
Strausberg wiederholt Bürgermeisterwahl mit vier Kandidaten nach annullierter Abstimmung
Knapp 23.000 Wahlberechtigte in der brandenburgischen Stadt Strausberg sind am Sonntag zur Wahl aufgerufen, nachdem Unregelmäßigkeiten die vorherige Bürgermeisterwahl ungültig gemacht haben.
Wahlbeginn in Strausberg
Die Abstimmung begann am Sonntag um 8:00 Uhr für die wiederholte Bürgermeisterwahl in Strausberg. Knapp 23.000 Wahlberechtigte in der 28.000 Einwohner zählenden Stadt sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Gemeinde liegt im Landkreis Märkisch-Oderland, östlich von Berlin. Diese Wiederholungswahl wurde angesetzt, nachdem die vorherige Kommunalwahl aufgrund von Vorwürfen der Wahlmanipulation und mehreren formellen Wahlanfechtungen für ungültig erklärt worden war. Die neue Abstimmung entscheidet darüber, wer nach der annullierten Frühjahrswahl das Rathaus übernimmt.
Die vier Bürgermeisterkandidaten
Insgesamt vier Kandidaten bewerben sich bei der Wiederholungswahl um das Bürgermeisteramt. Annette Binder tritt erneut als unabhängige Einzelkandidatin an und arbeitet weiterhin als kaufmännische Krankenhausleiterin. Auch der Gewerkschaftssekretär Knut-Sören Steinkopf startet einen erneuten Wahlkampf als Kandidat der Partei Die Linke. Zwei neue Bewerber sind als unabhängige Einzelkandidaten ins Rennen eingestiegen. Zu diesen Neuzugängen zählen Stephan Blumenthal, der als Abteilungsleiter im Strausberger Finanzamt arbeitet, und Robert Krause, der als Geschäftsführer eines Unternehmens tätig ist. Der frühere Kandidat Patrick Hübner, der an der vorherigen Bürgermeisterwahl teilgenommen hatte, tritt bei dieser Wiederholungswahl nicht an.
Annullierung der Stichwahl im März
Die Entscheidung für eine Neuwahl resultiert aus der Annullierung der vorherigen Stichwahl im März. Bei dieser Wahl hatte Binder das Bürgermeisteramt mit 60,8 % der Stimmen gegen Hübner gewonnen. Binder amtierte anschließend etwa vier Wochen lang als Bürgermeisterin von Strausberg, bevor das Ergebnis offiziell annulliert wurde. Die Annullierung erfolgte nach mehreren formellen Wahlanfechtungen, die sich auf angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Bearbeitung der Briefwahl konzentrierten. Ein zentraler Streitpunkt war das städtische Postfach für Briefwahlunterlagen, das sich in einer von Kandidat Hübner betriebenen Postfiliale befand.
Juristische Ermittlungen und Stichwahltermin
Die Kontroverse veranlasste die Verwaltung des Landkreises Märkisch-Oderland zur Strafanzeige gegen Unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) leitete daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts auf Wahlbetrug im Zusammenhang mit den Briefwahlregelungen und Kandidat Hübner ein. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den früheren Kandidaten inzwischen eingestellt.
Ein hinreichender Tatverdacht gegen den Beschuldigten konnte nicht festgestellt werden.
Sollte kein Kandidat bei der Sonntagswahl die absolute Mehrheit erreichen, ist eine Stichwahl für den 11. Oktober vorgesehen.
- Annette Binder gewinnt die Stichwahl mit 60,8 % der Stimmen gegen Patrick Hübner
- Wahllokale öffnen um 8:00 Uhr für die wiederholte Bürgermeisterwahl in Strausberg
- Vorgesehener Termin für eine mögliche Stichwahl, falls kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht


