
Eröffnung von Stuttgart 21 auf 2031 verschoben, Kosten steigen um weitere Milliarden
Die Deutsche Bahn rechnet nun damit, dass der unterirdische Bahnhof Stuttgart 21 Ende 2031 in Betrieb geht, fünf Jahre später als geplant, wobei die Kosten voraussichtlich um weitere 2–3 Milliarden Euro steigen.
Projekthistorie
Seit Mitte der 1990er Jahre ist Stuttgart 21 als Umbau des Stuttgarter Eisenbahnknotens geplant. Die Eröffnung des Projekts wurde immer wieder verschoben, und die Kosten sind von einer ersten Schätzung von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr 1995 auf etwa 11,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 explodiert. Der Bau begann im Februar 2010 und löste massive Proteste aus, die am 30. September 2010 im Polizeieinsatz des „Schwarzen Donnerstags“ gipfelten. Bei einem Volksentscheid im Jahr 2011 sprachen sich 58,8 % der Wähler für eine weitere Finanzierung durch das Land aus.
- Erste Skizze und Raumordnungsverfahren gestartet
- Machbarkeitsstudie abgeschlossen; Kostenschätzung rund 2,5 Milliarden Euro
- Ingenhoven-Architekten gewinnen internationalen Wettbewerb
- Baugenehmigung für den Hauptbahnhof erteilt
- Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet; Kosten bei 3 Milliarden Euro plus 1,5 Milliarden Euro Puffer, Eröffnung für 2019 geplant
- Baubeginn
- Proteste eskalieren: 'Schwarzer Donnerstag' mit Wasserwerfern und vielen Verletzten
- Volksentscheid: 58,8 % stimmen für Fortsetzung der Landesfinanzierung
- Kostenrahmen auf 6,5 Milliarden Euro erhöht, Fertigstellung auf 2021 verschoben
- Kostenrahmen auf 8,2 Milliarden Euro festgelegt, Fertigstellung auf 2025 verschoben
- Gesamtkosten auf 9,15 Milliarden Euro plus 640 Millionen Euro Puffer geschätzt
- Kosten steigen um 1,7 Milliarden Euro auf rund 11 Milliarden Euro
- Projektkosten bei 11,3 Milliarden Euro; geplante Eröffnung 2026 gestrichen
- Bahnchefin Palla informiert Partner bei Lenkungsausschusssitzung über neues Ziel 2031
Neue Verzögerung bis 2031
Die Deutsche Bahn geht nun davon aus, dass der neue unterirdische Bahnhof erst Ende 2031 in Betrieb gehen wird, fünf Jahre später als das bisherige Ziel. Bahnchefin Evelyn Palla informierte am Mittwoch den Verkehrsausschuss des Bundestages und nannte die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens als weitaus schwieriger als erwartet, eine unzureichende Reife der Planungsprozesse sowie Probleme mit einem technischen Gebäude. Medienberichte verweisen zudem auf Schwierigkeiten mit dem Notstromkonzept und über 1.000 Kilometer falsch verlegter Kabel, die weitgehend ersetzt werden müssen.
Ich möchte nicht, dass wir jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen.
Politischer Druck
Bei einer heutigen Sitzung des Lenkungsausschusses steht Palla vor schwierigen Fragen der Projektpartner. Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat einen verlässlichen Zeitplan gefordert. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) rief zu einer „rücksichtslosen Offenlegung des Projektstands“ auf und bestand darauf, dass der Fernwanderweg von den Gleisen in die Stadt zu einem Kurzstreckenwanderweg werden müsse.
Der Fernwanderweg von den Gleisen in die Stadt muss zu einem Kurzstreckenwanderweg werden.
Kostenexplosion
Die Verlängerung der Bauzeit wird voraussichtlich zu noch höheren Kosten führen. Die Stuttgarter Zeitung berichtete unter Berufung auf informierte Kreise von Zusatzkosten zwischen zwei und drei Milliarden Euro. Der letzte offizielle Wert lag bei rund 11,3 Milliarden Euro. Allerdings sind die Projektpartner (Land, Stadt und Region) aufgrund eines Gerichtsurteils nicht für Kosten haftbar, die über die Finanzierungsvereinbarung von 2009 hinausgehen, die ihren Anteil auf rund 4,5 Milliarden Euro begrenzt. Die Deutsche Bahn muss alle weiteren Mehrkosten allein tragen.
- 1995
- 2.5 Mrd. €
- 2009
- 4.5 Mrd. €
- 2013
- 6.5 Mrd. €
- 2018
- 8.2 Mrd. €
- 2022
- 9.79 Mrd. €
- 2023
- 11 Mrd. €
- 2025
- 11.3 Mrd. €

