
Steinway Spirio überträgt Hayato Suminos Live-Konzert von Wehrheim nach Mainz und auf 10.000 Klaviere weltweit
Am Montagabend spielt der japanische Pianist Hayato Sumino in einer Brauerei in Wehrheim, während ein Steinway-Spirio-Flügel in Mainz jeden Anschlag in Echtzeit nachbildet – und 10.000 andere Spirio-Instrumente weltweit dem Konzert folgen können.
Der japanische Komponist und Pianist Hayato Sumino, dreifacher Opus-Klassik-Preisträger und diesjähriger Artist in Residence des Rheingau Musik Festivals, gibt am Montagabend ein Live-Konzert in der Löwenherz Privatbrauerei in Wehrheim im Taunus. Etwa 100 Gäste werden vor Ort dabei sein. Im selben Moment reproduziert ein Steinway-Spirio-Flügel im Kalkhof-Rose-Saal der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz jede von ihm gespielte Note, und die Aufführung kann auf rund 10.000 weiteren mit Spirio ausgestatteten Instrumenten weltweit verfolgt werden.
Wie das selbstspielende System funktioniert
Ein optisches Messsystem erfasst die Geschwindigkeit aller 88 Hammerköpfe 800 Mal pro Sekunde, nimmt 1.000 Dynamikstufen und mehr als 250 Stellungen der Dämpfungs- und Verschiebungspedale auf. Im empfangenden Klavier bewegen 88 kleine Kunststoffschieber, die von Elektromagneten angetrieben werden, die Tasten und die Mechanik von unten – exakt so, als säße der Künstler am Instrument. Die Pedalklänge werden authentisch wiedergegeben, die Pedale selbst bewegen sich jedoch nicht.
Der Künstler ist nicht hier.
Marko Hartung, Leiter von Steinway & Sons in Frankfurt, beschreibt mit diesem schlichten Satz den Unterschied zwischen dem Live-Konzert in Wehrheim und dem in Mainz. Ein großer Bildschirm im Saal der Akademie zeigt zudem Suminos Auftritt. Hartung vergleicht das Erlebnis mit dem Anschauen eines Fußball-WM-Spiels: „Zwei Tore stehen in Ihrem Wohnzimmer und der Ball bewegt sich – begleitend zur Fernsehübertragung.“
Globale Reichweite und Preis eines Spirio-Klaviers
Live-Übertragungen mit der Spirio-Technologie gibt es seit 2022. Ein mit Spirio ausgestatteter Flügel kostet rund 235.000 Euro, darin enthalten sind eine Bibliothek reproduzierter Live-Auftritte sowie Einladungen zu Live-Konzerten wie dem von Sumino. Etwa 500 dieser Instrumente befinden sich in Deutschland, einige in Privathaushalten, andere in kleineren Konzertsälen wie dem der Akademie.
Der Kammermusiksaal der Akademie
Der Kalkhof-Rose-Saal, gestiftet von der Mäzenin Sibylle Kalkhof-Rose (1925–2022) zu Kosten von rund 1,8 Millionen Euro, ist der einzige hölzerne Kammermusiksaal Deutschlands. Er bietet 90 bis 100 Zuhörern Platz, und für Suminos Konzert sind noch einige Freikarten verfügbar.
Das kommt sehr gut an.
Professor Claudius Geisler, Generalsekretär der Akademie, sagt, der Saal veranstalte etwa 50 bis 60 kostenlose Live-Konzerte pro Jahr. Suminos Auftritt ist die dritte Live-Übertragung mit Spirio-Technologie an diesem Ort, und die Akademie plant, zukünftige Konzerte aus dem Saal in die Welt zu senden.

