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Konflikte·vor 2 Std.

China warnt vor ‚Spionageschildkröten‘ und ‚Spionagefischen‘ zur Sammlung sensibler Meeresdaten

Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit hat ausländische Geheimdienste beschuldigt, mit Sensoren, Bojen und wellengetriebenen Gleitern ausgestattete Meerestiere zur Sammlung sensibler Daten einzusetzen, und warnt vor einer ‚ernsthaften Bedrohung der nationalen Sicherheit‘.

Die Vorwürfe

Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit veröffentlichte am 12. Juni 2026 über WeChat eine Erklärung, in der es vor neuen Spionagetechniken ausländischer Geheimdienste in chinesischen Gewässern warnte, darunter Meerestiere, die Sensoren tragen. Das Ministerium bezeichnete die Aktivitäten als verdeckte Kampagne und behauptete, dass ein „unsichtbarer Geheimkrieg“ im Gange sei.

Ein unsichtbarer Geheimkrieg spielt sich leise in den Meeren um China ab.

Das Ministerium erklärte, die neue Spionageausrüstung stelle eine „ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit“ dar, da sie Unterwasserkarten erstellen und Schwachstellen in der Küstenverteidigung aufdecken könne. In der Erklärung wurden keine konkreten ausländischen Länder oder Dienste genannt.

Tiere als Datensammler

Chinesische Behörden berichteten über die Entdeckung von Meerestieren wie Schildkröten und Fischen, die mit Sensoren ausgestattet waren. Diese Kreaturen „wurden dabei beobachtet, wie sie auf präzise Ziele zuschwammen“ und dabei in Echtzeit Daten über Wassertemperatur, Salzgehalt und Meeresströmungen sammelten. Die Informationen wurden anschließend per Satellit ins Ausland übertragen.

In einigen chinesischen Gewässern wurden relativ große Meerestiere entdeckt, die mit Sensoren ausgestattet waren.

Das Ministerium erklärte, die gesammelten Daten könnten zur Kartierung der Unterwasserumgebung genutzt werden, sodass feindliche Akteure Schwachstellen in Chinas Küstenverteidigung identifizieren könnten.

Bojen, Gleiter und schiffsgestützte Geräte

Neben den „Spionageschildkröten“ und „Spionagefischen“ listete das Ministerium weitere Überwachungswerkzeuge auf, die es entdeckt haben will. Eine kugelförmige Boje, die angeblich von einem ausländischen Meeresforschungsinstitut eingesetzt wurde, soll hochpräzise akustische und meteorologische Sensoren getragen haben, die die akustischen Signaturen chinesischer U-Boote in Echtzeit erfassen können.

Ein weiteres Gerät war ein Wellengleiter, der mit Solarenergie und Wellenbewegung betrieben wird. Das Ministerium behauptete, er sei von ausländischen Akteuren genutzt worden, um „militärrelevante maritime Umweltdaten und Informationen über Schiffsaktivitäten“ über Funk- und Satellitenkommunikation zu übertragen.

Das Ministerium verwies auch auf elektronische Geräte, die auf Frachtschiffen installiert wurden. Diese als maritime Servicegeräte vermarkteten Vorrichtungen sollen angeblich Hafenoperationen in Echtzeit überwacht und meteorologische Daten mit Navigationskoordinaten kombiniert haben, um ein „maritimes Überwachungsnetzwerk“ aufzubauen.

Kontext und internationaler Hintergrund

Obwohl Chinas Erklärung keine konkreten Behörden nannte, erfolgt sie vor dem Hintergrund anhaltender gegenseitiger Spionagevorwürfe zwischen China und westlichen Staaten. Der Artikel verwies auf eine aktuelle Warnung der Five-Eyes-Geheimdienstallianz – Australien, Kanada, Neuseeland, Vereinigtes Königreich und die Vereinigten Staaten –, wonach chinesische Agenten sich als Online-Rekrutierer ausgegeben hätten, um sensible Informationen zu extrahieren.

Frühere Behauptungen im Zusammenhang mit Meeresespionage haben bereits Geschichte. Im Jahr 2023 berichtete der britische Geheimdienst, dass Russland trainierte Große Tümmler einsetze, um seinen Marinestützpunkt in Sewastopol im besetzten Krimgebiet zu schützen. Im Jahr 2024 erklärte China, es habe auf dem Meeresboden versteckte „Leuchttürme“ identifiziert, die dazu dienten, ausländische U-Boote zu leiten und möglicherweise „das Gefechtsfeld vorzubereiten“.

Jüngste maritime Spionagevorfälle im Zusammenhang mit China
  1. Britischer Geheimdienst berichtet, dass Russland trainierte Delfine zum Schutz des Marinestützpunkts in Sewastopol auf der Krim einsetzt
  2. China behauptet, auf dem Meeresboden versteckte 'Leuchttürme' entdeckt zu haben, die ausländische U-Boote leiten könnten
  3. Chinas Ministerium für Staatssicherheit warnt vor 'Spionageschildkröten', 'Spionagefischen', hochpräzisen Bojen und Wellengleitern, die für maritime Spionage genutzt werden

Öffentlichkeit zur Wachsamkeit aufgerufen

Das Ministerium forderte strengere Kontrollen ausländischer Meeresausrüstung und rief chinesische Bürger, insbesondere Fischer und Schiffsbesitzer, dazu auf, ungewöhnliche Bojen oder Geräte, auf die sie auf See stoßen, zu melden. Es warnte Schiffsbetreiber davor, Angebote für Geräte von unbekannten Unternehmen anzunehmen, und bekräftigte, dass die maritime Sicherheit eine gemeinsame Verantwortung sei.

Peking

6 Quellen

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