Ehemaliger ETA-Flüchtling 'Txistu' überlebt Erdbeben in Venezuela, das seine Frau, eine spanische Staatsangehörige, tötet
Ein Doppelerdbeben in Venezuela tötete mindestens 164 Menschen, darunter Alazne Solabarrieta, eine Spanierin baskischer Abstammung. Ihr Ehemann, Luis María Olalde Quintela, alias Txistu, ein ehemaliges ETA-Mitglied, das von der spanischen Justiz gesucht wird, wurde lebend gerettet.
Das Erdbeben
Am Mittwochabend erschütterten zwei schwere Erdbeben den Norden Venezuelas. Das erste hatte eine Stärke von 7,2, gefolgt 40 Sekunden später von einem Beben der Stärke 7,5. Die geringe Tiefe verursachte schwere Schäden, insbesondere in der Küstenstadt La Guaira und Teilen von Caracas. Gebäude stürzten ein, darunter die Wohnung von Alazne Solabarrieta und ihrem Ehemann. Die Rettungsarbeiten begannen sofort.
- Zwei Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 erschüttern den Norden Venezuelas.
- Spanisches Außenministerium bestätigt zwei spanische Todesfälle und 80 Vermisste.
- Leiche von Alazne Solabarrieta in San Bernardino gefunden; Txistu gerettet.
- Venezolanische Behörden melden mindestens 164 Tote und 971 Verletzte.
Spanische Opfer
Das spanische Außenministerium bestätigte den Tod von zwei spanischen Staatsangehörigen, darunter Alazne Solabarrieta Lecea, 65 Jahre alt. Ihre Leiche wurde am Donnerstagnachmittag aus den Trümmern geborgen. Weitere 80 spanische Staatsbürger bleiben laut Ministerium vermisst. Der Fahrer der spanischen Botschaft, ein venezolanischer Staatsbürger, starb ebenfalls mit seiner Frau und zwei Töchtern.
Der ETA-Flüchtling
Solabarrietas Ehemann, Luis María Olalde Quintela, bekannt als Txistu, überlebte den Einsturz und wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Txistu, 68, ist ein ehemaliges Mitglied der baskischen Separatistengruppe ETA. Er floh 1979 aus Spanien, nachdem er als Teil des Urola-Kommandos identifiziert worden war, das 1979 einen Angriff auf ein Fahrzeug der Guardia Civil verübt hatte, bei dem drei Menschen getötet wurden. Die spanischen Behörden führen ihn immer noch als Flüchtling, und ein Auslieferungsersuchen an Venezuela wurde 2003 abgelehnt. Seitdem lebt er ungehindert in Caracas.
Familienbande
Das Opfer war die Enkelin von José María Solabarrieta, Bürgermeister von Ondarroa während der Zweiten Spanischen Republik, der nach Venezuela ins Exil ging. Sie war eine Cousine von María Esther Solabarrieta, der Frau des ehemaligen PNV-Senators Iñaki Anasagasti. Anasagasti, selbst in Venezuela geboren, bestätigte den Tod im spanischen Fernsehen.
Eine Cousine meiner Frau, Enkelin des nationalistischen Bürgermeisters von Ondarroa während der Republik, ist gestorben. Ihr Ehemann kam glücklicherweise unverletzt heraus, wenn auch mit Prellungen.
Offizielle Reaktionen
Der spanische Außenminister José Manuel Albares erklärte, dass die Botschaft und das Konsulat in Caracas voll einsatzbereit seien und Notrufleitungen zur Verfügung stünden. Die baskische Regierung sprach ihr Beileid aus, und Lehendakari Imanol Pradales bekundete seine Solidarität mit dem venezolanischen Volk. Die venezolanische Präsidentin Delcy Rodríguez meldete mindestens 164 Tote und 971 Verletzte, wobei die Zahlen voraussichtlich noch steigen werden.


