
Brasilianischer Sportgerichtshof sperrt Victor Gabriel bis zur Genesung von Gabriel Pec nach Schienbeinbruch
Brasiliens Oberster Sportgerichtshof entschied, dass Internacional-Verteidiger Victor Gabriel so lange gesperrt bleibt, bis Cruzeiro-Stürmer Gabriel Pec wieder ins Training zurückkehrt, maximal jedoch 180 Tage, nachdem ein Tackling bei Pec einen Bruch des linken Schienbeins verursacht hatte.
Das Tackling
Am 22. Juli traf in der 19. Runde der brasilianischen Serie A Internacional auf Cruzeiro im Estádio Beira-Rio in Porto Alegre. In der 13. Minute griff Verteidiger Victor Gabriel den Stürmer Gabriel Pec mit einem hohen, stollenbloßem Tackling an. Pec, der gerade für eine klubrekordverdächtige Ablösesumme von mindestens 12 Millionen Dollar von LA Galaxy gewechselt war, gab sein Debüt. Er verließ das Feld zunächst mit einem Schnitt am Bein, aber spätere medizinische Untersuchungen ergaben einen Bruch des linken Schienbeins. Pec wurde am 25. Juli operiert und fällt voraussichtlich drei bis vier Monate aus. Victor Gabriel wurde des Feldes verwiesen, und Cruzeiro gewann das Spiel 2:1.
Das Urteil
Am 28. Juli entschied die Sechste Disziplinarkommission von Brasiliens Oberstem Sportgerichtshof (STJD), dass eine reguläre Strafe nach den Bestimmungen der Liga nicht ausreiche. Victor Gabriel wurde wegen eines groben Foulspiels gemäß Artikel 254 des brasilianischen Sportgerichtsgesetzbuchs angeklagt. Das Gericht wandte eine Bestimmung an, die es erlaubt, die Sperre eines Täters an die Genesungszeit des verletzten Spielers bei schweren Verletzungen anzupassen. Die Sanktion: eine Mindestsperre von sechs Spielen, verlängert bis Pec wieder für das Training freigegeben ist, maximal jedoch 180 Tage. Die Entscheidung fiel nicht einstimmig. Richter Rodrigo Steinmann Bayer stimmte für eine reguläre Sechs-Spiele-Sperre, aber Gerichtspräsident Jorge Octavio Lavocat Galvão sowie Eduardo Xible Salles Ramos und Aline Gonçalves Jatahy stimmten für die verlängerte Strafe. Das Urteil kann angefochten werden.
- Victor Gabriel tackelt Gabriel Pec, bricht sich das linke Schienbein; erhält die rote Karte.
- Pec wird wegen des Bruchs operiert.
- Das STJD entscheidet auf Sperre bis Pec wieder trainieren kann, maximal 180 Tage.
Reue und Verteidigung
Victor Gabriel erschien vor Gericht und zeigte Reue, teilweise unter Tränen. Er betonte, dass er keine Absicht hatte, Pec zu verletzen, und führte den nassen, rutschigen Platz als Faktor an.
Der Platz war nass und rutschig. Es war wirklich ein unglücklicher Vorfall. Ich habe mich bei ihm entschuldigt und ihm meine volle Unterstützung angeboten.
Er sagte dem Gericht auch, dass er schlaflose Nächte damit verbracht habe, für Pec zu beten, und entschuldigte sich aufrichtig bei allen bei Cruzeiro. Die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass keine Verletzungsabsicht bestand, betonte jedoch, dass das Tackling ein hohes Risiko trug.
Beweiskontroverse
Internacionals Verteidigung reichte eine Audioaufnahme der VAR-Kommunikation aus dem Spiel ein, die die Anwaltskanzlei aus sozialen Medien erhalten hatte. Der STJD zweifelte die Echtheit der Aufnahme an, und die Verteidigung beantragte daraufhin, sie aus den Akten zu entfernen. In einer Erklärung sagte Internacional, der Fehler bei der Sammlung und Verwendung des Inhalts sei sofort erkannt worden und weder die Kanzlei noch der Verein hätten böswillig gehandelt.
Was als nächstes passiert
Victor Gabriel bleibt gesperrt, bis Gabriel Pec wieder ins Training zurückkehrt. Angesichts einer geschätzten Genesungszeit von drei bis vier Monaten könnte sich die Sperre weit in die brasilianische Saison hinein erstrecken. Internacional hat das Recht, Berufung einzulegen. Die Entscheidung des STJD, wenn auch selten, könnte Einfluss darauf haben, wie zukünftige Fälle schwerer Platzverletzungen im brasilianischen Fußball behandelt werden.


