
Meliá, Iberostar und Barceló ziehen sich aus Kuba zurück – Trump-Sanktionen lähmen Tourismusbranche
Meliá, Iberostar und Barceló stellen bis Freitag ihren gesamten Betrieb auf der Insel ein. Sie berufen sich auf US-Sanktionen, die Geschäfte „unmöglich“ machten. Der Abzug beendet eine 36-jährige Präsenz, die einst 16 % der kubanischen Unterkünfte ausmachte.
Die Abzugsankündigung
Am Dienstag informierte Meliá die spanische Börsenaufsicht, dass es seinen Betrieb in Kuba bis Freitag, den 24. Juli, einstellen werde. Das Unternehmen erklärte, die jüngsten US-Sanktionen machten es „de facto und de jure unmöglich, auch nur eine minimale operative Stabilität aufrechtzuerhalten“. Wenige Stunden später bestätigten Iberostar und Barceló, dass auch sie die Insel verlassen würden. Die drei Ketten gehören zu den größten ausländischen Hotelbetreibern in Kuba, und ihr Abzug markiert das Ende einer 36-jährigen spanischen Dominanz in diesem Sektor.
Die jüngsten US-Sanktionen machen es de facto und de jure unmöglich, auch nur eine minimale operative Stabilität aufrechtzuerhalten.
Der Konzern, der 34 Hotels mit rund 14.000 Zimmern betreibt, hatte bereits im Juni das Management von 15 Objekten ausgesetzt, nachdem die USA den Militärkonzern GAESA ins Visier genommen hatten. Die verbleibenden 19 wurden in Partnerschaft mit dem Tourismusministerium betrieben, das nun ebenfalls auf der schwarzen Liste steht.
## Sanktionsdruck Die USA haben die Beschränkungen seit der Amtsübernahme von Präsident Donald Trump stetig verschärft. Am 1. Mai verhängte Washington Sekundärsanktionen gegen jedes ausländische Unternehmen, das Geschäfte mit GAESA tätigt, dem kubanischen Militärkonglomerat, das große Teile der Wirtschaft kontrolliert. Am 13. Juli setzten die USA dann das kubanische Tourismusministerium auf die schwarze Liste, den Partner für die verbleibenden 19 Meliá-Objekte. Die Sanktionen frieren Vermögenswerte ein, blockieren den Zugang zum US-Finanzsystem und verhängen Einreiseverbote für Aktionäre und Mitarbeiter. Ein seit Januar geltendes Energieembargo hat alle Öllieferungen bis auf einen einzigen russischen Tanker unterbrochen und die Krise Kubas verschärft.
Eine 36-jährige Präsenz
Meliá kam am 10. Mai 1990 erstmals nach Kuba und eröffnete das Resort Sol Palmeras in Varadero als erstes ausländisches Joint Venture mit dem kommunistischen Kuba. Anfang der 2000er Jahre betrieb es acht Hotels mit fast 9.000 Zimmern und beherbergte ein Drittel aller Besucher. Auf dem Höhepunkt vor der Pandemie im Jahr 2020 verwaltete die Kette 35 Hotels mit 14.781 Zimmern, etwa 18 % ihres weltweiten Portfolios. Im Laufe ihrer Geschichte machten Meliás 34 Objekte etwa 16 % aller Unterkünfte auf der Insel aus, mit Präsenz in Havanna, Varadero, Trinidad, Santiago de Cuba, Cienfuegos, Cayo Coco, Cayo Santa María und Holguín. Ihr Erfolg gab anderen spanischen Ketten wie Iberostar und Barceló das Vertrauen, in den Markt einzusteigen.
- Meliá eröffnet erstes Hotel Sol Palmeras in Varadero
- Betreibt 8 Hotels und 9.000 Zimmer
- Höchststand mit 35 Hotels und 14.781 Zimmern
- USA verhängen Sekundärsanktionen gegen Unternehmen, die mit GAESA zusammenarbeiten
- Meliá setzt Management von 15 Hotels mit GAESA aus
- USA setzen Kubas Tourismusministerium auf schwarze Liste
- Meliá kündigt vollständigen Rückzug aus Kuba an
- Abzug tritt in Kraft
Breitere Auswirkungen auf Kuba
Die Tourismusindustrie Kubas war einst eine tragende Säule der Wirtschaft. Der Abzug von Meliá, Iberostar und Barceló entzieht der Insel einen großen Teil ihrer hochwertigen Zimmerkapazitäten. Das Land leidet bereits unter täglichen Stromausfällen von mehr als 20 Stunden, Medikamentenknappheit, einem zusammengebrochenen Wasserversorgungssystem und lahmgelegtem Verkehr. Paolo Spadoni, außerordentlicher Professor an der Augusta University, sagte, Trumps Politik schließe „methodisch und systematisch jede Devisenquelle für die kubanische Regierung“. Der Exodus der spanischen Ketten folgt auf die Festnahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, die die USA nutzten, um den Druck auf Havanna zu erhöhen.
Trumps Politik schließt methodisch und systematisch jede Devisenquelle für die kubanische Regierung.
Wie es weitergeht
Meliá erklärte, es werde sich für einen geordneten Übergang für Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden einsetzen. Die Zukunft der Objekte ist ungewiss; sie könnten in staatliche Verwaltung zurückfallen oder geschlossen bleiben. Einige Analysten befürchten, dass die Sanktionen eine humanitäre Krise verfestigen könnten, ohne demokratischen Wandel zu bringen. Vorerst scheint die Ära der spanischen Hotels in Kuba beendet.


