
Zwölf US-Bundesstaaten verklagen Paramount wegen 111 Milliarden Dollar schwerer Übernahme von Warner Bros. Discovery – Bedenken um Kino und Wettbewerb
Ein Bündnis aus zwölf US-Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens hat am Montag eine Bundesklage eingereicht, um die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount zu stoppen – ein Deal, der bereits im Juni von der Trump-Administration ohne Auflagen genehmigt wurde.
Die rechtliche Herausforderung
Zwölf US-Bundesstaaten haben vor einem Bundesgericht in Kalifornien Klage eingereicht, um die 111 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount zu blockieren. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta argumentierte, die Fusion der beiden Unterhaltungsgiganten würde zu höheren Preisen, geringerer Qualität und weniger Filmen und Fernsehsendungen führen. Die Bundesstaaten behaupten, die Beseitigung des Wettbewerbs zwischen Warner und Paramount würde Kinos schwer schädigen und gegen Kartellvorschriften verstoßen.
Mit dieser Klage setzen sich Kalifornien und unsere Nachbarstaaten für freie und faire Märkte ein, nicht für manipulierte Märkte.
Das Bündnis stützt sich auf ein Gesetz, das Fusionen verbietet, die den Wettbewerb beeinträchtigen könnten. Die Bundesstaaten haben Paramount aufgefordert, den Abschluss der Transaktion bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens zu verschieben. Mit einer Entscheidung über die Klage wird in Monaten gerechnet – eine Verzögerung, die Paramount einen Betrag im dreistelligen Millionenbereich kosten könnte.
Paramounts Reaktion und Marktreaktion
Paramount entgegnete, die Klage verkenne die Wettbewerbsrealität der Unterhaltungsbranche und beruhe auf einer fehlerhaften Anwendung des Kartellrechts. Das Unternehmen kündigte an, den Deal energisch zu verteidigen. Anleger zeigten sich von dem juristischen Schritt unbeeindruckt: Die Warner-Aktien legten nach Einreichung der Klage um rund zwei Prozent zu.
Auch außerhalb der USA laufen Wettbewerbsprüfungen, unter anderem in Europa. Paramount hat sich verpflichtet, den Aktionären von Warner Bros. Discovery jeweils rund 650 Millionen Dollar pro Quartal als Ausgleichszahlung zu zahlen, falls die Übernahme nicht vor Oktober abgeschlossen ist.
Die Genehmigung durch das Justizministerium
Im Juni gab die US-Regierung den milliardenschweren Deal ohne Auflagen frei. Das Justizministerium kam zu dem Schluss, dass die Fusion weder den Wettbewerb noch die US-Verbraucher im Bereich Fernsehen, Streaming oder Filmproduktion schädigen werde. Laut dem Wall Street Journal wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums genehmigt, bevor die zuständigen Rechtsanwälte der Behörde eine Empfehlung zu der Angelegenheit abgeben konnten.
Die Ellison-Familie und das Netflix-Angebot
Paramount wird von der Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison unterstützt, einem bekannten Unterstützer von Präsident Donald Trump. Paramount wird von Larry Ellisons Sohn, dem Filmproduzenten David Ellison, geführt, der durch die Übernahme in Hollywood an Gewicht gewinnen will. Paramount gehört zu den kleineren Akteuren der Branche. Zu Warners Vermögenswerten gehören das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie Harry Potter sowie ein starkes Streaming-Geschäft, das auf dem Pay-TV-Sender HBO aufbaut.
Netflix hatte ursprünglich im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit Warner getroffen, um dessen Streaming- und Studiogeschäft zu kaufen. Paramount blieb hartnäckig und gab ein höheres Angebot für die gesamte Warner Bros. Discovery-Gruppe ab, einschließlich der Fernsehsender wie CNN. Der Deal wird nun auf rund 111 Milliarden Dollar geschätzt.
Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit von CNN
Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN, das zu Warner Bros. Discovery gehört, unter der Eigentümerschaft von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Trump hat wiederholt erklärt, es sei ihm besonders wichtig, dass der Nachrichtensender, der oft kritisch über ihn berichtet, in einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt. Die Nachrichtenredaktion des zu Paramount gehörenden Senders CBS sorgte nach der Übernahme durch die Ellison-Familie für freundlichere Berichterstattung über die Trump-Administration. Beim beliebten Nachrichtenmagazin 60 Minutes wurden mehrere Korrespondenten entlassen, von denen sich einige über politisierten Druck beschwerten.
- Netflix erzielt eine Vereinbarung mit Warner zum Kauf dessen Streaming- und Studiogeschäfts.
- Paramount gibt ein höheres Angebot für die gesamte Warner Bros. Discovery-Gruppe ab, einschließlich CNN.
- Das US-Justizministerium genehmigt den 111-Milliarden-Dollar-Deal ohne Auflagen.
- Zwölf US-Bundesstaaten reichen eine Bundesklage ein, um die Übernahme zu blockieren.


