Staatsballett Berlin zum dritten Mal in Folge zur besten Kompanie der Tanz-Kritikerumfrage gewählt
Die Fachzeitschrift Tanz hat das Staatsballett Berlin nach einer Umfrage unter bis zu 34 internationalen Kritikern zum dritten Mal in Folge zur besten Tanzkompanie gekürt.
Staatsballett Berlin sichert sich dritte Spitzenplatzierung in Folge
Das Staatsballett Berlin hat in der jährlichen Kritikerumfrage der deutschen Tanzfachzeitschrift Tanz den ersten Platz belegt. Die Auszeichnung ist die dritte Saison in Folge, in der die Berliner Tanzkompanie die Spitzenposition in der jährlichen Bewertung des Magazins für sich beansprucht. Die Umfrage des Magazins sammelte Bewertungen von professionellen Tanzkritikern, die Produktionen der vergangenen Saison rezensierten; je nach Bericht wurden zwischen 30 und 34 Kritiker befragt. Zur Begründung der Entscheidung, die Kompanie an die erste Stelle zu setzen, führte das Magazin die Führung des künstlerischen Leiters Christian Spuck an, dessen Ensemble im Laufe des Spieljahres sehr unterschiedliche choreografische Stile und eigenständige künstlerische Handschriften meistern musste. In der veröffentlichten Bewertung wurde hervorgehoben, dass die Tänzer der Berliner Kompanie bei der Umsetzung des anspruchsvollen Saisonprogramms eine außergewöhnliche tänzerische Ausbildung unter Beweis stellten.
Inszenierung der verbotenen russischen Produktion von Nurejew
Ein zentrales Element der kritischen Anerkennung der Kompanie war ihre Inszenierung des Balletts Nurejew, das das Magazin als einen der Höhepunkte des Jahres nannte. Das biografische Werk konzentriert sich auf das Leben und die Karriere des homosexuellen Tänzers Rudolf Nurejew, der von 1938 bis 1993 lebte. Das Moskauer Bolschoi-Theater hatte die Produktion ursprünglich nach politischem Druck in Russland aus seinem offiziellen Repertoire gestrichen. Die Berliner Produktion, die in Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Kirill Serebrennikow und dem Choreografen Juri Possokhow entstand, war die erste Aufführung des Stücks vor einem Publikum außerhalb Russlands. Die an der Umfrage teilnehmenden Kritiker lobten das Staatsballett Berlin dafür, die zuvor abgesetzte Produktion als Teil seines regulären Spielplanrepertoires zu präsentieren.
Sharon Eyal zur Choreografin des Jahres gekürt
Die Umfrage verlieh den Titel der Choreografin des Jahres an Sharon Eyal und würdigte damit ihre kreativen Leistungen der vergangenen Saison. Die Auszeichnung wurde ihr vor allem für ihre Inszenierung des Stücks Delay the Sadness zuteil, das auf dem Ruhrtriennale-Kunstfestival in Deutschland seine Uraufführung feierte. Das Magazin führte in seiner offiziellen Bewertung die stilistische Ausgewogenheit der Choreografie an.
Ein Werk, das zugleich zurückhaltend und ausdrucksstark ist.
Eyal erhielt breite Unterstützung unter den teilnehmenden Kritikern, die ihre Ruhrtriennale-Uraufführung als einen der herausragenden choreografischen Beiträge im zeitgenössischen Tanz des vergangenen Jahres bewerteten.
Auszeichnung für digitale Choreografie und Lebenswerk
Die jährliche Kritikerumfrage erweiterte ihren Fokus über traditionelle Opernbühnen hinaus und bewertete auch digitale Tanzproduktionen. Die Auszeichnung für das Online-Event des Jahres wurde dem Choreografen Damien Jalet für seine Choreografie im Musikvideo Storm verliehen, das vom Musikprojekt Gener8ion produziert wurde und den schwedischen Künstler Yung Lean zeigt. Die Videoproduktion verzeichnete Millionen von Aufrufen auf Online-Plattformen. Zusätzlich zu den saisonalen Kategorien verlieh das Magazin seinen Preis für das Lebenswerk an die brasilianische Ballerina Marcia Haydée, die ehemalige Direktorin des Stuttgarter Balletts. Die Kritikerumfrage schloss ihren Jahresrückblick mit der Nennung mehrerer anderer europäischer Kompanien als Höhepunkte des Jahres und ehrte das Stuttgarter Ballett, das Ballett Basel, das Wiener Staatsballett, das Ballett am Rhein und die Gauthier Dance Company für ihre jeweiligen saisonalen Leistungen.


