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Wirtschaft·vor 3 Std.

Starbucks Korea schließt alle Filialen für Geschichtsschulung nach „Tank Day“-Eklat um Massaker von 1980

Starbucks Korea wird am 22. Juni um 15 Uhr alle seine mehr als 2.000 Filialen für eine unternehmensweite Schulung zu Geschichte und sozialer Sensibilität schließen – die erste derartige Schließung seit dem Markteintritt 1999. Der Schritt folgt auf einen öffentlichen Aufschrei wegen einer „Tank Day“-Becher-Aktion, die an das Gwangju-Massaker von 1980 erinnerte.

Gegenwind wegen „Tank Day“-Aktion

Die „Tank Day“-Becherkampagne von Starbucks Korea, die am 18. Mai, dem Jahrestag des Gwangju-Aufstands von 1980, startete, löste sofortige Empörung aus. Name und Datum der Aktion erinnerten an das vom damaligen Diktator Chun Doo-hwan angeordnete militärische Vorgehen, bei dem Schätzungen zufolge Hunderte pro-demokratische Demonstranten getötet wurden. Die Shinsegae Group teilte mit, die Kampagne sei mit KI-Unterstützung entwickelt worden und die Mitarbeiter hätten die Problematik erst nach der öffentlichen Reaktion erkannt. Die Umsätze verzeichneten einen „sehr deutlichen“ Rückgang, und Präsident Lee Jae-myung verurteilte die Kampagne als Verhöhnung der Aktivisten.

empört über dieses unmenschliche und beschämende Verhalten

Unternehmensreaktion: Massenschulung

In einem beispiellosen Schritt wird Starbucks Korea am 22. Juni um 15 Uhr alle Filialen landesweit für eine dreistündige Schulung schließen. Dies ist die erste vorzeitige Schließung der gesamten Kette seit der Eröffnung in Südkorea im Jahr 1999. Die Schulung umfasst das historische Bewusstsein für die moderne koreanische Geschichte sowie soziale Sensibilität in Bereichen wie Geschlechterfragen, Arbeit, Menschenrechte und Hassrede und wird von Professoren der Sungkyunkwan-Universität geleitet. Einige Flughafenfilialen könnten geöffnet bleiben.

Der Schritt soll dazu dienen, den Vorfall als Lehre zu begreifen und das Wiederauftreten ähnlicher Fälle zu verhindern.

Shinsegae Group

Führungs- und Verfahrensänderungen

Der CEO von Starbucks Korea, Son Jung-hyun, wurde bereits wegen des Debakels entlassen. Nun werden der Vorsitzende der Shinsegae Group, Chung Yong-jin, und die CEOs der Tochtergesellschaften am 24. Juni an eigenen Schulungen teilnehmen. Mitarbeiter der Zentrale und Führungskräfte von E-Mart werden bereits am 17. Juni geschult. Das Unternehmen plant zudem eine Überarbeitung seines Marketing-Genehmigungsprozesses und führt eine Checkliste zur sozialen Sensibilität ein, die Geschichte, Politik, Katastrophen, militärische Themen, Geschlechterfragen und andere Bereiche abdeckt.

unbeabsichtigt, hätte aber niemals passieren dürfen

Starbucks Global Headquarters

Breiterer Kontext

Der Gwangju-Aufstand war ein entscheidendes Ereignis für die Demokratisierung Südkoreas und führte 1987 zu freien Wahlen. Das Trauma sitzt tief; während die offiziellen Opferzahlen bei über 200 liegen, gehen Aktivisten von über 2.000 Toten aus. Der Fehltritt von Starbucks unterstreicht die Risiken, denen Unternehmen beim Umgang mit sensiblen historischen Jahrestagen in der Region ausgesetzt sind.

Zeitstrahl der Krise und Reaktion bei Starbucks Korea
  1. Start der „Tank Day“-Becheraktion am Jahrestag des Gwangju-Aufstands.
  2. Mitarbeiter der Zentrale und Führungskräfte von E-Mart absolvieren Schulungen zu historischem Bewusstsein und sozialer Sensibilität.
  3. Alle Filialen schließen um 15 Uhr für eine dreistündige Mitarbeiterschulung, die erste gleichzeitige vorzeitige Schließung seit 1999.
  4. Der Vorsitzende Chung Yong-jin und die CEOs der Tochtergesellschaften nehmen an einer separaten Schulung teil.
Seoul

6 Quellen

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