Entdeckungen · Andøya und Ottobrunn
Isar Aerospace bricht Spectrum-Raketenstart zum vierten Mal ab – Störung im Flüssigkeitssystem
Das bayerische Startup hat den zweiten Testflug seiner Spectrum-Rakete wenige Minuten vor dem Abheben im norwegischen Andøya abgebrochen, nachdem eine Störung in der Treibstoffsteuerung aufgetreten war.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ZEIT ONLINE, Frankfurter Allgemeine, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Start am Montagabend von Andøya wurde wegen einer Störung im Flüssigkeitssystem abgebrochen – die jüngste in einer Reihe von Verzögerungen seit Januar.
Isar Aerospace meldete eine Anomalie in den Systemen für die Lagerung und Zufuhr von flüssigem Treibstoff; die Teams analysieren derzeit die Daten.
Frühere Versuche scheiterten an einem technischen Problem (Januar), einem eindringenden Fischerboot (März) und einem vermuteten COPV-Leck (April).
Die Spectrum ist ein Aushängeschild für Europas Bestreben, die Abhängigkeit von SpaceX zu verringern, unterstützt durch die ESA und Besuche hochrangiger deutscher und norwegischer Politiker.
- 1.01.Erster Versuch aufgrund eines technischen Problems abgebrochen.
- 1.03.Zweiter Versuch gestoppt, als ein Fischer die Sicherheitszone nicht verließ.
- 1.04.Dritter Versuch nach Verdacht auf ein COPV-Leck abgebrochen.
- 15.06.Vierter Abbruch: Störung im Flüssigkeitssystem erzwingt Abbruch Minuten vor dem Start.
Die Spectrum-Rakete sollte am Montagabend um 22:00 Uhr vom Weltraumbahnhof Andøya nördlich des Polarkreises abheben und fünf Kleinsatelliten sowie ein Experiment im Rahmen der Mission „Onward and Upward“ ins All befördern. Stattdessen stoppte Isar Aerospace den Countdown – der vierte Abbruch des zweiten Testflugs seit Beginn der Kampagne im Januar.
Der Abbruch und die Ursache
Isar Aerospace teilte auf seiner Website mit, dass eine Fehlfunktion in den Flüssigkeitssystemen der Rakete den Abbruch erzwungen habe. Diese Systeme steuern die Lagerung und den Transport des flüssigen Treibstoffs zu den Triebwerken. Ingenieure werten derzeit neue Daten aus, um die genaue Ursache zu ermitteln. Über die kurze Mitteilung hinaus wurden keine Details genannt.
Ein Jahr der Fehlstarts
Die 28 Meter hohe, zweistufige Spectrum wurde Anfang des Jahres erstmals zur Startrampe in Andøya gerollt. Der erste Versuch im Januar wurde durch einen technischen Defekt gestoppt. Im März verhinderte ein norwegischer Fischer, der die Sicherheitszone nicht rechtzeitig verließ, den Start. Der Versuch im April wurde abgebrochen, als Ingenieure Lecks in einem mit Verbundwerkstoff umwickelten Drucktank (COPV) vermuteten. Der Abbruch am Montag ist die vierte Verschiebung einer orbitalen Jungfernmission, die eigentlich schon vor Monaten hätte stattfinden sollen.
Europas Startlücke
Die wiederholten Verzögerungen sind über das einzelne Startup hinaus von Bedeutung. Europa verfügt derzeit kaum über eigene Kapazitäten, um Satelliten mit eigener Hardware ins All zu befördern. Die meisten europäischen Raumfahrzeuge starten mit der Falcon 9 von SpaceX. Isar Aerospace ist eines von mehreren deutschen Unternehmen (darunter Rocket Factory Augsburg und HyImpulse), die darum wetteifern, diese Lücke zu schließen. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) unterstützt das Vorhaben, und Bundeskanzler Friedrich Merz unterstrich die politische Bedeutung durch einen Besuch am Standort Andøya am 13. März 2026 an der Seite des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre.
Aufträge trotz fehlender Flüge
Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und hat mehr als 500 Mio. Euro Kapital aufgenommen. Das Unternehmen plant, in seinem Werk in Ottobrunn bei München jährlich 40 Spectrum-Raketen zu bauen. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen bereits mit Aufträgen im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar bis 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete noch nicht in die Serienfertigung gegangen ist. Der erste Testflug im März 2025 verlief wie geplant: Die Spectrum startete erfolgreich, flog 30 Sekunden lang und stürzte dann planmäßig ins Meer – der erste orbitale Raketenstart vom europäischen Festland außerhalb Russlands.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ZEIT ONLINERaumfahrt: Isar Aerospace verschiebt Raketenstart zum vierten Mal
- Frankfurter AllgemeineIsar Aerospace sagt Startversuch der Spectrum-Rakete ab
- DIE WELTIsar Aerospace verschiebt Raketenstart zum vierten Mal
- Der TagesspiegelAm Boden geblieben: Isar Aerospace verschiebt Raketenstart zum vierten Mal
- Friedrich Merz
- Deutscher Bundeskanzler, der im März 2026 den Weltraumbahnhof Andøya besuchte, um die politische Unterstützung für europäische Startkapazitäten zu unterstreichen.
- Jonas Gahr Støhre
- Norwegischer Ministerpräsident, der Merz bei dessen Besuch am Startplatz in Andøya begleitete.
- Elon Musk
- Gründer und CEO von SpaceX, dessen Falcon 9 derzeit den europäischen Markt für Satellitenstarts dominiert.
- Orte
- München
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