
Südkorea enthüllt 1,4-Billionen-Dollar-Plan für KI-Chips mit Samsung und SK Hynix im Zentrum
Präsident Lee Jae Myung verknüpfte sein Vermächtnis mit einem Jahrzehnt-Vorhaben zur Verdopplung der Speicherchip-Kapazität, gestützt auf Zusagen von Samsung und SK Hynix im Wert von 3.200 Billionen Won.
Die südkoreanische Regierung präsentierte am 30. Juni 2026 einen gigantischen Investitionsplan, der das Land als führend in der für künstliche Intelligenz essenziellen Speicherhalbleitertechnologie festigen soll. Das Vorhaben, das Präsident Lee Jae Myung als „großen Sprung nach vorn“ bezeichnete, um „im KI-Krieg zu überleben“, vereint öffentliche und private Mittel für Chipfabriken, KI-Rechenzentren und Energieinfrastruktur.
Das Ausmaß des Engagements
Im Kern stehen zwei Projekte, die Industrieminister Kim Jung-kwan und Wissenschaftsminister Bae Kyung-hoon vorstellten. Ein erstes Paket von 800 Billionen Won (455 Milliarden Euro) umfasst vier hochmoderne Chipfabriken – je zwei von Samsung Electronics und SK Hynix – sowie die dazugehörige Infrastruktur im Südwesten. Weitere 1.000 Billionen Won (568 Milliarden Euro) sind für KI-Rechenzentren vorgesehen, um bis 2035 eine nationale Gesamtkapazität von 10 Gigawatt zu erreichen. Zusammen haben die beiden Unternehmen laut Reuters bereits 3.200 Billionen Won (2,07 Billionen Dollar) zugesagt, wenn zuvor angekündigte Projekte eingerechnet werden.
- Chipfabriken
- 800 Billionen Won
- KI-Rechenzentren
- 1000 Billionen Won
Die nationalen Champions
Samsung und SK Hynix beherrschen bereits den Markt für High-Bandwidth-Memory (HBM), der KI-Prozessoren von Hyperscalern und Geräteherstellern wie Apple beliefert. Präsident Lee, flankiert von den Chefs der Unternehmen, stellte die Investition als Abkehr von den historisch vorsichtigen Kapazitätszyklen der Branche dar. „Dank dessen werden wir eine überwältigende Marktführerschaft und einen entscheidenden technologischen Vorteil im Speicherchipsektor behaupten“, sagte Minister Kim.
Überangebotsängste und Analystenvorsicht
Nicht alle sind überzeugt, dass der Boom anhalten wird. Morningstar-Analystin Jing Jie Yu warnte, dass Chipfabriken Jahre für Bau und Hochlauf benötigen, sodass ein Großteil der neuen Kapazitäten erst im nächsten Jahrzehnt verfügbar sein wird.
Der Speicherzyklus hat historisch Überkapazitäten bestraft, und der Erfolg des Plans hängt davon ab, ob die KI-Investitionen im derzeitigen Tempo fortgesetzt werden.Wir sehen die Speicherpreise weiterhin als Funktion von Angebot und Nachfrage, und die beschleunigten Investitionen im nächsten Jahrzehnt erhöhen das Risiko eines langfristigen Überangebots weiter.
Energie- und Immobilien-Nebeneffekte
Um die Expansion mit Strom zu versorgen, erwägt die Regierung laut Bloomberg auch, die Bauzeiten für Kernreaktoren von den üblichen neun auf zehn Jahre zu verkürzen. In der Zwischenzeit wurden die Beschränkungen für Immobilien in Bezirken nahe Chip-Zentren wie Hwaseongs Dongtan und Yongins Giheung verschärft, nachdem die Hauspreise aufgrund spekulativer Käufe im Zusammenhang mit dem Halbleiterboom sprunghaft angestiegen waren.
Ein Spiel um Souveränität
Über die Wirtschaft hinaus wird KI von Beamten als Frage der nationalen Souveränität betrachtet, die von Autos über Bildung bis hin zu Gesundheitswesen und Verteidigung reicht. Der Sektor wuchs um 47 % im Jahresvergleich, und Gartner prognostiziert für 2026 einen globalen Markt von 2,6 Billionen Dollar. Südkorea wettet darauf, dass seine Speicherchip-Dominanz in ein breiteres KI-Ökosystem umgewandelt werden kann, das mit den USA, China und Taiwan konkurriert.


