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Israel erklärt Südlibanon zur 'Kampfzone': Evakuierungsbefehle lösen Panik aus, Kämpfe eskalieren

Das israelische Militär hat große Teile Südlibanons zur 'Kampfzone' erklärt und die Bewohner aufgefordert, nördlich des Flusses Sahrani zu fliehen. Dies löst Panik und massive Verkehrsstaus aus, während die Kämpfe mit der Hisbollah trotz eines offiziellen Waffenstillstands eskalieren.

Dramatische Ausweitung der Kriegszone

Das israelische Militär hat seinen Operationsbereich im Südlibanon dramatisch ausgeweitet und das gesamte Gebiet südlich des Flusses Sahrani zur 'Kampfzone' erklärt und die Bewohner aufgefordert, sofort zu evakuieren. Der Fluss verläuft etwa 40 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze und markiert eine deutliche Ausdehnung nach Norden. Ein israelischer Militärsprecher warnte in einer arabischsprachigen Videobotschaft auf X die Bewohner, sich von der Infrastruktur der Hisbollah fernzuhalten, und erklärte, die Armee bereite sich darauf vor, 'mit äußerster Härte' gegen die Miliz vorzugehen.

Die israelische Armee bereitet sich darauf vor, mit äußerster Härte gegen die Miliz vorzugehen.

Israeli military spokesperson

Panik und Flucht unter Zivilisten

Die Evakuierungsbefehle, die erstmals die Küstenstadt Tyrus und die Stadt Nabatieh einschlossen, lösten weit verbreitete Panik aus. Augenzeugen berichteten, dass Bewohner zum Strand in Tyrus flohen, nachdem die örtlichen Behörden sie in das Stadion der Stadt verwiesen hatten, da die Notunterkünfte bereits überfüllt waren. Auf den Straßen, die nach Norden in Richtung der Hauptstadt Beirut führten, bildeten sich lange Staus. Das israelische Militär hatte zuvor Evakuierungsaufrufe für mehr als 50 Orte herausgegeben, darunter erstmals Gebiete nördlich des Litani-Flusses.

Bodenoffensive dringt über die 'gelbe Linie' vor

Die israelische Armee gab am Dienstag bekannt, dass sie ihre Operationen über die sogenannte 'gelbe Linie' hinaus ausweiten werde, eine Demarkation etwa zehn Kilometer innerhalb des libanesischen Hoheitsgebiets, die Israel als Pufferzone errichtet hatte. Israelische Truppen sind Berichten zufolge nun nördlich dieser Linie und teilweise über den Litani-Fluss vorgedrungen. Die Hisbollah berichtete von Zusammenstößen mit israelischen Soldaten nördlich der 'gelben Linie' nahe Nabatieh. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Israel sichere 'strategische Positionen' und verstärke die Pufferzone entlang der Grenze.

Israel sichert strategische Positionen und verstärkt die Pufferzone entlang der Grenze.

Schwere Opfer und Luftangriffe

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden am Dienstag bei Luftangriffen mindestens 31 Menschen getötet und rund 40 verwundet. Unter den Toten waren vier Kinder und drei Frauen. Besonders schwer getroffen wurde die Stadt Burj al-Shamali nahe Tyrus, wo es 14 Todesopfer gab. Dies folgte auf einen Luftangriff auf das Dorf Mashghara im Ostlibanon, bei dem am selben Tag zwölf Menschen getötet wurden. Das libanesische Gesundheitsministerium berichtet, dass seit Ausbruch des Krieges Anfang März 3.269 Menschen getötet und fast 10.000 verwundet wurden. Die israelische Luftwaffe führte über Nacht mehr als 100 Angriffe durch, die Waffenlager der Hisbollah, Kommandozentralen und Abschussrampen zum Ziel hatten, und meldete am Dienstag mehr als 150 getroffene Hisbollah-Ziele in der Umgebung von Tyrus, Nabatieh und der Bekaa-Ebene.

Ein Waffenstillstand nur auf dem Papier

Ein von den USA vermittelter Waffenstillstand ist offiziell seit Mitte April in Kraft, aber die Kämpfe haben sich in den letzten Tagen dramatisch verschärft. Das Abkommen erlaubt Israel defensive Maßnahmen gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe, verbietet jedoch offensive Operationen auf libanesischem Gebiet. Beide Parteien beschuldigen sich gegenseitig der Verstöße gegen die Bedingungen. Die Hisbollah, die direkte Verhandlungen mit Israel ablehnt, lehnt das Abkommen offen ab und hat ihre Angriffe, einschließlich des Einsatzes von Sprengdrohnen, verstärkt. Israelische Medien berichten, dass die Hisbollah nun faseroptische Drohnen einsetzt, die immun gegen Störsender sind und Ziele in größeren Entfernungen angreifen können. Im Norden Israels heulten Sirenen, nachdem Sprengdrohnen aus dem Libanon das Gebiet getroffen hatten.

Der Evakuierungsbefehl für die Bewohner von Tyrus ist ein Zeichen dafür, dass die israelische Armee den Umfang ihrer Operationen ausweiten will.

Lebanese security circles

Internationale Besorgnis und Haltung der USA

Nach israelischen Medienberichten haben die USA eine Ausweitung der israelischen Operationen gebilligt, aber vor groß angelegten Angriffen auf Beirut gewarnt. Die libanesische Armee, die nicht Partei des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah ist, meldete, dass ein weiterer ihrer Soldaten bei einem Angriff nahe Nabatieh getötet wurde, der zweite solche Todesfall in dieser Woche.

Zeitleiste der Eskalation: Israel-Hisbollah-Konflikt (Mai 2026)
  1. Israelischer Luftangriff tötet 12 Menschen in Mashghara, Ostlibanon; Israel kündigt Ausdehnung über die 'gelbe Linie' hinaus an
  2. Israel erklärt Gebiet südlich des Sahrani-Flusses zur 'Kampfzone'; Evakuierungsbefehle für Tyrus und Nabatieh
  3. Mindestens 31 Tote bei Luftangriffen am Dienstag; israelische Truppen rücken nördlich des Litani-Flusses vor
  4. Hisbollah setzt faseroptische Drohnen ein; Sirenen heulen im Norden Israels
Tyrus · Nabatieh · Beirut

8 Quellen

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