
Griechische Regierung blockiert SYRIZA-Kandidatin Elena Akrita für Vizepräsidentenposten im Parlament – Opposition empört
Die Nea Dimokratia weigerte sich, die SYRIZA-Abgeordnete Elena Akrita für das Amt der 5. Vizepräsidentin des Griechischen Parlaments zu unterstützen. Die Opposition droht mit rechtlichen Schritten und wirft der Regierung vor, parlamentarische Mehrheiten zu manipulieren.
Parlamentarische Blockade bei der Nominierung
Eine Verfahrensabstimmung im Griechischen Parlament ist zu einer direkten politischen Konfrontation zwischen der regierenden Nea Dimokratia und der Opposition eskaliert. Der Streit dreht sich um den vakanten Posten der 5. Vizepräsidentin des Parlaments, der SYRIZA nach dem Ausscheiden der Abgeordneten Olga Gerovasili zusteht. SYRIZA nominierte die Abgeordnete Elena Akrita für diese Position. Die Nea Dimokratia kündigte an, nicht für Akrita zu stimmen, und brach damit einen langjährigen parlamentarischen Brauch, wonach demokratische Parteien traditionell die Kandidaten der anderen unterstützen. Oppositionsabgeordnete warnten, dass ein Bruch dieser ungeschriebenen Regel die Funktionsfähigkeit des Parlaments gefährde, indem die Mehrheit ein Veto gegen Oppositionsernennungen einlegen könne.
Regierungsvorwürfe und rechtliche Schritte
Regierungsvertreter führten zunächst Akritas politische Rhetorik und angebliche Toxizität als Grund für die Blockade ihrer Ernennung an. In einem Fernsehauftritt am 28. August 2026 auf Open TV brachte Regierungssprecher Pavlos Marinakis Akrita mit den polarisierten Protestbewegungen nach der Finanzkrise von 2010 in Verbindung. Marinakis warf ihr vor, während der Anti-Sparmaßnahmen-Demonstrationen extreme Sprache verwendet und Feindseligkeit geschürt zu haben. Akrita wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, rechtliche Schritte gegen Marinakis einzuleiten, falls er nicht öffentlich widerrufe. Sie forderte den Sprecher auf, einen einzigen Artikel aus ihren Veröffentlichungen in Ta Nea oder News247 oder einen Online-Beitrag vorzulegen, in dem sie zu Gewalt aufgerufen habe.
Akrita forderte einen öffentlichen Widerruf der Äußerungen des Sprechers.
Ich erwarte, dass der Regierungssprecher seine verleumderische Lüge widerruft, andernfalls werde ich rechtliche Schritte einleiten.
Oppositionskritik und Verfahrensbedenken
SYRIZA-Vertreter wiesen darauf hin, dass Akrita derzeit in einem Rechtsstreit mit Mareva Grabowski-Mitsotaki, der Ehefrau von Premierminister Kyriakos Mitsotakis, verwickelt ist. Sie argumentierten, dass ein persönliches Gerichtsverfahren gegen eine Person ohne offizielle institutionelle Rolle nicht die parlamentarischen Abläufe bestimmen dürfe. Der SYRIZA-Europaabgeordnete Kostas Arvanitis kritisierte die Regierungspartei dafür, politische Opposition als Ausschlussgrund zu behandeln.
In einer Demokratie ist scharfe Kritik an der Regierung eine Pflicht der Opposition und kein Grund für institutionellen Ausschluss.
Auch der PASOK-Sprecher Kostas Tsoukalas kritisierte das Vorgehen der Regierung am Nachmittag des 28. August 2026. Tsoukalas argumentierte, dass das Vakantlassen des Vizepräsidentenpostens die Gesamtgröße des Parlamentspräsidiums um ein Mitglied verringere. Diese Verringerung erhöhe rechnerisch die Mehrheit der Nea Dimokratia in der Präsidentenkonferenz, einem wichtigen Gremium, das die Leiter unabhängiger Verwaltungsbehörden ernennt.
Konflikt zwischen Nea Dimokratia und PASOK
Die Kontroverse weitete sich zu einem erbitterten Schlagabtausch zwischen der Nea Dimokratia und PASOK aus, nachdem die sozialistische Partei beschlossen hatte, aus institutionellem Brauch für Akrita zu stimmen. Marinakis kritisierte PASOK-Chef Nikos Androulakis und stellte PASOKs Unterstützung für Akrita dessen Weigerung gegenüber, Monate zuvor für den griechischen Notenbankchef Yannis Stournaras zu stimmen. Regierungsvertreter, darunter die Sprecherin der Nea Dimokratia, Alexandra Sdoukou, warfen PASOK vor, sich mit politischen Extremen aus der Zeit des Referendums von 2015 zu verbünden. PASOK entgegnete, die Nea Dimokratia zeige institutionelle Arroganz und versuche, der Opposition vorzuschreiben, wie sie abzustimmen habe. Während alle anderen Oppositionsparteien an der parlamentarischen Konvention festhielten, blieb die Regierungspartei mit ihrer Ablehnung der Nominierung isoliert.
- Pavlos Marinakis kritisiert Elena Akrita im Fernsehen; Akrita fordert Widerruf unter Androhung rechtlicher Schritte.
- Regierungssprecher Pavlos Marinakis kritisiert PASOK für die Unterstützung Akritas bei gleichzeitiger Ablehnung von Yannis Stournaras.
- PASOK-Sprecher Kostas Tsoukalas wirft der Regierung vor, die Mehrheit in der Präsidentenkonferenz zu manipulieren.
- Oppositionsparteien bekräftigen Unterstützung für den parlamentarischen Brauch, während die Nea Dimokratia politisch isoliert dasteht.


