zeremonien und eine akribische Logistik sind Teil des Events.

Das Turnier

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrem letzten Besuch kehrt die Spitzenriege des japanischen Sumo an diesem Wochenende nach Paris zurück, für eine zweitägige Schauveranstaltung in der Accor Arena in Bercy. Das in Zusammenarbeit mit dem japanischen Sumoverband organisierte Event versammelt 62 Ringer aus den höchsten Divisionen, darunter Hoshoryu Tomokatsu, Onosato Daiki, Asakoryu Takuma und Wakatakakage Atsushi, der im Mai das Tokioter Großturnier gewann. Das Publikum erlebt täglich über 40 Kämpfe auf einem in der Arena errichteten Dohyō; der erste Wettkampf beginnt am Samstag um 15:45 Uhr und am Sonntag um 15:30 Uhr. Ein großes Finale zwischen den beiden Tagessiegern ist für den späten Sonntagnachmittag angesetzt und wird ab 17:20 Uhr auf France 3 übertragen.

Logistik im großen Stil

Eine 150-köpfige Delegation, darunter rund 60 Athleten, von Tokio nach Paris zu bringen, erforderte eine Operation, die mit einem Staatsbesuch vergleichbar ist. Die Ringer wurden aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen auf zwei Flugzeuge verteilt – eine Praxis, die die Organisatoren mit den Protokollen für Regierungschefs vergleichen. Die Sitzordnung folgte der strengen Hierarchie des Sports: Champions reisten in der ersten Klasse, mittlere Ringer in der Business Class und niedriger eingestufte Kämpfer in der Economy, wo sie aus Platzgründen je zwei Sitze erhielten. Im Veranstaltungsort und im Teamhotel mussten Toiletten verstärkt werden, um das Gewicht der Athleten zu tragen. Monate zuvor hatten japanische Abgesandte den Mineralstoffgehalt des Pariser Leitungswassers getestet, um sicherzustellen, dass er die aufwendigen, mit Spezialöl frisierten Haarknoten nicht beschädigt. Das Wasser wurde für geeignet befunden; wäre der Test negativ ausgefallen, hätte man Mineralwasser verwendet.

Bau des Dohyō und Transport von rituellem Salz

Zehn Tonnen Erde aus der Region Paris wurden von einem Agraringenieur analysiert, um die in Japan für den Dohyō verwendete Erde nachzubilden – den kreisförmigen Ring von 4,55 Metern Durchmesser. Die Konstruktion enthält außerdem 150 kg Sand und ebenso viel Zement. Für die in der Shinto-Tradition verwurzelten Reinigungsrituale wurden 200 kg Meersalz aus der Guérande angeliefert, ebenso wie Trommeln für die Eröffnungszeremonie.

Tradition statt Unterhaltung

Das Turnier wird von Zeremonien begleitet, die den Status des Sumo als lebendige Tradition unterstreichen. Vor den Kämpfen erklingt Trommelmusik vor der Halle. Im Inneren erleben die Zuschauer das Gürtelbinde-Ritual und die Bogenzeremonie, bei der ein Ringer einen bogensehnenlosen Bogen schwingt, um den Tag zu beenden.

Sumo muss stets als Tradition betrachtet werden. Es ist nicht nur ein Sport und es ist keine Unterhaltung.

Der Turnierveranstalter David Rothschild betonte diesen Leitgedanken gegenüber AFP. Die Nachmittagssitzungen umfassen auch spielerische Vorführungen zu den Regeln und Techniken des Sumo, die Neuankömmlingen helfen, die Tiefe dieser Kampfkunst zu verstehen.

Turnier-Zeitplan
  1. Kämpfe des ersten Tages beginnen in der Accor Arena
  2. Samstag-Finale (ca.)
  3. Nachmittägliche Vorführungen und Rituale
  4. Kämpfe des zweiten Tages beginnen
  5. Großes Finale auf France 3 übertragen
Paris

4 Quellen

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