
Tante der ermordeten 11-jährigen Lyhanna startet offizielle Leetchi-Spendenaktion für einen „Neuanfang“ der Familie
Julie Bodart, die Tante von Lyhanna, hat eine Crowdfunding-Kampagne auf Leetchi gestartet, um die Eltern und den Bruder des Mädchens bei den administrativen Abläufen zu unterstützen, nachdem ihre Leiche im Département Gers gefunden wurde.
Hintergrund des Falls
Lyhanna, eine 11-jährige Schülerin, verschwand am 29. Mai 2026, nachdem sie ihre Schule in Fleurance im Département Gers im Südwesten Frankreichs verlassen hatte. Ihre Eltern schlugen sofort Alarm, woraufhin eine Suche eingeleitet wurde. Die letzten Videoaufnahmen zeigten, wie sie in das Auto von Jérôme Barella stieg, einem 41-jährigen Mann und Vater eines ihrer Klassenkameraden. Barella wurde am nächsten Tag festgenommen und am 1. Juni wegen Entführung und Freiheitsberaubung einer Minderjährigen unter 15 Jahren unter Untersuchungshaft gestellt. Am 4. Juni wurde Lyhannas Leiche nach einer groß angelegten Suche von der Polizei in einem landwirtschaftlichen Silo in Puycasquier, etwa 15 Kilometer von Fleurance entfernt, entdeckt.
- Lyhanna verschwindet nach der Schule in Fleurance.
- Jérôme Barella wird von der Gendarmerie festgenommen.
- Barella wird wegen Entführung einer Minderjährigen unter 15 Jahren unter Untersuchungshaft gestellt.
- Lyhannas Leiche wird in einem Silo in Puycasquier gefunden.
- Tante Julie Bodart startet offizielle Leetchi-Spendenaktion.
Die Spendenkampagne
Am 14. Juni eröffnete Julie Bodart, Lyhannas Tante, eine offizielle Spendenseite auf der Plattform Leetchi. Die Kampagne soll der Familie, einschließlich Lyhannas kleinem Bruder, bei „komplizierten administrativen Abläufen“ helfen und sie „bei einem Neuanfang begleiten“, wie in der Beschreibung angegeben. Bodart betonte, dass die Gelder nicht für Anwaltskosten oder juristische Gebühren verwendet werden. Der Anwalt der Familie bestätigte gegenüber BFMTV, dass er kein Begünstigter der Spenden sein werde. Nachdem kurz nach der Identifizierung der Leiche gefälschte Spendenaufrufe aufgetaucht waren, wurde diese offizielle Sammlung von den Eltern, Charly und Martial, sowie anderen Verwandten in den sozialen Medien geteilt, um ihre Legitimität zu garantieren.
Der Verlust ihres ersten Kindes ist eine Tragödie. Ich hoffe, dass diese großzügigen Spenden ihnen dank Ihrer Unterstützung bei den komplizierten administrativen Abläufen helfen werden. Es geht darum, sie bei einem Neuanfang zu begleiten.
Öffentliche Reaktion
Die Kampagne stieß schnell auf große Anteilnahme, und neben den Beiträgen gingen zahlreiche Solidaritätsbekundungen ein. Laut BFMTV hatten bis Montag, den 15. Juni, um 9 Uhr morgens 25 Spender einen Beitrag geleistet. Bis zum Mittag war diese Zahl laut 20minutes auf etwa 60 gestiegen. Ouest France verzeichnete am Nachmittag 167 Teilnehmer, und Le Parisien beobachtete bis zum späten Nachmittag mehr als 200 Unterstützer. Die Gesamtsumme der Spenden wurde nicht bekannt gegeben, da die Administratorin sich entschied, diese verborgen zu halten. Die auf der Seite hinterlassenen Nachrichten enthalten Beileidsbekundungen wie „Aucun mot ne saurait décrire l'abomination que vous traversez“ (Keine Worte können das Grauen beschreiben, das Sie durchmachen) und Angebote für Mut.
- 9 Uhr
- 25 Spender
- 12 Uhr
- 60 Spender
- Nachmittag
- 167 Spender
- Später Nachmittag
- 200 Spender
Rechtliche Schritte gegen den Verdächtigen
Jérôme Barella, Vater von drei Kindern, befindet sich seit dem 1. Juni in Untersuchungshaft. Er wurde wegen Entführung und Mordes an einer Minderjährigen unter 15 Jahren angeklagt. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass gegen Barella bereits in anderen Fällen wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige ermittelt wurde, wobei vor Lyhannas Verschwinden mehrere Anzeigen und Beschwerden gegen ihn eingegangen waren. Der Fall hat landesweit für Bestürzung und Wut gesorgt, insbesondere nach Enthüllungen über frühere Warnungen vor dem Verdächtigen und mutmaßliche Versäumnisse im Justizsystem.

