Gesundheit & Bildung · Tokio
Japanische Frauen wehren sich gegen Fußballfans, die Stadien putzen, aber die Hausarbeit ihren Frauen überlassen
Männliche Anhänger der japanischen Samurai Blue haben nach ihrem WM-Auftaktspiel gegen die Niederlande aufgeräumt und weltweit Lob geerntet. Daheim prangern Frauen die Doppelmoral an: Japanische Männer erledigen weit weniger Hausarbeit als ihre Ehefrauen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von BBC, Courrier international, newsORF.at und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Japanische Fans räumen seit 1998 WM-Stadien auf und ernten weltweit Bewunderung. Nach dem Auftaktspiel 2026 gegen die Niederlande drehte ein viraler Beitrag die Erzählung um.
Atsuko Tamadas X-Beitrag, 1,9 Millionen Mal aufgerufen, stellte einen Mann beim Stadionputz demselben Mann gegenüber, der zu Hause die Hausarbeit ignoriert, mit der Bildunterschrift „Macht es auch zu Hause."
OECD-Daten von 2021 zeigen, dass japanische Frauen 5,5-mal mehr Zeit für unbezahlte Arbeit aufwenden als Männer – eine Kluft, die weit größer ist als im Vereinigten Königreich, in Frankreich oder den USA.
Eine im Ausland gelobte Tradition
Seit Jahrzehnten werden japanische Fußballfans dafür gefeiert, dass sie nach Spielen die Stadien reinigen. Die Praxis reicht bis zur WM-Premiere Japans 1998 zurück und setzte sich bei jedem Turnier seither fort, auch beim Eröffnungsspiel 2026 gegen die Niederlande. Fernsehkameras zeigten Männer in blauen Trikots, die mit Plastiktüten die Ränge fegten, während die FIFA ihre „makellosen Manieren" in den sozialen Medien lobte.
„Japaner lernen dieses Verhalten in der Schule.“
Ein viraler Tadel daheim
Nach der jüngsten Reinigungsaktion verwandelte ein Beitrag von Atsuko Tamada auf X das Lob in eine innenpolitische Kritik. Der Tweet, 1,9 Millionen Mal aufgerufen, stellte einen Mann, der stolz Müll im Stadion sammelt, demselben Mann gegenüber, der zu Hause auf dem Sofa lümmelt, während eine Frau Geschirr spült.
„Japanische Männer gehören weltweit zu denen, die am wenigsten Zeit mit Hausarbeit verbringen. Macht es auch zu Hause.“
Die Daten zur unbezahlten Arbeit
Japanische Frauen tragen einen unverhältnismäßig großen Anteil der Hausarbeit. OECD-Zahlen von 2021 zeigen, dass Frauen mehr als drei Stunden pro Tag mit unbezahlten Aufgaben verbringen, während Männer nur 47 Minuten schaffen (ein 5,5-facher Unterschied). In Doppelverdienerhaushalten mit Kindern unter sechs Jahren leisten Frauen über sieben Stunden täglich für Hausarbeit, Männer dagegen unter zwei Stunden. Die Kluft übertrifft die im Vereinigten Königreich (1,8-fach), in Frankreich (1,7-fach) und in den USA (1,6-fach) bei weitem.
- Japan
- 5.5 Verhältnis
- Vereinigtes Königreich
- 1.8 Verhältnis
- Frankreich
- 1.7 Verhältnis
- Vereinigte Staaten
- 1.6 Verhältnis
Daten aus dem Artikeltext
Kultur, Pendeln und gegensätzliche Ansichten
Die Soziologin Aya Ezawa merkt an, dass das Ungleichgewicht nicht allein auf mangelnde Bereitschaft zurückzuführen sei.
„In Tokio dauert der Arbeitsweg normalerweise anderthalb Stunden, und die langen Arbeitszeiten bedeuten, dass man erst um 20 Uhr nach Hause kommt, also kann man nicht beim Kochen helfen.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- BBCPiala Dunia: Pendukung Jepang yang bersih-bersih stadion dihujat
- Courrier internationalFaites-le plutôt à la maison" : au Japon, le ménage des supporteurs agace
- newsORF.atWM: Japans männliche Fans putzen im Stadion statt zu Hause
- de VolkskrantJapanse vrouwen verontwaardigd: voetbalfans ruimen tribunes wél netjes op
- Atsuko Tamada
- Japanische Social-Media-Nutzerin, deren viraler Beitrag, der männliche Fans kritisiert, die Debatte auslöste
- Aya Ezawa
- Soziologin an der Universität Leiden mit Schwerpunkt japanische Gesellschaft
- Koichi Nakano
- Professor für Politik und Geschichte, der die Reinigungstradition gegenüber der AP kommentierte
- Scott North
- Ehemaliger Soziologieprofessor an der Universität Osaka, der das Verhalten zuvor als in der Schule gelernt erklärte
- Orte
- Tokio
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