
Staatsschutz ermittelt nach lebensgefährlichem Angriff auf 23-Jährigen und Streit am CSD in Göttingen
Ein 23-jähriger Mann kämpft nach einem Angriff mit einem spitzen Gegenstand in Göttingen um sein Leben, während ein separater Streit auf der Pride-Feier der Stadt die Ermittler des Staatsschutzes auf den Plan gerufen hat.
CSD-Wochenende in Göttingen
Göttingen, eine Stadt in Niedersachsen, feierte am Samstag, den 20. Juni, seinen jährlichen Christopher Street Day (CSD). Nach Polizeischätzungen versammelten sich rund 1.500 Menschen zur Demonstration und zum anschließenden Straßenfest. Das Wochenende wurde von zwei separaten Vorfällen überschattet, die nun von der Polizei und den Staatsschutzbehörden untersucht werden.
Lebensgefährlicher Angriff am Sonntagmorgen
In den frühen Morgenstunden des Sonntags, 21. Juni, wurde ein 23-jähriger Mann mit einem spitzen Gegenstand angegriffen. Der Schlag traf seinen Kopf und verursachte lebensgefährliche Verletzungen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, sein Zustand bleibt kritisch. Der oder die Täter flüchteten und sind weiterhin auf der Flucht. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag, nachdem die CSD-Feierlichkeiten abgeklungen waren. Der genaue Ort und die Art des verwendeten spitzen Gegenstands wurden nicht bekannt gegeben. Die Identität des Opfers wurde nicht veröffentlicht.
Die Polizei Göttingen richtete umgehend eine Mordkommission ein, um die Ermittlungen zu führen. Da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Staatsschutz eng in die Arbeit der Kommission eingebunden.
Wir ermitteln in alle Richtungen.
Eine Polizeisprecherin lehnte es am Sonntag ab, aus ermittlungstaktischen Gründen weitere Details zu nennen. Zeugen werden gebeten, sich unter der bereitgestellten Hotline bei der Polizei zu melden.
Streit auf dem CSD-Straßenfest
Während der CSD-Veranstaltung am Samstag kam es zu einem weiteren Vorfall auf dem Straßenfest. Ein 52-jähriger Mann, der stark alkoholisiert war, geriet mit einem Standbetreiber in Streit. Nach Polizeiangaben bedrohte der Mann den Standbetreiber verbal. Er erhielt ein Platzverbot, und es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das Staatsschutzkommissariat prüft nun, ob der Mann aus queer-feindlichem Motiv handelte.
Koordinierte Ermittlungen
Beide Fälle werden unter Beteiligung des Staatsschutzes untersucht. Die Mordkommission und die Beamten des Staatsschutzes bündeln ihre Ressourcen, um festzustellen, ob der Angriff auf den 23-Jährigen und der Streit auf dem Fest mit einem größeren Muster politisch oder ideologisch motivierter Gewalt zusammenhängen. Die Polizei hat die Öffentlichkeit um Hinweise gebeten, insbesondere von Personen, die sich während der CSD-Veranstaltungen oder in den frühen Morgenstunden des Sonntags in der Innenstadt aufgehalten haben. Die Behörden haben keine Verbindung zwischen den beiden Vorfällen bestätigt, betonen aber, dass alle Möglichkeiten geprüft werden.

