
FIFA verbietet spanische Fragen bei WM-Pressekonferenzen trotz Mexiko als Gastgeber – Sprachenkontroverse entbrannt
Journalisten wurden von FIFA-Moderatoren unterbrochen, als sie versuchten, Spielern wie Achraf Hakimi, Vinicius Jr. und Frenkie de Jong auf Spanisch Fragen zu stellen. Der Verband begründete dies mit einem Mangel an verfügbaren Dolmetschern.
Was geschah
Bei Pressekonferenzen der WM 2026 in den Vereinigten Staaten wurden Journalisten spanischsprachiger Medien mitten in der Frage gestoppt. Die bekanntesten Vorfälle betrafen den mexikanischen Reporter Rodrigo Ornelas von TV Azteca Deportes, der Marokkos Verteidiger Achraf Hakimi vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen Brasilien im MetLife Stadium in New Jersey auf Spanisch ansprach. Ein FIFA-Moderator griff ein und sagte, dass spanische Fragen nicht erlaubt seien. Ähnliche Szenen spielten sich ab, als ein Reporter von DAZN España Vinicius Jr. in dessen eigener Sprache befragen wollte und als ein anderer Journalist den niederländischen Mittelfeldspieler Frenkie de Jong in Dallas auf Spanisch ansprach. In allen Fällen verwies der Moderator auf Englisch als erforderliche Sprache.
- Pressekonferenz von Achraf Hakimi und Vinicius Jr. in New Jersey: Mexikanischer Journalist erfährt, dass spanische Fragen nicht erlaubt sind; Moderator verweist auf Dolmetschermangel.
- Pressekonferenz von Frenkie de Jong in Dallas: Journalist wird gebeten, für die Übersetzung auf Englisch zu wechseln; de Jong stimmt zu.
FIFAs Regel, kein Verbot
Der Weltverband betont, dass Spanisch bei dem Turnier nicht verboten sei. Vielmehr gelte ein praktisches Protokoll für Pressekonferenzen: Fragen müssen in den offiziellen Sprachen der beiden gegnerischen Teams sowie auf Englisch gestellt werden, für die eine Übersetzung bereitgestellt wird. Für das Spiel Brasilien–Marokko umfasste das Sprachenangebot Portugiesisch, Arabisch, Englisch und sogar Italienisch (auf Wunsch Brasiliens, da Trainer Carlo Ancelotti Italiener ist), jedoch kein Spanisch. Für Niederlande–Japan waren Niederländisch, Japanisch und Englisch zugelassen. FIFA weist darauf hin, dass Spanisch weiterhin eine ihrer institutionellen Sprachen sei, die Einschränkung sei jedoch logistischer Natur: Die Beauftragung von Remote-Dolmetschern für jede erdenkliche Sprache würde die Briefings verlangsamen und den Ablauf stören.
Die Frage muss auf Englisch sein, damit übersetzt werden kann.
Wir haben keine spanischen Dolmetscher.
Reaktionen der Spieler
Alle drei Spieler beherrschten Spanisch – Hakimi wurde in Madrid geboren und wuchs dort auf, Vinicius Jr. spielt für Real Madrid, und de Jong ist beim FC Barcelona. Hakimi scherzte, wie er nun vorgehen solle („Wie antworte ich, auf Englisch oder auf Spanisch?“), antwortete aber schließlich auf Englisch, nachdem der Moderator den Dolmetschermangel erklärt hatte. Vinicius forderte den DAZN-Reporter auf, einfach auf Spanisch zu fragen, doch der Journalist wurde von der FIFA erneut angewiesen, dass kein spanischer Remote-Dolmetscher verfügbar sei. De Jong erklärte sich nach dem Hinweis, dass Spanisch für ihn in Ordnung sei, ebenfalls bereit, auf Englisch zu antworten. In allen Fällen zeigten sich die Spieler kooperativ, die Unterbrechungen gingen ausschließlich von den Turnieroffiziellen aus.
Reaktionen und Kritik
Die Vorfälle wurden unter dem Schlagwort „FIFA erlaubt keine Fragen auf Spanisch in den Vereinigten Staaten“ in den sozialen Medien viral geteilt. Kritiker wiesen darauf hin, dass Mexiko ein Gastgeberland sei, die USA eine große spanischsprachige Bevölkerung hätten und Spanisch die zweithäufigste Sprache des Landes sei. Der mexikanische Sender TNT Sports Mexico erklärte in einem Video, dass pro Pressekonferenz nur drei Sprachen zugelassen seien: die beiden Amtssprachen der Nationen plus Englisch. Für viele wirkte das Protokoll in einem Turnier, das teilweise in einem spanischsprachigen Gastgeberland und in amerikanischen Städten mit großen hispanischen Gemeinden ausgetragen wird, taktlos. FIFA hat keine Änderung des Vorgehens angekündigt.
¿Como respondo, en inglés o en español?


