
PASOK stellt 11-Punkte-Plan für private Schulden vor – griechisches Finanzministerium lehnt Vorschläge ab
PASOK hat ein 11-Punkte-Gesetzespaket zur Umschuldung privater Verbindlichkeiten in Griechenland vorgelegt, das vom Ministerium für Nationalwirtschaft und Finanzen mit Verweis auf EU-Insolvenzregeln umgehend zurückgewiesen wurde.
PASOK stellt Elfpunkte-Plan zur Schuldenentlastung vor
Bei einer Veranstaltung im Kulturzentrum Serafeio in Athen enthüllte PASOK-Chef Nikos Androulakis ein 11-Punkte-Gesetzespaket zur Regelung privater Schulden in Griechenland. Der Vorschlag sieht die Wiedereinführung gesetzlicher Schutzbestimmungen für Hauptwohnsitze auf der Grundlage objektiver Einkommens- und Vermögenswerte vor, sowie einen neuen Rahmen für die Rückzahlung von Steuer- und Staatsverbindlichkeiten in 120 Raten, gedeckelt auf 500.000 Euro. Nach dem Oppositionsvorschlag sollen Schuldner, die ihren Tilgungsplan konsequent einhalten, einen Erlass aufgelaufener Strafzuschläge und einen 30-prozentigen Erlass der Hauptschuld erhalten. Das Paket der Partei sieht zudem eine Anhebung der Einkommens- und Vermögensschwellen für als schutzbedürftig eingestufte Schuldner um 25 Prozent vor. Androulakis bezeichnete das Maßnahmenpaket als notwendigen Eingriff zum Schutz der Stabilität von Haushalten und zur Unterstützung der kleinbetrieblichen Produktion.
Unser Vorschlag basiert auf einem klaren Prinzip: Wer zahlen kann, muss zahlen. Wer konsequent sein will, muss die Möglichkeit einer tragfähigen Regelung haben. Und wer wirklich in Schwierigkeiten steckt, muss eine zweite Chance bekommen. Mit Regeln und Transparenz.
Vorgeschlagene Regeln für Kreditdienstleister und Währungsrisiken
Der Oppositionsplan führt verbindliche Betriebsregeln und finanzielle Sanktionen für Kreditdienstleistungsfirmen und Investmentfonds ein, die notleidende Kreditportfolios verwalten. Er räumt einzelnen Kreditnehmern ein Vorkaufsrecht ein, ihre ausstehenden Schulden mit einem Abschlag zurückzukaufen, bevor diese an Investmentfonds übertragen oder verkauft werden. Für Kreditnehmer mit Hypotheken in Schweizer Franken schlägt PASOK eine Verteilung des Wechselkursrisikos vor, bei dem die Geschäftsbanken zwei Drittel des Währungsverlustes tragen, während die Kreditnehmer ein Drittel übernehmen. Die Initiative sieht darüber hinaus rechtlichen Schutz für Kreditbürgen vor, schützt landwirtschaftliche Flächen vor Zwangsversteigerung und schafft unpfändbare Geschäftskonten bis zu bestimmten Grenzen. In den Regionen sollen lokale Schuldenregulierungsausschüsse eingerichtet werden, um Umstrukturierungsfälle zu bearbeiten.
- Überfällige Verbindlichkeiten
- 114 Mrd. €
- Von Dienstleistern verwaltete Kredite
- 92 Mrd. €
- Notleidende Kredite
- 80 Mrd. €
- Rückstände bei Sozialkassen
- 52 Mrd. €
- Schulden im Energiesektor
- 3 Mrd. €
Ausmaß notleidender Verbindlichkeiten in Griechenland
Die während der Parteiveranstaltung präsentierten Wirtschaftszahlen verdeutlichen das Ausmaß unbezahlter Verpflichtungen im ganzen Land. Kreditdienstleistungsunternehmen verwalten derzeit Schulden in Höhe von 92 Milliarden Euro, die über 2,6 Millionen Bürger betreffen, während notleidende Kredite bei Banken und Fonds bei fast 80 Milliarden Euro liegen. Die breiteren überfälligen Verbindlichkeiten betreffen 3,5 Millionen Bürger mit einer Gesamtsumme von 114 Milliarden Euro. Unbezahlte Sozialversicherungsbeiträge übersteigen 52 Milliarden Euro, während Zahlungsrückstände bei Versorgungsleistungen im Energiesektor mehr als 3 Milliarden Euro betragen. Androulakis stellte fest, dass 1,6 Millionen Bürger von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen bedroht sind, während die Zahl notariell beglaubigter Versteigerungen sich im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt hat.
Finanzministerium weist Vorschläge als undurchführbar zurück
Das Ministerium für Nationalwirtschaft und Finanzen wies den Vorschlag zurück und behauptete, PASOK habe bestehende Regierungsmaßnahmen zusammen mit Maßnahmen, die gegen EU-Insolvenzregeln verstoßen, lediglich neu etikettiert. Ministeriumsvertreter erklärten, der Schutz von Hauptwohnsitzen durch den außergerichtlichen Vergleichsmechanismus sei bereits im Staatsrecht verankert und trete am 21. September 2026 in Kraft. Die Regierung wies darauf hin, dass bestehende Rahmenwerke bis zu 72 Raten für ältere Verbindlichkeiten und bis zu 240 Raten für Staatsschulden über außergerichtliche Kanäle vorsehen. Darüber hinaus bezeichnete das Ministerium den Vorschlag eines Vorkaufsrechts für Kreditnehmer vor dem Verkauf als rechtlich nicht mit den europäischen Insolvenzstandards vereinbar.
PASOK hat einen neuen Plan genannt, eine Sammlung bereits umgesetzter Politiken und alter Rezepte.
Reaktion der Opposition und Gesetzespläne
PASOK-Vertreter wiesen die Reaktion der Regierung zurück und behaupteten, die aktuellen Schuldenregulierungsmechanismen ließen notleidende Schuldner schutzlos, während Dienstleistungsfirmen überhöhte Gewinne erzielten. Die Vertreter des Banken- und Privatschuldensektors Milena Apostolaki und Dimitris Spyrakos erklärten, das Ministerium behandle private Insolvenz als eine reine Buchhaltungskennzahl und nicht als ein breiteres soziales und wirtschaftliches Problem. Sie argumentierten, dass die Beteiligung der Gläubiger am bestehenden außergerichtlichen Rahmen für Unternehmensschuldner und viele Einzelfälle nicht verpflichtend sei, was dazu führe, dass Anträge ohne verbindliche Entscheidungen blieben. PASOK kündigte an, den gesamten 11-Punkte-Plan als umfassenden Gesetzesentwurf ins griechische Parlament einzubringen.
- PASOK stellt seine 11-Punkte-Gesetzesvorschläge zu Privatschulden im Serafeio vor
- Ministerium für Nationalwirtschaft und Finanzen lehnt die Vorschläge als undurchführbar ab
- Außergerichtlicher Schutz des Hauptwohnsitzes durch die Regierung tritt in Kraft


