
Trump behauptet, Iran-Gespräche hätten begonnen, nennt es ‚letzte Chance‘; Teheran dementiert direkten Kontakt, Ölpreise stürzen ab
Trump sagt, die Verhandlungen mit dem Iran hätten am Montagnachmittag begonnen, und nennt sie Teherans ‚letzte Chance‘. Der Iran bestreitet jedoch direkte Gespräche und erklärt, man diskutiere lediglich eine sichere Schifffahrtsroute mit Oman.
Trumps Kehrtwende
Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag gegenüber Reportern, er habe einen geplanten massiven Militärschlag gegen den Iran abgesagt und die Verhandlungen würden am Montagnachmittag wieder aufgenommen. An Bord der Air Force One sagte er, der Angriff wäre ‚der größte Militärschlag seit dem Zweiten Weltkrieg‘ gewesen, aber Verbündete wie Saudi-Arabien, die VAE und Katar hätten ihn gedrängt, ihn zu verschieben, da eine Einigung in Reichweite sei. Trump bestand darauf, dass die Gespräche ‚auf Wunsch Teherans‘ stattfänden und sich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus konzentrierten, möglicherweise ‚schon morgen‘. Er warnte jedoch, dass er dem Iran nicht erlauben werde, Gebühren für Schiffe zu erheben, die die Meerenge passieren.
Ich möchte dem Iran jede letzte Chance geben, bevor die Enthauptung stattfindet. Hoffen wir, dass er zur Vernunft kommt.
Trump fügte hinzu, dass ein Rahmenabkommen über die Meerenge bereits bestehe und ein Atomabkommen folgen werde. Er machte keine Angaben dazu, wo die Gespräche stattfinden würden, wie lange sie dauern würden oder wer teilnehmen würde.
Irans Dementi und der Oman-Kanal
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, wies die Behauptung direkter US-iranischer Verhandlungen während einer Pressekonferenz am Montag rundweg zurück. Er sagte, der Iran führe keine Gespräche mit Washington, sondern diskutiere mit Oman über eine vorübergehend sichere Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus. Baghaei betonte, dass selbst eine Einigung mit Maskat nicht ausreichen würde, um die Wasserstraße wieder zu öffnen, solange die US-amerikanischen und israelischen Militäroperationen andauerten.
Die Straße von Hormus ist nicht wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen Iran und Oman geschlossen. Die Straße von Hormus befindet sich aufgrund der militärischen Aggression der Vereinigten Staaten und des zionistischen Regimes in einer Krise.
Er bezeichnete den fünfmonatigen Krieg als einen Konflikt gegen die gesamte Region, nicht nur gegen den Iran, und sagte, die US-Militärpräsenz in den Golfstaaten habe die Unsicherheit für alle verschärft. Der iranische Abgeordnete Hassan Ghashghavi erklärte dem Staatsfernsehen separat, dass Vermittler daran arbeiteten, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben.
Ölmärkte reagieren
Die Rohölpreise fielen am Montag im asiatischen Handel stark, da die Anleger die geopolitische Risikoprämie einpreisten, die sich über Wochen eskalierender Drohungen aufgebaut hatte. Brent-Rohöl zur Oktober-Lieferung fiel um 5,16 % auf 83,39 $ pro Barrel, während West Texas Intermediate zur September-Lieferung um fast 6 % auf 79,66 $ nachgab. Der Rückgang machte eine Rallye zunichte, die die Preise aus Angst vor einem neuen US-geführten Angriff über 90 $ getrieben hatte. Die Märkte konzentrierten sich auf die diplomatische Öffnung trotz der vorsichtigen Reaktion Teherans, wobei die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars Trumps Vorschlag als ‚Wunschliste‘ abtat.
- Trump sagt geplanten massiven Militärschlag gegen den Iran ab und kündigt Wiederaufnahme der Verhandlungen am Montag an.
- Ölpreise fallen im asiatischen Handel um über 5 % nach Trumps Ankündigung.
- Irans Außenministerium bestreitet direkte Gespräche mit den USA und bestätigt Oman-vermittelte Diskussionen über die Straße von Hormus.
- Trump besteht darauf, dass die Gespräche laufen, und warnt vor der ‚letzten Chance‘ für den Iran vor einem Militärschlag.
Regionale Vermittlung und interne Spaltungen
Hinter den Kulissen haben Pakistan, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei und die VAE Botschaften zwischen Washington und Teheran hin und her geschickt. Pakistanische Beamte sagten der Nachrichtenagentur Anadolu, das unmittelbare Ziel sei eine zweiwöchige Ruhephase im Persischen Golf, nach der indirekte Kontakte wieder aufgenommen werden könnten. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman sprach laut Axios am Samstag mit Trump, um seine Besorgnis über den geplanten Angriff auszudrücken.
Die US-Regierung selbst ist gespalten. Verteidigungsminister Pete Hegseth drängt auf eine große Militäroperation und wiederholt damit die Forderungen des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, während Vizepräsident J.D. Vance und Stabschef General Dan Caine zur Zurückhaltung mahnen. Eine Gallup-Umfrage ergab, dass nur 37 % der Amerikaner den Krieg unterstützen. Vali Nasr von der Johns Hopkins University sagte, Trump versuche, einen diplomatischen Ausweg zu finden, habe aber keinen klaren Weg, den Sieg zu erklären. Das Muster abwechselnder Drohungen und Gespräche hat sich nach Zählung von CNN seit Beginn des Konflikts 38 Mal wiederholt.


