
Vietnamesisches Frachtschiff sinkt nahe der Spratly-Inseln, 17 bis 23 Vermisste und 39 bis 45 Gerettete bei laufender Suche
Die Rettungsarbeiten im Südchinesischen Meer dauern an, nachdem das vietnamesische Frachtschiff Khoi Nguyen 18 am Freitag nahe dem Yongshu-Riff gesunken ist. Unterschiedliche offizielle Angaben beziffern die Zahl der Vermissten auf 17 bis 23, während 39 bis 45 Besatzungsmitglieder gerettet wurden.
Untergang und Notlage
Behörden der chinesischen Inselprovinz Hainan teilten mit, dass das unter vietnamesischer Flagge fahrende Frachtschiff Khoi Nguyen 18 mit 62 Menschen an Bord am Freitagabend nahe dem Yongshu-Riff im Südchinesischen Meer gesunken sei. Das knapp 70 Meter lange Schiff mit einer Tragfähigkeit von bis zu 999 Tonnen sei in schlechtes Wetter geraten, so ein Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums. Alle an Bord waren vietnamesische Staatsangehörige. Die chinesischen Behörden wurden erst am Samstagabend, rund 24 Stunden später, auf den Notfall aufmerksam, als eine Notfackel gesichtet wurde. Es war zunächst nicht klar, welche Ladung das Schiff zum Zeitpunkt des Untergangs transportierte.
Notfackel und Rettungsbemühungen
Der staatliche Sender CCTV teilte mit, dass die Khoi Nguyen 18 in der Nähe des Atolls, das China als Fiery Cross Reef bezeichnet, in Schwierigkeiten geriet. Das chinesische Rettungsschiff Nanhai Jiu 115 entdeckte nach Angaben von Xinhua kurz vor 18:30 Uhr am Samstag (10:30 GMT) eine Notfackel des Schiffes. China entsandte sechs Schiffe und einen Rettungshubschrauber in das Gebiet, während Vietnam ein Schiff zur Unterstützung schickte. Die Retter zogen Überlebende aus dem Wasser, doch die genaue Zahl der Geretteten und Vermissten unterscheidet sich in drei offiziellen Berichten.
Widersprüchliche Zahlen
Es liegen drei verschiedene offizielle Angaben vor. Der chinesische Sender CGTN berichtete von 44 Geretteten und 18 Vermissten. Xinhua hatte in einer früheren Version mitgeteilt, dass 39 Menschen gerettet worden seien und 23 noch vermisst würden. Ein Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums, zitiert von N-tv, sagte, 45 Besatzungsmitglieder seien mit chinesischer Hilfe gerettet worden, 17 würden noch vermisst. Die gemeinsame Suche von sechs chinesischen Schiffen, einem Hubschrauber und einem vietnamesischen Schiff dauerte den ganzen Sonntag unter rauer See an, was die Arbeiten erschwerte. Die Zahlen könnten sich im Laufe der Operation ändern.
- Ein weiteres vietnamesisches Schiff sinkt nahe der Spratly-Inseln; 33 gerettet, drei vermisst.
- Khoi Nguyen 18 sinkt nahe dem Yongshu-Riff mit 62 Menschen an Bord.
- Chinesisches Rettungsschiff Nanhai Jiu 115 entdeckt Notfackel der Khoi Nguyen 18.
- Suche läuft; 39–45 gerettet, 17–23 vermisst. Sechs chinesische Schiffe, ein Hubschrauber und ein vietnamesisches Schiff beteiligt.
Zweiter Untergang erhöht die Zahl
Bei einem weiteren Vorfall am Freitag sank ein weiteres vietnamesisches Schiff nahe der Spratly-Inseln. Vietnamesische Staatsmedien berichteten, dass 33 Besatzungsmitglieder gerettet wurden, während drei noch vermisst werden. Beide Unglücke ereigneten sich bei rauer See und schlechtem Wetter, was die gefährlichen Bedingungen für Schiffe in der stark befahrenen Wasserstraße unterstreicht. Der Name des zweiten Schiffes wurde nicht bekannt gegeben.
Territorialer Hintergrund
Das Südchinesische Meer ist eine der wichtigsten Seerouten der Welt, über die mehr als 60 Prozent der weltweit verschifften Güter transportiert werden. Die Spratly-Inseln, ein Archipel aus mehr als 100 kleinen Inseln und Riffen, zu dem auch das Yongshu-Riff gehört, werden ganz oder teilweise von China, Vietnam, den Philippinen, Taiwan, Malaysia und Brunei beansprucht. China hat dort künstliche Inseln errichtet und seine Außenposten militarisiert, wobei es ein Urteil des Ständigen Schiedshofs in Den Haag von 2016 ignorierte, das seine Ansprüche für rechtlich unbegründet erklärte. Trotz der langjährigen Territorialstreitigkeiten kam es bei der Rettungsaktion zu einer seltenen Zusammenarbeit zwischen chinesischen und vietnamesischen Kräften.


