
SYRIZA-Pressesprecher: Nur die Parlamentsfraktion kann ausgeschlossene Abgeordnete wieder aufnehmen
Christos Giannoulis widersprach am Samstag einer Entscheidung des Zentralkomitees und bestand darauf, dass nur der Vorsitzende und die Parlamentsfraktion einen ausgeschlossenen Abgeordneten wieder einsetzen können.
Der Kernstreit
Der SYRIZA-Pressesprecher Christos Giannoulis zog am Sonntagmorgen in einem Interview mit Action 24 eine klare verfahrenstechnische Grenze: Das Zentralkomitee kann nicht allein darüber entscheiden, einen ausgeschlossenen Abgeordneten in die Parlamentsfraktion zurückzuholen. Seine Äußerungen stellten sich direkt gegen die Ereignisse der Sitzung des Zentralkomitees am Samstag. Giannoulis bezeichnete das Vorgehen des Komitees als Versuch, eine Entscheidung zu ersetzen, die die Satzung ausschließlich dem Vorsitzenden und den Mitgliedern der Parlamentsfraktion vorbehält.
Die Rückkehr eines ausgeschlossenen Abgeordneten erfolgt nur über das normale Verfahren und das, was die Regeln vorschreiben. Sie kann durch keine andere Entscheidung ersetzt werden.
Rücktritt von Famellos
Giannoulis bezeichnete den Rücktritt von Sokratis Famellos als ein politisches Ereignis ersten Ranges, das nicht von verfahrenstechnischen Auseinandersetzungen über Parteiorgane überschattet werden sollte. Er argumentierte, dass die Partei die Chance verpasst habe, den Rücktritt als Neustart zu nutzen, und ihn stattdessen in ein Konfliktfeld verwandelt habe, was jedem, der ohnehin schon ans Gehen dachte, einen weiteren Vorwand geliefert habe. Er betonte die Notwendigkeit, dass die öffentliche Debatte zum Kern der Politik und zu den Problemen der Gesellschaft zurückkehren müsse.
Links, Spannung und Gewalt gehören nicht zusammen. Anstatt den Rücktritt von Famellos zu einem Neustart zu machen, haben wir ihn zu einem Konfliktfeld gemacht und damit jedem, der über einen Austritt nachdenkt, eine weitere Rechtfertigung gegeben.
Progressive Zusammenarbeit
Zur breiteren Frage der Zusammenarbeit progressiver Kräfte stellte Giannoulis fest, dass der Vorschlag von SYRIZA nur so lange politische Bedeutung habe, wie der Dialog offen bleibe. Nachdem Alexis Tsipras die griechische Linke klar auf einen eigenständigen Kurs festgelegt habe, sei diese Diskussion in ihrer jetzigen Form abgeschlossen. Giannoulis betonte, dass das strategische Ziel nicht geändert worden sei und die Suche nach breiteren progressiven Übereinstimmungen bis zur Wahlausschreibung unerlässlich bleibe, da keine Partei allein den von der Gesellschaft geforderten politischen Wandel garantieren könne.
Prioritäten der Bürger
Giannoulis unterstrich, dass die Bürger sich nicht für interne Parteigleichgewichte oder dafür interessieren, welcher Einzelne zum Abgeordneten gewählt werde. Was ihnen wichtig sei, sei, ob die progressiven Kräfte einen glaubwürdigen alternativen Regierungsvorschlag formen könnten. Er sagte, das große Ganze seien nicht die Verfahrensfragen, sondern ob die Partei einen verlässlichen Vorschlag für den politischen Wandel zusammenstellen könne.
Das große Ganze sind nicht die Verfahrensfragen. Es ist, ob wir einen glaubwürdigen Vorschlag für den politischen Wandel formen können. Das ist es, was die Bürger verlangen, und darauf muss sich all unsere Anstrengung konzentrieren.
Kontext zu Pavlos Polakis
Die verfahrenstechnischen Bemerkungen erfolgten als direkte Antwort auf Fragen zu Pavlos Polakis. Giannoulis stellte klar, dass die Wiederaufnahme eines ausgeschlossenen Abgeordneten nicht durch Entscheidungen des Zentralkomitees oder eines anderen Parteiorgans erfolgen könne. Sie falle ausschließlich in die Zuständigkeit des Vorsitzenden der Parlamentsfraktion und der Mitglieder der Parlamentsfraktion, die gemäß den vorgeschriebenen satzungsgemäßen Verfahren entschieden.
- Sitzung des Zentralkomitees findet statt; Streit über die Rückkehr eines ausgeschlossenen Abgeordneten entsteht.
- Sokratis Famellos tritt zurück, von Giannoulis als politisches Ereignis ersten Ranges bezeichnet.
- Christos Giannoulis tritt bei Action 24 auf und lehnt Entscheidungen des Zentralkomitees zur Wiederaufnahme von Abgeordneten ab.
- Giannoulis sagt, dass die Positionierung von Alexis Tsipras zum eigenständigen Kurs die aktuelle Debatte über progressive Zusammenarbeit beendet habe.


