Spanien bereitet drittes Anti-Krisen-Paket vor, während Treibstoffkosten und US-Dieselpreise steigen
Spanische Minister und Sozialpartner einigten sich am 17. September 2026 darauf, den nationalen Reaktionsplan über September hinaus zu verlängern, wobei der Schwerpunkt auf den Verkehrs- und Agrarlebensmittelsektoren liegt, da die Kraftstoffpreise im Einzelhandel fast 2 € pro Liter erreichen.
Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket
Die spanische Regierung berief am 17. September 2026 in Madrid Verhandlungen mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften ein, um ein drittes wirtschaftliches Unterstützungspaket zu schnüren. Erster Vizepräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo leitete die Sitzung gemeinsam mit Zweiter Vizepräsidentin und Arbeitsministerin Yolanda Díaz, Finanzminister Arcadi España und Ministerin für Inklusion Elma Saiz. Zu den Sozialpartnern gehörten CEOE-Präsident Antonio Garamendi, Cepyme-Generalsekretärin Mayte Gómez, UGT-Generalsekretär Pepe Álvarez und CCOO-Generalsekretär Unai Sordo. Alle Teilnehmer stimmten darin überein, den nationalen Reaktionsplan über sein geplantes Auslaufen am 30. September 2026 hinaus beizubehalten und die vierteljährlichen Rahmenwerke fortzuführen, die ursprünglich im März genehmigt und am 1. Juli erneuert wurden.
Wir werden an den Maßnahmen des Reaktionsplans arbeiten, um die Familien weiterhin bei Preiserhöhungen zu begleiten und zu unterstützen, wobei wir den am stärksten betroffenen Berufsgruppen wie dem Verkehrs- und Agrarlebensmittelsektor besondere Aufmerksamkeit schenken, aufgrund der Auswirkungen auf die übrige Kette.
Inländische Inflation und steigende Energiekosten
Die Entscheidung folgt auf erneuten Inflationsdruck in ganz Spanien, wo die August-Kerninflation zwischen 4,25 % und 4,3 % lag, 0,7 Prozentpunkte über dem Juli und den höchsten Stand seit 2023 erreichte. Die Treibstoffkosten stiegen im dritten Quartal um 30 %, darunter Anstiege von über 15 % in den letzten Wochen, was die Einzelhandelspreise auf fast 2 € pro Liter brachte und die im März verzeichneten Höchststände erreichte. Der Großhandelsstrompreis lag seit einer Hitzewelle im Juli über 100 € pro Megawattstunde, obwohl Vertreter des Ministeriums anmerkten, dass die heimische erneuerbare Erzeugung den Großhandelsstrom unter dem europäischen Durchschnitt hielt. Der Koalitionspartner Sumar reichte formelle Vorschläge ein, um alle auslaufenden Maßnahmen zu verlängern, eine vorübergehende Steuer auf den Raffinerie-Sektor zu erheben, Mietpreisobergrenzen durchzusetzen und die iberische Gasausnahme zu reaktivieren.
- US-Diesel im Einzelhandel liegt vor Ausbruch der Feindseligkeiten bei durchschnittlich 3,52 $ pro Gallone
- Spanische Regierung verabschiedet ersten vierteljährlichen Reaktionsplan
- Vorläufiger Waffenstillstand zwischen USA und Iran wird erreicht, bricht aber Wochen später zusammen
- Zweites spanisches Hilfspaket tritt in Kraft
- Russland verbietet Dieselverkäufe ins Ausland, um die heimische Versorgung zu sichern
- Spanien und Sozialpartner vereinbaren Verlängerung der Hilfsmaßnahmen über September hinaus
Globale Rohölspannungen und verknappte raffinierte Kraftstoffe
Die Energiemärkte sind seit Beginn der Militäraktion der USA, Israels und des Iran vor drei Quartalen angespannt geblieben. Die internationalen Rohöl-Benchmarks Brent und WTI bleiben über 100 $ pro Barrel und spiegeln damit das Preisniveau von Mitte Mai wider, nachdem ein vorläufiger Waffenstillstand im Juni ohne andauernde Friedensverhandlungen zusammenbrach. In den Vereinigten Staaten erreichte der durchschnittliche Dieselpreis im Einzelhandel am 17. September 2026 fast 6,40 $ pro Gallone, ein Anstieg um mehr als 78 % gegenüber 3,52 $ pro Gallone im Januar 2026. Die europäischen Gasöl-Futures (LGOc1) und die US-amerikanischen Futures für schwefelarmen Diesel (HOc1) werden auf Höchstständen gehandelt. Die Marktbeschränkungen haben sich durch die Schließung der Straße von Hormus, Umweltauflagen für Raffinerien, den Russland-Ukraine-Konflikt und Russlands Verbot externer Dieselverkäufe vom 9. Juli 2026 verschärft, das die US-Handelsbestände im August aufgrund gestiegener Exporte schrumpfen ließ.
- Januar 2026
- 3.52 $/gal
- 17. September 2026
- 6.4 $/gal
Legislativer Fahrplan und Preisunsicherheit
Das Wirtschaftsministerium hat für nächste Woche weitere technische Konsultationen mit Vertretern des gewerblichen Verkehrs und der Agrarlebensmittelbranche angesetzt, um das Dekret fertigzustellen. Die abgeschlossene Maßnahme wird in der letzten Septemberwoche 2026 dem Ministerrat zur formellen Annahme vorgelegt. Die politischen Entscheidungsträger wiesen darauf hin, dass die Ausarbeitung des Dekrets durch die Marktvolatilität und die politischen Zeitpläne erschwert bleibt, einschließlich der Aussagen des US-Präsidenten, die auf die Kongresswahlen im November als mögliches Zeitfenster für eine Lösung der Nahost-Feindseligkeiten verweisen.


