
Spanien wirft Portugal raus: Merino-Tor in der 90. Minute beendet Ronaldos WM-Karriere; Balogun startet für USA trotz FIFA-Kontroverse
Ein spätes Tor von Ersatzspieler Mikel Merino brachte Spanien mit einem 1:0-Sieg über Portugal in Dallas ins WM-Viertelfinale. Für Cristiano Ronaldo endete damit höchstwahrscheinlich seine internationale Turnierkarriere. Stunden später trafen die USA in Seattle auf Belgien, mit Folarin Balogun in der Startaufstellung, nachdem die FIFA seine Sperre nach einem Anruf von Präsident Donald Trump aufgehoben hatte.
Späte Dramatik in Dallas
Spanien und Portugal lieferten sich ein angespanntes, oft zähes Achtelfinale bei der WM in Dallas, das erst in der 90. Minute entschieden wurde. Ersatzspieler Mikel Merino, von Ferran Torres bedient, schob den Ball ins kurze Eck und bescherte Spanien einen 1:0-Sieg. Das Tor fiel genau in dem Moment, als die Partie schon auf eine Verlängerung zuzusteuern schien – beide Teams hatten in der zweiten Hälfte kaum klare Chancen herausgespielt.
Nach der Pause passiert sehr wenig.
Die erste Halbzeit hatte mehr zu bieten gehabt. Spaniens Mikel Oyarzabal vergab eine frühe Chance in der 8. Minute nach einem klugen Pass von Dani Olmo, während Portugals Nuno Mendes mit einem Weitschuss die Latte traf. Cristiano Ronaldo, 41 Jahre alt, scheiterte mit einem Nachschuss an Unai Simón und dribbelte später an drei Verteidigern vorbei, ehe er gestellt wurde.
- Mikel Oyarzabal vergibt eine klare Chance für Spanien nach einem Pass von Dani Olmo.
- Nuno Mendes trifft für Portugal die Latte; Ronaldo hat einen Nachschuss gehalten.
- 0:0 zur Pause nach einer belebten ersten Hälfte.
- Nuno Mendes muss verletzt raus, für ihn kommt Nélson Semedo.
- Mikel Merino erzielt das Siegtor, Vorlage von Ferran Torres.
Ronaldos WM-Abschied
Portugals Ausscheiden besiegelt höchstwahrscheinlich das Ende von Ronaldos WM-Karriere und möglicherweise seiner gesamten internationalen Laufbahn. Der Stürmer, der 2018 in der Gruppenphase gegen Spanien einen Hattrick erzielt hatte, konnte diesmal nicht treffen. Nach dem Schlusspfiff bot er ein bedrücktes Bild, während Spanien jubelte.
Das ist Unsinn, man sieht doch, dass er andere Spieler inspiriert. Er bindet immer zwei Verteidiger. Und ich glaube, er hat schon drei Tore geschossen.
Portugals Trainer Roberto Martinez brachte Rafael Leão und nahm defensive Umstellungen vor, doch Spaniens Abwehr, die nun seit 701 Minuten ohne WM-Gegentor ist, hielt stand. Spaniens Torwart Unai Simón musste in diesem Turnier noch keinen Ball aus dem Netz holen.
Balogun-Kontroverse überschattet USA-Belgien
Während Spanien weiterkam, richtete sich die Aufmerksamkeit auf Seattle, wo die USA in den frühen Morgenstunden des Dienstags auf Belgien trafen. Das Spiel wurde von der Spielberechtigung des amerikanischen Stürmers Folarin Balogun überschattet, dessen Sperre von der FIFA nach einem Telefonat von Präsident Donald Trump aufgehoben worden war. Balogun stand in der Startelf, während Belgien Kevin De Bruyne, Jérémy Doku und Romelu Lukaku auf die Bank setzte.
Angenommen, Balogun spielt, die USA schlagen Belgien, und eine Berufungsinstanz wie der CAS entscheidet später, dass der Spieler nicht spielberechtigt war. Dann wird das Ergebnis des Spiels plötzlich unsicher, unabhängig davon, was auf dem Platz passiert ist.
Rechtsexperten merkten an, dass die FIFA-Entscheidung, Balogun für spielberechtigt zu erklären, die USA zwar vor späteren Sanktionen schützen könnte, der Vorfall aber Fragen zur politischen Einflussnahme auf das Turnier aufgeworfen habe.
Wie es weitergeht
Spanien trifft am Freitagabend im Viertelfinale auf den Sieger der Partie USA gegen Belgien. Spaniens Defensivbilanz (sechs WM-Weißwesten in Folge, ein Turnierrekord) macht sie zu einem gefürchteten Gegner, auch wenn der Angriff noch nicht konstant zündet. Für Portugal steht nun das Leben nach Ronaldo im Fokus, während der Sieger der Partie USA-Belgien sich nach einer kurzen Pause schnell neu formieren muss.


